45 8 Von -cm Gottseeligcn Nicolao Rusca/ Priester / und Mark.
ihm? einen Mörder/ Verräther/ Umglücksstistter/ und den ärgsten Men-schen deß Erdbodens nenneten / ist erden 4. Herbstmonat/ ohn alleEhrsei-ner Priesterlichen Kleidern beraubt /auf ein Schleiften gebunden/ mit gros-sem geschrey / und gelächter durch denFl ecken Thusis zu dem Galgen geführt/allda zwischen dem Galgen / und dengeradbrochnen armen Menschen/ meinwüste Gruben gemorsten/ und mit Stei-nen / und Erden bedeckt worden. Dergünstige Leser wolle den in dem Anfangcitierten Auctorem Richardum vonRusconcra sechsten lesen/ darinnereinmehreren Bericht wird finden.
Was für ein Mitleyden / Weinen/und Erbärmnuß die von Sonders/ unddie von Thufis gehabt mit dem seeligenErtzvriester/ daß er so unschuldigerWeiß gefangen/ und gepeyniget/ jetztaber nach seinem Todt / und Märtetso schwächlich zu dem Galgen geschleifft/und vergraben worden/ müssen die BergUnd Stein bekennen. Also daß ihr vil/so wohlCarholische/ als Uncatholische/seyn auffrechres unschuldiges Leben /Sanfftmüthigkeit/ und Keuschheit höch-lich gelobt / und geprisen / die Richteraber wegen ihrer Tyranney 1 geschol-ten / und verfluchet. Es bekandteNauch ihrer vil / daß <NQrt deß uuschul-digen ErtzpriesterS Todt nicht wurdeohngerochen lassen / sondet einen Theil/wo nicht gantz Bütidten/ darum straf-fen/ und war die Straff vor der Thür;dann dster Nacht der schöne FleckenPlurs / ein Lustgarten der Graubünd-trn/ und Zterd deß Feldleins/ mithe-runderrelssendemBergs gemalt/ Stein/und Erden also bedeckt worden / daß eSnicht mehr zusehen / wo der Flecken ge-standen / darion auch vil hundert Men-schen/Viehe/ Gelt/und Gutzugrund
gangen. Als nun die tyrannische Rich-ter sich an dem seeligcn Ertzprtesterwohl gerochen / Und seinem Nahmenauß der Menschen Gedächtnus genoh-men/und außgetilget zu haben ver-meinten/ da hat G-Ott der Allmächtigjhne angefangen mehr/ und mehrzuer-höhen / anzuzeigen wie köstlich seynTodt/ Und Marter vor seinem Gött-lichen Angesicht wäre. Dann der über-natürliche liebliche Geruch blibe nachseinem Todt/ noch etwas Zeits in dergrausamen Gefängnus/ und sahe manüber seinem Grab zu Nacht überna-türliche/und scheinbahre Liechter/ wel-che die Predicanten gern vernichten wol-len / da sie sprachen : daß dise Liechternur feuchtigkeitender Erden wären/sogemeiniglich bey den hohen Gerichternsich zuerzeigen pflegen. Der grosseNeyd / und Haß aber hatte dise Pre-dicanten so witzig gemacht/ daß sie un-der den Himmelischen Lichtern / undder Erden Feuchtigkeit keinen besserenUnderscheidsehen/ und erdenckenkönn-ten.
Durch Anrühkung der Kleider deßfeeligen Nicolai ist einer von dem stechender Seiten / und grossen Schmertzenerlediget worden.
So ist underschidlichen Weibs;Perssohnen in Kindsnöthen durch Überle-gung seiner heiligen Kleidern / geholf-en worden / daß sie ein glückseelige Ge-burt/ und lebendige Kinder erlangethaben.
Ja auch einer so schon in Todksnö-then läge/ begehrte ein stuck von denKleidern deß St. Nicolai / welcherdurch Anrührung derselben/ seyn ge-wünschte Gesundheit er-langet hat.