Buch 
Das Licht der Heiligkeit, im Licht der Herrlichkeit : das ist: Lob- und Sitten-Rede auf den heiligen Johannes von Nepomuk den 18.Mai 1781 an der Bruderschafts-Feyerlichkeit in der Kirche des heiligen Kreuzes nächst St.Gallen / von Johann Michael Aichmüller, Ss. Theol. & Ss. Canon. Cand. Pfarrherrn zu Oberglatt im Doggenburg
Seite
7
JPEG-Download
 

besten Fortgange die guten Lehren, und seinen Mitschülern gaber schon die helleuchtendste Beyspiele der Tugend und Heiligkeit.

Auf solche Weise hat auch Johannes beym Aufgange sei-kier Jahre wie ein andrer 'Jakob beym Aufgange der Sonnedem Geber alles Guten den Segen, und die weiteren Gnadenabgedrungen, Zu leuchten vor den Menschen/ daß sie, wie E-n.er, den Vater ehren, der im Himmel ist.

Der himmlische Gnadenruf bestitnte ihn zur geistlichen Wür-de eines Priesters, hier fand seine brünstige Andacht den voll-ständigen Raum, und schlug» gleich einem Feuer, wenn es- .he Luft gewonnen , in helle Flammen aus , wie errörhee fem ^ vu.Angesichc l wie flammet es, da er täglich das unblutige Opfer,diesen allertheursten Werth - seinem GOtt und HErrn entrichte-te ! er gliech einem Moses, dem seine mit GOtt gepflogene Un-terhandlung Stralen an die Stirne gesetzt,und dessen Angesicht miteinem himmlischen Schimmer glänzend gemacht.

Seine Gottseligkeit - Und Gelehrheit erwarb ihm baldjene erhabene Stelle unter den Hochwürdigen pragerischmDommherren, und in diesem herrlichen Chor lauter frommer» undgelehrter Männer, wie stund unser heil. Johannes empor? wieeiner aus den liebbrennenden Seraphinen, deren unabläßige Be- .schäftigung ist, das dreyfache Lobgesang : Heilig! heing! hei-tmabzusingen: Ach freylich war dieses auch seine beständige F-Beschäftigung, und so wenig die Sonne bey heiterm Himmelihren Glanz, so wenig konnte dieser große Freund Gottes dieFlammen seiner brennenden Liebe bergen«

Jedermann erstaunt diesen seltenen Lugendglanz, einer lis-pelt dem andern ins Ohr, viele reden laut, alle wünschen ihnnoch höher auf dem Leuchter der Kirche zu sehen. Wirklichwürd ihm auch das entledigte Bißthum Leitomischel, und diereiche Probstey zu Wischerad angetragen; allein der heil. Prie-ster verbittet sich beyde so erhabene Stellen, auf daß ehrerbie-tigste : Wunderding! hieß es: da doch andere, nach viel ge-ringeren , oder durch menschliche Vorrechte der Geburt, oderDurch ( wer weis wie i erworbene Empfehlungen, oder andereniederträchtige Intriguen» und Schmeucheleyen in die Wette-aussen: Ach! nicht also Johannes, er nimmt sie nicht einmal

an»