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Die Clösterliche Disciplin in kurtzem Begriff auss den Regeln, und Geistlichen Lehren der H.H. Vättern / in Lateinischer Sprach zusammen gezogen durch R.P. Amandum Krenner von Lambach, Ord. S. Benedicti jetzund aber in Teütscher vorgestellt von R.P. Henrico Hegner Priestern dess Hochlöbl. Gottshauss Wettingen, dess exempten Cistertienser-Ordens, der zeit Beichtigern dess Hochwürdigen Gottshauss Magdenaw
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89
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Die Lästerliche Disciplin. 89

koset/und gütlich thut/das machet derHochmuth. Wer nit weist sein eigenGemüth zu manigen/ der wird vil we-niger wissen/ dlß andern zu thun. Einfeindseliger raucher Ermahner er-wecket nothwendig bey den Unterge-benen Haß und Verdruß. Ein trü-bes Angesicht und harte Wort zer-störet die Gemüther/ richten sie nichtauff. Es ist alle Zucht umbsonst/wannsie nicht durch die Holdseligkeit derSitten angenehm gemacht wird. Derliebet fürwahr die Undergebene garnicht/welcher mit Hochmuth regiert.Es ist kein glantzender Edelgesteindann die Demuth/welche vornemblichan allem Zicrath eines Hohen Prie-sters hervor leuchtet: Dann s §) jehöcher einer über andere tst/je vortreff-licher scheinet er auch über sich sech-sten durch die Demuth. Wer in einerhohen Würdigkeit durch holdseligeSlttsamkeit sich gegen den Underndemüthiget/ der erhöchet andere / undauch sich sechsten. (§) Bißweilen dieAuthoritat nicht brauchen wollen/

F 5 machet