II
Joh. Fr. Tiede, känigl. Konsistorial-rath und Pastor zu Schweidnitz schriebim Jahre 1783 . in einem größer» Wer-ke auf mehrere Alphabete seine Abend-andachten auf jeden Tag des Jahrs,worinn er unter andern sagt:
„ Es ist unbegreiflich, warum Men-» scheu» besonders Ehrgierige so un-, gern bethen» indem doch das Gebeth,»als ein Gespräch mit Gott» mit dem, Allerhöchsten, von solch großer Wür-,de ist. Der Gefangene, der durchs»Gitter mit dem größten Monarchen»vertraulich reden dürfte» ist ein viel, zu schwacher Vergleich von der Ehre,,die uns das Gebeth» als eine Unter-, Haltung mit Gott giebt. Und wenn»mich mein Fürst gnädig anhört» so»mögen seine bordirte Bedienten im»Vorzimmer auf mich sticheln, wie sie»wollen." — Wiederum anderswo:
„Jedes Gebeth ist eine Unterhal-»tung und Gespräch mit Gott » das»uns weis und ehrwürdig machet;, denn aus einem Gespräche mit diesem, Weisesten und Allwissenden lernen wie1 mehr Lugend, und mehr wahre Glück-A 6 „se-