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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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46o Von dem Gottsteligen Fidele/

zu fragen/ wie einstens von dem kleinenVorläuffcr Christi Zvanne Kapütia dieFrag herumgegangen : was wwdwohl aus drstm Ätnb werden?

Die sorgfältige Elteren bemühetensich durch emsige Auferziehung den inihren» Kind eingeworffenen Gnaden /und Tngendsaamen noch mehrer herauszu treiben/ und zur Zeitigung schöneFrüchten zu beförderen. Der unver-murhet / und baldige tödtliche Hinrißdes Vattern aber hat sothane Sorg-falt Um den halben Theil geminderet;seine Ehefrau Genevefam zu einer Wit-tib : den kleinen Marcum aber zu einemeinseitigen Waysen gemacht. Genovefazwarliesse ihresOrths an einer recht müt-terlichen Obforg nichts erwinven. Al-lein wie sie gesehen/ daß sie der zimm-lichen Haußhalrung vorzustehen nichtgenugsam wäre/ ist sie zur anderen Ehegeschritten / und hat mithin ihren Sohneinem erbettenen Vormünder anbe-fohlen. Die Vorsichtigkeit GOtteshat in Erkisung eben besagten Vor-munvers sich mercklich blicken lassen; in-deme diser ein solcher wäre/ der denUnterbruch vätterlich / und mütterlicheSorgfalt/ Lieb/ und Zuneigung voll-kommentlich ersetzte. Nichts under-liesse er/ was zU guter Auferziehung ei-nes solchen ihme anvertrauten A'invserfordert könnte werden. Er hat Ma»cum seiner Zeit in die Schul geführet/und angehalten wohl lesen/ und schrei-ben zu lehrnen. Er hat ihne hernacheinen tauglichen Lehrmeister untergebk/von welchem er die erste fundamentender Örammaric, dann auch die höhereLatinität / und Gesatz der Wohlreden-heil in einem zimmlichen hohen Gradergriffen. Von dannen hat diser ge-treue/ und wenig minder / dann natür-liche Vatter seinen Pfleg-Sohn nackerFreybUrg / einer Voder-Oesterreichi-schen Stadt in Breißgau geschickt/ de-nen schärpfferen Wissenschaßten obzulr-gen; allwo er denen von GOtt / undder Nütuk ertheilten Talenten dermas-sen beygepflichtet/ deß er sich bey sei-nen professoribus in die allgemeine löb-liche Nechred gesetzt. Maccus Royübertreffe alle andere Schüler in derganyen Universität so an der wun»derbahrlichcn Scharpffsinnigkeit /und Geschwindigkeit des Verstands/so an dem Fleiß um ein merckliches.Nach dreyjährigen Studier-Lauff ister Magister der freyen Künsten/ undPhilosoph# mit allgemeinem Glück-Wunsch creirt worden, solche Glück-liche Fortgang haben seinem Gemüthden Wceg zu noch ferner/ und höherenWissenschaffren theils gebahnet/ theils

erleuchteret. Seitenwahlen er dannauch noch drey folgende Jahr dem Stu-dieren bceder / der Geistlich / und Welt-lichen Rechten aufgevpffcrt/ und miteben so viler Emsigkeit/ als Ruhm an-gewendet. Bey allem deme hat mangleichwohlen gar leicht vermerckt/ daßihme nicht so vll um Erlangung mensch-licher Werßheit / als um dre ErsteigungChristlicher Vollkommenheit gewesen.In allen Begegnussen zeigte er eine mitanzügiger Holdseeligkeir vermengteErnsthafftigkeit; eine von aller Gleiß-,nerey entfernte Andacht/und ein solchzüchtigen äußerlichen Menschen/ daßalle / so bey / und um ihne gewesen /ihne als einen Vorriß/ und Entwurffeines schon Geistlichen L)rdens-Mann6bewunderet. Ob gleich die seltzam ihmbeywohnende Eigenschafften Marcummänniglichen angenehm / und werth ge-macht ; wäre er doch sehr gesparsamin der Ansprach/ und Umgang mit an-deren -° Er liesse weder solche Redenvon sich hören/ oder solche Mitschülerin ferne Gesellschafft / welche nur vonweitem der Wohlständigkeil semer Sit-ten könnten nachtheilig seyn. Die soMit näherer Bekandt und Freundschafftihme beygethan waren / seynd der be-ständigen Aussag/ und Urtheils gewe-sen/ Marcus Roy habe in seiner zärt-lichen Jugend die schneeweisse Lilien sei-ner Jungftäulichen Unschuld unbemack-let erhalten. Dises schribe er zwarmit erkanntlicher Lieb der mächtigenGnad GOttes zu nichts destowenigerhat er es an der nothwendigen Mrt-würckung nicht ermangle» lassen. Da-hero dann die heickle Reinigkeit deSHcrhens/ Und des Leibs zu versiche-ren/ befliesse er sich einer allerzüchtig-sten Eingezogenhelt in seinen «usserit-chen Sinnen / einer peynlichen Abröd-tunq des Fleischs durch scharpffeBuß-Werck ; vor allem aber nach Rath desH. Geists eines eyferigen Gebetts.Die erste Bewegungen seiner Paßionenhat er drrgestalten bemaistert/ daß kei-ne derselben ihne jemahlen aus demSattel gelupffet. Obwohlen die Na-tur ihne mit einem zimlich hitzigen Geistbewaffnet/ hat ers doch durch die Tu-gend-Übung dahin gebracht / daß er inallen widrigen Vorfallenheiten als einZorn -freyes / sanfftmüthiges Lämmleerschienen.

Solche außerordentliche Vortreff-lichkeiten/ welche in disem Jünglinghervorleuchteten / haben ihme so wohlbey seinen Professoren / als Mnfcbule-ren den rühmlichen Übernahmen eineswahren/ weifen Christenö zuwegen /und in den Gang gebracht. Dahero

ein