Die 41. Linderlehv. 247
Darf man nicht Ehr begehren?
JaEhr ist ein grösseres Gut alsReichthum/ und darf man beyde begeh-ren / aber nicht mit unmäßiger Begierv.Was ist unmäßige Äcgierd ?
Die Welt hat das Maas der Ehrverlohrev/ und will jedes das höchsteAnsehen haben/ doch niemand hoffär-tig seyn; alsdann ist die Begierd un-mäßig/ wann sie mehr Ehr haben will/als göttliche / und menschliche Gesätzzulassen.
Wer weißt was sie jedem zulassen?
1. Sagt einem jedem sein eigen Ge-wissen/ was er würdig ftye. 2 Mei-den es die obrigkeitliche Gesätz oft aus-druckentlich; als in den Mandaten wi-! derben Kleyder-Pracht/rc. z.Erken-
net es jeder leichtlich aus seinem Stand.4. Auch aus seines gleichen anderenLeuthen. 5. Aus der Nachred der an-deren ; dann jederman redt wieder dieHoffart/ weil sie jederman hasset/und, doch schier niemand meydet.
. Ist kein gemeine Reg»!/daraus jedersehen kann/ ob er hoffartig seye?Ja: So bald einer den anderen ver-, achtet / oder den jeuigeu / der (seinesi L 4 Stands/