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Der Heilige Othmarus der beste Schutz- und Kirchen-Patron : der Löblichen Pfarrey Andwil in einer Ehr- und Sittenrede vorgestellet, nach fünfzig Jahren von Errichtung der Pfarrey den 16.ten Tag Wintermonats im Jahr 1781 / von Iso Walser, Capitular zu St. Gallen
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Helden-Tugenden, und große Wunderwerke stellen seine große Heilig-keit an das Lichte. Aber durch die Wege der unschuldigsten Reims-kett, und der unüberwindlichen Geduld/ hat ihn GOtt zur Heiligkeitgeführt. Also singet die heilige Kirche in seinen Tagzeiten : le Mio vir-

Lwiras, re purpurä lVIgri^rinm, re veüir innocenlig /X^nr novelli vel-

lere. Dich zieret mit der schneeweißen Lilien die Iungfrauschaft , mitdem Purpur die Marterwürde, dich kleidet die Unschuld, mit der Eigen-schaft eines zarten Lammes. Und wiederum: 8an<üum §emma cmAircvrons verricem, Lonfellionis cgnäiäs, pgllionis rudea. Dein hei-liges Haupt umgiebet eine doppelte Krön, die Meiste der Reinigkeit, unddie Rothe des Leidens und der Marter. Seine Unschuld beweiset seinganzes rugendvollcs Leben. Als er noch zu Chur die ihm anvertrauteKirche verwaltete, war er schon an Gelehrheit und Heiligkeit berühmt,und sein Lob verbreitete sich so, daß er deshalben zur Abtey St. Gallenberufen worden. Sein vieles Wachen und Bethen, sein vieles Fasten,die Freygebigkeit gegen den Armen» die tiefe Demuth, mit welcher er denAussätzigen die Füße waschete; diese sind die Tugenden der reinen undunschuldigen Seelen: Wahrlich in dem heiligen Vater war nichts alsheilig und unschuldiges.

Sre wiss-n Hochwertheste! von welch großen Laster der Unlau-terkeit er beschmutzet, angeklagt, und als schuldig verdammet worden:Aber GOtt hat seine Unschuld auf verschiedene Weise erkläret. Der hei-lige Vater hat vor Gerichte seine Unschuld mit einem Eidschwur bestat-tet. Ich rufe GOrr zum Zeugen an, sagte er. Als er weiters schwie-ge, und nichts mehr zu seiner Ehren - Rettung reden wollte, ward erder Abtey entsetzet» und zu dem Kerker verdammet- Es ist zu bewun-deren , das dieses ungerechte Urtheil an Othmarus vollführet worden;obwohlen der falsche Ankläger und Zeuge Lambertus gleich auf der Stel-le von dem gerechten GOtt gesirafet worden, da er erkrummet, und mitdem Angesicht gegen der Erde gebogen, wie ein unvernünftiges Thierdaher kriechen mußte, seine Sund bekennete, die er wider den heiligenMann begangen: Verlo rerrsm vulcn, g<z inügr ynsärupecirs in-tlexus, omni rempore in lsnttum OKI ls peccsvills fgrebamr. Auchder Richter Sidonius selbst ist eines schändlichen Todes gestorben. Durchdiesen Weg der Unschuld hat die Weisheit den Gerechten gefuhrct; undso harte Verfolgungen zugelassen, damit die Unschuld desto mehr leuchte-te, und bekannt wurde.

Zwey besondere Beyspiel der reinen Unschuld lesen wir in göttli-cher Schrift, vaniclis MN rz. Lap. wird die merkwürdige Geschichte

der