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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Capucincr/ und Märtyrer. 48z

auch ein Layen - Bruder/ der vor dr-sem ein erfahrner Apothecker zu May-land wäre/ haben alle bezeuget / daßsie dergleichen Blumen-Arth niemahlgesehen. Ist dannenhero gar leichtzu ermessen/ daß GOtt durch dise auß-erordentliche Blum uns zu wissen ma-chen wolle; daß gleichwie sein getreuerDiener in dem Seraphischen-Para-deyß - Garten sich allzeit Lilien - mäßigaufgeführet; also auch anjetzo in dasHimmlische Paradeyß als ein blühendeLilien versetzet seye: Auch sich auf th-ue jener an denen Festtägen eines Mär-tyrers Kirchen - bräuchige Lobspruch -guttus germinavit, iicur lilium , & flo-rebit in aeternum ante. Dominum i

Zum voraus geschickt habe.

Disem Wunder ist gleich ein an-ders aufdem Fuß gefolget: Es habensich die Capuciner natürlicher WeißNichts anders einbilden können / als einvöllige Verwesung des allda schon vor6. Monath begrabenen Leichnams ih-res seel. Mit- Bruders : Anerwogendas Orth der Begräbnuß ein offenerder Unstimmigkeit der Witterung aus-gesetzter Platz wäre. Jedoch habensie dlsen an ewigen Fleisch -Theilen nochgantz frisch / und in solchem Stand ge-funden/ als ob er nicht längsten vor-hero in das Grab wäre eingesenckt wor-den ; ein über alle Massen lieblich ausdisem Todten - Cörper emsprüngendetGeruch hat das ohnfehlbahre Wunderwerck noch mehr beurkundet; worüberdann alle in Erstaunung; aber auch ineine nicht geringe Verwirrung gerat!)?/indem sie keine andere Geschirr/ denvölligen Schatz Zu erheben/ als einigeSporthen/ die abgelößte blosse Ge-beiner kümmerlich einzupacken/ bey sichhatten. Dahero sie ausser des vondem Leib allerdings abgelößte HauptS /und der lincken auch allerdings von demArmb abgesönderten Hand sie weiternichts mir sich zu führen vermöcht. Ha-ben derowcgen das Grab / und alleswider in Ordnung gerichtet / und denRuckweeg nacher Feldknch genommen.

Nachdem derBischoffzu Chur sol-ches wunderlichen Vcrlauffs verstän-diget worden / hat er Verordnung ge-than/ das Haupt/ und übrige von de-nen Heiligthümeren solle gleichwohl de-nen Capucineren eigen verbleiben; a-ber der übrige Leib solle seiner Thum-Kirchen als ein Erb / und Zierde Heim-fallen. Solcher Verordnung hat manunser seitsdas Haubt neigen/ und zu-friden seyn müssen. Bald darauf istder Leib in eine Todten - Küsten ein-geschlossen/ auf einen gezierdten Wa-

P. F. Murer } Die H. Schweitz.

gen geladen/ und nacher Chur über-führt worden. Mit disem mustt manunter Weegs zu Mayenfeld einstellen/der Vegierd/ und Andacht des Volcks/sonverbahr des Herrn Generalen GrassLudwig von Sultz / dene sehr verlang-te in drsen H. Reliquien die H. Seelseines lieben Freunds zu verehren / einGenügen zu thun. Die Ankunfftsokostbahren Schatzes hat unter den Bür-geren ein allgemeine Freud/ und Fro-lockung erweckt ; welches aber garbald unterbrochen/ und in eben so gros-se Traurigkeit/ Heulen/ undWeynenist verstummet worden. Ein entsetz-liche Feuersbrunst/ so bey eitler Nachterstanden/ hat schier die gantze Stadteingeäscherer: Die immer weiter / undweiter/ von Hauß/ zuHaußkriechen-de Feursflammen errelchten auch dasHauß des Herrn Generalen/ in wel-chem der H. Leib in Verwahrung stun-de ; kaum hat der Herr Grass wahr-genommen/ daß seine Wohnung disemunbändigen Element ein Brand -Opf*fer werde abgeben/ hat er weder Mu-he noch Mittel / noch Anschläg unter-lassen sein Quartier von dem Abbrandzu erretten s wie er aber nichts ver-fänglich gesehen / und allbereits dahingeschätzet/ har er doch in das jenigeGewölb eingerrungen / wo der gedene-deyte Leib eingeschlossen war/ solchenvor den Feurstammen zu versicheren :Aber die alle Gebein der Heiligen be-sorgende Vorsichtigkeit GOtces / istder Sorgfalt des Herrn Graffen vor-gekommen ; Massen er zu seiner unbe-schreiblichen Verwunderung gesehen /daß die Flammen schon das Zimmer /wo diser H. Schatz derselbtgen warte-te/ angeflacket/ und die Mauren zwarangegriffen ; aber nur / als wollten siedemselben im Fürübergehen einen Kußgeben / ohne die minvrste anoere Be-schädigung einiges Dings/ weil die vi-fem Heiligthum gehörige Ehrerbietungeuren Marckstein gesetzt/ den dieseibige.nicht überschreiten sollten. Dises hatin dem Gemüth des Herrn Generalendie Verchrung zu disem Heiligen ver-grösseret/ und das Vertrauen gegebenvon dem Allmächtigen GOtt noch einanderes Wunderwerck zu erwarten:Vefilcht das Ehrwürdige/ hinterlegteGurh in Mitte des Lagers zu über-tragen/ und in seiner eigenen Zeltenzu verschildtwachen. Und sehet daftein neues Wunder! Nach der gantz ein-geäscherten Stadt war es schon an de-me / daß das angelegene Schloß auchdaran müstre; ja zwey von Holtz ge-machte Revellins, auch der grosse Thurnan der Mauren schon in der Flammenstunde/ also daß die Soldaten schon

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