Capucmcr/ und Märtyrer. 497
disem wohl-meynenden Rath gefolget /empfindet sie in -sich einige Bewegungendeß Kinds/welches sich biß bahrn gantztodt aufgeführet; als mann dises gleich-sam vor Freuden aufhupffend/ und derMutter ein baldig glückliche Entbün-düng.verkünden wolle; wclche dann auchkurtz hernach zu männrglichen Frohlo-cken erfolget.
Von eben dergleichen Ergebenheitkan auch Nosina Ärdecherin zuGambs/zwey Stund von Feldkirch svrechen.Dlje neben unsäglichenKinds-Schmer-tzen harre auch ihre gewisse Anzeigun-gen ctrtcr abgestandenen Leibs-Frucht.Von beeden difcn schwären Anligen be-freyet zu werden thäte sie nur eins: SieVerlobte sich auf eine gewisse Arth gegendcmsecligen Märtyrer. Und gcdencket/unter wahrender ihrer Anrnffung ver-spühret sie schon Hülffvon oben herab /weiche dem todten Kind das Leben; ih-ro aber die Leichtigkeit hergebracht / das-selbe glücklich zu gebühren ; so sie zurDanckbahrkeit / und ewiger Gedächt-unß Fidelis hat taussen lassen.
Summa! Gleichwie der seeligeMannselbsten durch einen sonderlichen Bey-stand deß Himmels von seiner Gefaür-und Schmertzen-leydcnden Mutter Ge-novefa hat müssen gebohren werden /also hat er auch von GOtt sonderbah-re Knifft bekommen / denen GeburtS-Gefcrhren abzuhelsten: welches mit Bey-spihlen dem tausend nach könnte beur-kundet werden. An deren Stelle sollcuics genug seyn/in welchem Anna vonGeiß aus dem Dorff Gasis mit ihrenUnkosten die vornehmste Persohnenvertrerten. Dann sie unter der Preßgcwalrthütiger Schmertzen seusttzend /ehender zu sterben / als zugtbahren ver-meynte. Die so vil als gewisse Muth-maßung innhabender todten Leibs-Frucht wäre ein Zusatz ihres höchstenLeyds. Jndeme auch keine Hoffnungwenigist die Mutter lebend zu erhalten/ist ihr Bruder / Johannes mit Nah-men / auf den Gedancken gerathen :Don denen Capucineren die Strick-Gütel deß seeligen P. Fidelis auszu-betren / und die sterbende darmit um-zugürten. Es geschickt/ und mit so er-wünschten Erfolg/daß nach einer leich-ten Geburt sie gleichsam selbst vomDodt zum Leben gebohren worden.Der auf dem Hertzen ligende Stein derBetrübnuß wollte nicht zulassen sichvollkommentlich ru erfreuen: Ein todtesKind/ an welchem auf hefftiges er-schüttlen kein Leben hat können erkun-diget werden / wachte die Mutter un-tröstlich. Doch hak ße aus eigenem
Trib den seeligen Fidelem nochmahlenangeruffen / ein grosse Sach l über einWeyl nach knrtzem Geberr hat sie einlebendiges/ frisches Kind vor ihr ligen/welches holdseelig lachlend die Handleingegen ihr ausgestreckt / deroselben gleich-sam die Thränen von den Augen abzu-wischen / mit denen sie es als todt be-weynet. Stimmeten dahero alle ge-genwärtige ein innigliches GOtt < Loban / und preisetcn die Göttliche Barm-herzigkeit / die sich fort / und fort in demseeligen Märtyrer offenbahr machte.
Nun wollen wir diser Erzehlung denBeschluß geben/unter schuldigen Bey-satz alles möglichen Lobs / und danck-bahrlicher Erkandtnuß gegen der Aller-höchst / und unendlichen Majestät GOt-lcs / um das höchst dieselbe sich gnädi-g»stgefallen lasten bey Visen letsten Zei-ten seiner Heil. Catholischcn Kirchen /und sonderheitlrch unserem mindistenOrden einen solchen Helden zu erthei-len / dessen ausbündige Lugenden unsals ein mächtiger Antrib auch in jeneFußstapffen / welche er also unerschro-cken vorgetrucket/ hertzhastt einzutret-ten vermögen sollen. Mit / an stattdeß lotsten Sigills/ Visen Zeilen beyge-geheffteken bittllchen Ansuchen/daßdeeGlorreiche / und an Wunderthaten softuchtbahre Blut. Zeug Christi dersel-ben ferner Ausgiesiung/ welche ihm derAllmächtige GOtt in solchem Überflußerrheilkt/zu aUzeit grösserer Erhöhungder H. Römischen Catholischen Kir-chen / Erbauung der Wahrglaubigen /Erspriesiung der Catholischen Fürsten/vornehmllchst aber zur Versicherungder von allen Ocsterreichisch Gesinntenvor die Glory deß Kayserlichen Throns/Unterstützung der gehorsamst getrcui-sten Unterthanen / und Beschützung derwahren Kirchen so heiß erseufftzeten /als höchst nothwendiger Ertz Hertzogli-cher 8uccelllou, fortsetzen wolle.
Ja dises/ O unüberwindlicher Blut-Zeug Christi / solle vermahlen dein ei-gentliches Geschäfft seyn .' dises wider-holle ich / solle dein bey dem Throndeß allerhöchsten angelegenliches Wer-ben seyn / um dardurch deß Kayserli-chen/ Königlichen Ertz. Hauses allereyftrigistes Mitwürcken/ und bey dem Rö-mischen Stuhl mächtigistes anlangenerkanntlich zu belohnen; als deme dudie diser deiner Seeligsprechung / unddie von allen sowohl höchsten Welt-Regenten / als sammentlichen Land /und Leuthen auf Erden zugewartend-und erhebende öffentliche Verehrung /und Glory zuzuschreiben hast: Nehmlichvon dem Himmel auszuwürcken / daß
zur