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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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476 Von dem Gottseeligen Fidele/

den Nachstellungen der Ealvimsten;wahrnc Mid) dessen den p. Lldelcm/uird audere Capucinex / welche vonVisen rasenden Volckcren biß auf denTod verfolget werden. Nachdemedises ruchlbar worden/ hat es denenCatholischen eine gute Muthmassunggemacht/ Antonius müsse mit demPalm/Zweig ernes Blut-Zeugenö inden Himmel gefahren seyn.

Zu grosser Verwunderung/ undVorrhei! des Catholischen Werfenshat auch die Bekehrung des Wohl; Ed-len Herrn Conradini Planta von Ma-lantz ausgeschlagen. Difer gleichfalsvon den Predigen / in welchen der wah-re- Diener des reinen Evangelij dieGortslästerliche Glaubens - Satz Cal-vini/ Lutheri/ und deren Jrrthums-Anhängcren auf die Sonnen - helleSchau geführet hat / aufgewecket / undvon denen darzuschlagenden GöttlichenGnaden-Strahlenerleuchtet/dieFalfch-heit seines bißherigen Glaubens ver-worsseu/ und sich zu dem Catholischenin Kraffr öffentlich-feyrlicherBekandt-nuß geschlagen : Darauf seinem Vat-tcrland / Anverwandten / und Freun-den eine ewige gute Nacht gesagt/ sichaller zeitlich in Pündten ligender Haab-schaffren williglrch verzogen / und da-mit er von allen Gefahren widerum

rückfällig zu werden/ entfernet wäre /in dem etwas entlegenen Veltelinhauß-hablich nioerzulassen / allwo er auchseine übrige Lebens-Zeit als ein from-mer Catholischer Christ rühmlich be-schlossen.

Heu Grass Rudolph von Salis/ein Persohn sehr vornehmen Herkom-,mens hat auS den angehörten Predi-gen dises Mißionarij solche Erleuchtunggefchöpffet/ daß er seiner Irrthümervollkommentlich überzeuget / sich demDrener GOttes gefangen gegeben.Nachdeme er in denen nothwendigenLehr - Stucken des Römischen Glau-bens genugsam belehrnet wäre/ son-derbahr in der Geheimnuß des Aller-heiligsten Altar - Sakraments / ist er' hierzu gantz andächtig worden/ daß ermit seinem vorzaigenden Beyspihl mehrandere zu anbettender Ehrenbietigkeiregen eben disem unbegreifflichen Ge-eimnuß angefrischet/ wie er an einemestimmten Tag sich in der Kircheneingefunden / dem Göttlichen Ambt bey-zuwohnen / und das Wort GOttes an-zuhören / hat er nach vollendtem disemmir lauter Stimm den Catholischen-Glauben bekennet / und zwar mit sol-chem eyftjgem Ernst / daß vil andereCalvinisten zusamt ihme ihre Stimmen

erhebt / und sich öffentlich Catholisch er-kläret / mit Mund / und Hertzen. angelo-bende / ihre Glaubens - Bekannrnußmit ihrem Blut zu unterzeichnen / undvor die Wahrheit Catholischer-Religi-on Leib/ und Leben darzuschiessen.Wiegewiß ihnen die Austruckungen vonHertzen gegangen/ hat es sich in demgezaiget/ weil keiner aus ihnen unterso schweren Vertolgungen der Calvisnisten jemahl hat können überredet wer-den / von dem wahren Glauben/ zudem sie sich einmahl bekennet/ widerumabzuweichen.

Rudolphus von Gugelberg/ einerder vornehmsten zu Malanz/ ein Massgrosser Geschicklichkeit; da er einsmahlsvon dem Diener Christi gehöret/ wel-cher gestaltende Feind Römischer Kir-chen in öffentlichen Irrthum lebten/ isthierdurch über alle Massen beleydigetworden; dahero er ihne zu einer öffent-lichen Disputation heraus gesoderet /vertrauende / daß er mit unumstößlichenGründen versehen/ und dem Capuci-ner weit überlegen/ Visen' gantz gewißübermaulen/ und überwinden werde.P. Fidelis nihmt dlse Ausforderunggar gern an / und erscheinet ordentlich.Diser Glaubens-und Wort-Streithat in Beyseyn einer grossen MengeVolcks vil Stund gedauret; aber all-reit zum Nachtheil- und Underlag derCalvinisten. Endlich als Rudolphuswohl gesehen / daß er weder mit zuläng-lichen Antworten/ weder mit bündigenBeweißthümern mehr könnte auf kom-men / hat er gantz beschämet das Feldgeraumer/ und bey eitler Nacht einemPrädicanten zugeloffen / sich bey ihmeRaths zu erhöhten. Nachdeme er di-sem den völligen Verlaufferzehlet/undihne gefragt/ ob er nicht andere/ undgewichtigere Argumenten im Vorrathhätte/ disem Capuciner darmit dasMaul zu stopffen/ und zum Stillschwei-gen zu verdammen ; hat er aus dessenkahlen Antworten/ und umbegründe-ten Geschwätz gar bald gemerckt / daßer ein Ertz - Ignorant, ein unwissendertreuloser Kerl seye/ der nichts andersgewußt/ als wider die Catholische /und ihren Glauben mit seiner Schmähl-Zungen zu fechten. Worüber sich dassRstdolphus gantz veränderet/ und wi-der sene Secr ereyferet/ dero er biß da-hin mit solcher Hartnäckigkeit angehan-gen. Von Stund an wird er schlüs-sig dise aufzugeben. Folgenden TagSdahero stellte er sich dem Diener Chri-sti vor / verflucht frey / und ungetrun-gen die Calvinische Glaubens-Lehr fund verstehet sich öffentlich zu der Cartholifchen/ mit grosser Erbauung mehr

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