Cavuciner/ und Märtyrer. 4^
ßch aufbittliche Anruffungen GöttlichenBeystands/ und Heyls-ersprießlicherEingebung / je mehr / und mehr ergrös-ftrren / und rhme keine Ruhe gestatte-ten/ bist er nach erkennten handgreiffli/chen Beruffdeß H. Geists bey dem Pa-ter ProviliLitil durch mehrmahligen bitt-lich/ und eyfriges Anhalten um den H.Orden den endlichen Aufnahm ausge-würckt. Wie er dann bald nacherFreyburg in Breyßaau seine Prob zumachen besuchet worden. Bevor aberseiner Einkleidung mit dem Seraphi-schen Habit ()ot er seinen Puristen' Rockgegen einem Welt-Ociicaiischen Prie-ster-Klerd abgetauschet; weil er ausPäbstlicher Zulassung die H. Weyhun-gen übernommen / und an dem Hoch»feyrltchen best Heil. Seraphischen Vat-ter Francisci Ehren-Tag in der Capuci-ner Kirchen zu Freyburg im Breißgaudas H. Meß-Opffer gehalten/aufwei-che ein abermahliger Kleiber-Wechselgefolgert indeme er von dem P. Angelovon Mayland / als dortigen (Guardian,und Novizen- Meister an statt einesschwärtzen mit einem braunen Buß-Kleid ist angethan worden. Wahren-den diftn H. Geschafft erbittere er sichseine innerliche Gemüths Austruckungdem Schlacht - und Brand - Opffer derGehorsamme. Der Nahmen Marciwurde ihm nach Ordens Herkommen /und zwar in den Nahmen FidellSverän-d«rcl / welcher dem?. Klovizen-MelsterAnlaß gäbe dem angestandenen jungenGeistlichen einen nachtrucklichen Zu-spruch zu machen / da er dann hierzu jene^xocal>'prijche Wort als einen Grund-satz erkisere: Esto Fidelis usque ad mor-tem , & dabo tibi coronam vitae : Scyegetreu bist: in den Todt/so will ich dirgeben die Er0n deß Lebens. DifeAnred verrichtete er mit solchem Nach-truck/ und Eyfer deß Geists/ als sag-te er vor jenen glorreichen Triumph /welchen diser eifrige Ordens - Neylingdurchsein getreu/Und hertzhafftes Ver-fechten deß H. Ev angelst darvon tra-gen sollte.
Wie er sich nun also in der Schooßdeß H- Ordens gesehen / hat er sich ein-folglich gehalten / geglaubt solcher ho-hen Gnad mit allem Ernst deß Geistsbeyzupflichten / wendete dahero alleKraffrcn an / den Eyfer in Übung derTugenden aufs neue zu erfrischen / samtihme vorhero hierzu niemahl wäre ernstgewesen. Hiermit brachte er so wohlseinen ^ovi^n-Meister / als seine Mit-Novizen ineinegantze ErstaUnung/alswelche kaum begriffen könlen / daß einso ausgemachter Mann von etlich / unddreyßig Jahren / von so schönen Eigen-
und Wissenschassten / von solcher Erfah-renheit in Handlung Hoch - wichtigerStaatsund Rechrs-Geschäfften/sich zueiner so treffen Nlderrrächtigkeit deßGemüths / Geringschätzung seiner selbstaugenblicklich herablassen mögen; Mas-sen den Unterschid zwischen ihm / und an-dern Novizen zu errathen / brauchte esmehrers nicht / als nur Achtung geben/welcher unter ihnen/der in seinenSinn/und Gebärden der demüthigste wäre.Ersuchte vor sich nur die mühsamst/ undverächrlichiste Verrichtung; und wanndie andere Ehrenhalber/ undinAnse»hmrg seiner vorher habenden Vorzügen/ober seines Priesterthums / ihne derenüberheben wolten / hat er sich jedesmahlihnen hetliglich widersetz / und gespro-chen: 'Cf-cinl meine UcbeBrüder/ ge-stattet mir mich in distm Weingartendeß HErren um so ernstlicher zu ver-arbeiten / wie spater ich die Arbeitangetretten. Ihr habet euch alsJüngling/ und schon in der Frühe eue»rer Jugend dahin aufhingen lassen.Ich aber habe die erste Blühe meinesLebens dem thorrecht-zumahl gefähr-lichen Welt - Dienst aufgeopfferet.Ist daheco der Billichkert gemäß /daß ich die sd iinftiufytbabv vev t*tnJ>»lete Scit / Jahr/ und Tag mitver-doppleter Embsigkeit widerum erlö-se/ und abführe. Dises wäre / mitwelchem der demüthe Novir in seinemHertzen / und Gedancken umgienge; ob-gleich er angeregter Massen / schon in sei-nem Welt-Stand ein solches Leben ge-führet/ welches aller Urtheil nach einenvollkommenen Religiösen ausmachenkönnte. Einer solchen gottseeligen Auf-führung wäre die eigentliche Urquell /die ununterbrüchliche Gemüths-Ver-sammlung in GOtt: Massen er Tag /und Nacht in einer Verzuckungs / ähn-lichen Betrachtung Himmlisch Göttli-cher Dingen vertieffet anzutreffen gewe-sen. Das H. Gebett hat ihne jo er-leuchtet / daß er alle seine Mängel/ undGebrechen klärlich erkannte / die er dannauch mit öfteren / und heissen Zäherenbeweinte/ obwohlen ste seiner noch in derWelt erhaltender Unschuld schier umnichts nachtheilig waren. So oft ersich nur der Gnad seiner H. Beruffungerinnerte / hat sich in seinem Hertzen je-derzeit ein solche Frolockung deß Geistserhoben / daß sie sich so gar durch Hai-tere des Angesichts geäusseret / welche inihme etlicher Massen den VorgeschmackHimmlischer Wollüsten zu verrathen be-gunte. Über den Puncten deß Göttli-chen Veruffs redete er össters mit seinenNeben-Novizen / und machte ihnendie beweglichste Vorstellungen einer sovortrefflichen Himmlischen WohlthatM m m r sorg-