474 -Von den Gottseeligen Fidele/
Wie er sich nun von der GöttlichenVorsichtigkeit zu einem so hohen Diensterkisin gesehen / hat er eine etlichtägi-ge einsame Geists-Versammlung vorge-nommen / in derselben den AllmächtigenGSktum seinezu disem weil aussehen-den Geschäfft erforderliche Gnad; dieHeiligste Mutter Gottes um ihre Hilff/seine übrige H. H. Patronen um ihrenSchutz anzuflehen. Er hat wohl vor-sehen können/ daß die vornehmste Rot-tenmeister der dasig - abergläubischenIrrthume» sich öffters versammlen/ undihme Gelegenheit geben werden / mitihnen zu dlsputiren.Dahero er inner derZeit vor seiner Dahin-Reiß mit äusser--ster Anwendung sich auf das Studiumder Glaubens- Strittigkeiten verlegt /damtt er gleich die thunlichste Waffenan der Hand hatte / welche ihm diene-ren / ihre Zrrglanbige Einstreuungen /und Vorträg zmviderniethen / und zuentkräffren Also bewaffneter hat ersich auf die Reiß fertig gemacht; ehe /und bevor er von Feldkirch abgeschi-den/ hat er sich die Erlaubnuß vor demgesamt. und gesessenen Rath zu erschei-nen ausgebet/en: In diser Verhör hater selbigen Rathsherren mit äusserstemNachtruck eine genauiste Administri-rung / und Handhabung der Gerechtig-keit/ eine sorgsame Beschützung derWit»wen/ undWaysen/ eine Christliche Liebegegen die Arme / und «in brennende»Eyfer vor die Carhvlische Religion ein-gebunden : So dann / sagte er ihnen /daß sie feiner hinführo nicht mehr wur-den ansichtig werden / weil er dahinverreisen müste / wohin die BeruffungGOttes thne zu seiner grösseren Ehrbefchaidet hatte: Da er sich von seinengesiebten Brüderen beurlaubet / hat erihnen deutlich eröffnet / daß er nichtmehr zurück kommen werde/ angesehener in dem Pretigäu von denen Irrgtäu-bigenaus Haß des CatholischenGlau-bens sem Leben einbüssen werde. Wieer dem Bruder Menrad von Rappen-schweyl die lerste Hand gegeben / hat erdisem die seinige getruckt / und gespro-chen : euch (0<Dtt/ mein lieber
Bruder! wir werden nunmehr«- in di-ssem Leben einander nicht mehr sehen:Pündten wartet meiner. Est ist frey-lich gantz unlaugbahr / daß GOtt sei-ner zur Müh i und Arbeit gewartet / da-mit er ihne darauf cröne. Daheroister gantz unerschrocken / und obschon zukällister MmterS-Zeit/ doch gantz brenn-eyferig Pündten zugeloffen. An demFest der H. H. 3- K önig hat er von denhohen Geheimnussen dises Hochfreyer-Uchen Tags seine erste Predig gehalten;seltenmahlen von langer Zeithero selbi-ger Orihenvon den Cantzlennichts mehr
von dem wahren Catholischen Glaubengemeldet worden. Ein grosse Menge derZuhörer wäre diser Catholischen Prediggegenwärtig. Die Gnad der Beredsam-keit / der Nachtruck deß ernsthafften Ey-fers/die gegründteTieffsikusskeir der Leh-ren / die Bündigkeit der Vortrügen /und das Gewicht der vorgebrachtenaus dem Ansehen der H. Schlifft / undVätter gezogenen Sententzen hat allein die höchste Verwunderung / disen A-postolischen Redner aber in den allge-meinen Wahn eines neuen GesandtenGOttes gebracht. Gleich auf disePredig ist unter dem sich verwunderen-den Volck ein Gemürmel entstanden /und hiesse es überlaut / daß sie derglei-chen Sachen von keinem anderen je-mahls gehört hätten ; also zwär/ daßin kurtzer Zeit auch die benachbarteOrth von dem Ruff dises gewaltigenPredigers angefüllt / und angezogenworden. Unsere Glaubens»Gegnerfiengen an Zweiffel in ihrer Lehr zu be-kommen/ und wider ihre Prädicantenvor Toben zu grißgramen. WaSaber in allen die Andacht erweckte / undVisen getreuen Diener des wahrenEvangelij bey männiglichen in ein sol-che Hochschätzung beförderte / wäre seinheiliger Lebenö-Wandel. Dann beydurchtringender Winters - Kälte ist ermit blossen Füssen daher gegangen ansgethan mit einem gantz abgeschabenenHabit/ der thme zu nicht anders dien-te / als nur seinen Leib nach Ehrbar-keit zu bedecken; umgürtet mit einemgroben Strick/ vor Hunger/ und Mat-tigkeit aller auSgemörgelt / vor Frosthalb erstarret / unv unter ein sol-ches Volck geschickt/ welches ihm gantzfrembd/ zumahlen auch mehrentheilSverfeindet wäre. In solchen engenUmständen entfernet von allem Gesuchdes eigen Nutzes setzte er sein eintzigesVertrauen auf die Göttliche Vorsich -tigkeit / kein anderes Absehen haben-de/ als nur dem Himmel fein vil See-len zu gewinnen. t Der beglückte Fort-gang seiner Bemühungen muthet thnean / alle Winckel derselben Thälerendurchzustreichen / und nicht allein inden bevölckerten Dörfferen/ sondernauch in waserley einschichtigen Bauren-Hüttlein einzukehren/ wann er schon dieallcrrauheste mir Schnee bedeckteBerg-Gipffcl zu besteigen hatte / die sonstengegen dem sehr kalten durchschneiden-den Nordwind/ wo nicht unmöglich /doch beschwerlich zu übersetzen waren.Er versaumete keine auch geringste Ge-legenheit / denen Seelen beyzusprün-gen / keine Unzeit/ noch andere Jahrs-Unkommlichkett hat seinen angc flamm-ten Eyfer/ aufjiedes Ansprechen/ oder