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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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S Luciusnimmt denChristlichenGlauven<m/ undlasset sichTaugen.

C Luciusverlassetsein König-reich denChristlichenGlaubenz »verkün-den.

Ick Von H. Beichtiger/ und König Lucko

es Camdenus in Nennio verdolmet-schet) König in Britannia oder Engel-land erwählt/ um das i? 9 -Jahr Chri-sti zur zeit Papst Soteris/ und Käy-fer Marcij Aurelij Antonini Philosophi:Ein Sohn Königs Cöilli/ ein EnckelMarij Marcij oder Mannst/ ein Uren-ckel Arviragi 5Tönigin zu grossen Bri-tannien/ war von Jugend auf einesfrommen/ redlichen/ und aufrechtenGemüths / dem Christlichen Glauben /und Christen Menschen wol geneigt /und viel günstiger als den verblentenHeiden/ und abgöttischen -Opfferwer-cken. Dvrffte doch schwerlich den Christ-lichen Glauben annehmen/ aus ob an-gezogenen Ursachen/ biß er eygentlichbericht worden / daß vil Rathsherren/Ritter/ und Patritijoder Geschlechterzu Rom discn Glauben angenommen /und ohne alle Scheu öffentlich bekanten.Derowegen alle Forcht hindan gesetzt /schickte König Lucius Anno i8z. seineehrliche Legaten oder Gesandten nemm-lich Elvanum / und Meduinum/zweenfürnehme Englische Herren/ nachRoMzu dem Papst Eleutherio/ ihne zuer-suchen/ und zu bitten / in eigner Perfohnin Engelland zuschissen/ oder aber andereChristliche gelehrte/und eyfferige Mänetverordnen/den Christlichen Glaubenumständlicher/ und klärer zupredigen/und zuentdeckcn. Also waren von ge-sagtem Papst Eleutherio zween vor-nehme Männer Fugatius/ undDona-tianus(oder Damianuswieihn anderenennen ) nach Britannia zum KönigLucio abgesant/ und so viel underwisen /daß er samt seiner Schwöster Emerita/und der seinigen auch ein grosse MängLUnderthanen / den H. Laufs annahmen/Christlich/ und Tugenthafft lebten /und täglich in dem Glauben / Und gu-ten Wercken zunahmen.

Nachdem nun wie gehört S. Lu-cius den H. Laufs empfangen/ und inallen Glaubens Articlen genugsam un-derwisen / ward er durch dem H. Geistentzüd/ und angetriben/ die Welt/und sein Königreich zuverlassen/ Unddie Gnad des wahren Glaubens so ih-me aus Göttlicher Barmhertzigkeitmit-getheilt worden auch andern Heiden/und Ungläubigen durch Predigen/Er-mahnungen/ und Exempel mitzuthei-len. Sonderlich weil er sahe daß nachdem sein Königreich durch geistlicheSeelsorger/ auch durch die Seinigewol versehen/ und wol angeordnet/ ermit gutem Gewissen solches verlassentönte; und deßwegen bey frembden /und verblenten Heiden grösseren Nutz/und Frucht schaffen/ als eben zuHauß. Derowegen der H. Luciuswillige Armuth auf sich nähme/ und

in Pilgersweiß auß Engelland/ überMeer in Franckreich/ von dannen inBayeren / auch an den Lech sich bege-ben/ und da er also vil Lands durchzo-gen / vil Mühe / und Ungelegenheit /auch Arbeit außgestanden / doch nichtohne Geistlichen Nutz / und pflantzungdeß Christlichen Glaubens; käme erauch endlich in die Nider Rhätia/unddaselbst in die Statt Augspurg/ da erden Saamen der Christlichen Lehr ge-saet; dardurch dann viel Heiden zudem allein seeligmachenden Glaubenbekehrt worden in deren Zahl war Cam-pestinus mitsamt den Seinigen/ undgantzen Haußgesind / der einer der für-nehmsten Herrn der Statt war: dieübrige Bürger aber der Statt / so indem Heidenthum verharreten / habeneinen mächtigen Haß auf Visen GQtt-seeligen Lehrer gemorsten/ und ihnemit ungebürlichen schändlichen Wortenschmählich angetast ; darbey es nichtbliben/ sonder haben mit Steinen nachihm gemorsten / und endlich in einenliessen Galgbrunnen oder Sod aestür-tzet/ auß welchem ihne etliche Christ-gläubige/ als er halber Todt war/wi-derum herauß gezogen/ und seiner/nach ihrem besten vermögen / gepflegt/und zu der Gesundheit geholffen.

Demnach aber Lucius jetzund seinKrafft so viel erholet hatte/ daß erwandern möchte; zöge er von Ang-spurg (nach dem er seine bekehrte Schäf-iein gestärckt/ und getrost/ auch an-dern befohlen)hinauf in die alte grau-en Rhätien/ in welcher Reiß er überderkucAnriorutn, und Mionum Rhein-gäuer/ Und Eschener Gebürg/ undü-ber den Bühel / ob dem jetzt das SchloßGuttenberg/ gezogen; dannen her esdaselbsten noch heutiges Tags OivusOivi 1-uciji St. Luciö Steig genanntwird. Von dannen zöge er Mit sei-ner leiblichen Schwester S. Emerita /und käme an das Orth/ und Platz/danachmahlen die Statt Chur erbaue» /machte ihme ob den beyden SchlössernSpinöil/ und Marsvil(Dorn in Au-gen / und Krieg in Augen genennt/Undder Römischen Landpfleger Wohnungwar/in einem Berg/ bey tausend Schrit-ten von den Schlossern ) ein Wohnung/so noch S- Lucis-Löchlein zu diser Zeitgenannt wird. In diser Holm bereit-leren dise beye heilige Geschwisterte sichsiben gantzer Lag mit Casteyung ihresLeibs/ Fasten/ und andächtigen eyftftrigen Gebett; damit sie nützlich denChristlichen Glauben verkündigen/ undeinem so groben/ wilden Nolck predi-gen könten. Darauff tratte der H.Apostolische Mann Herfür / und mitsanfften Worten verkündigte er den Al-

kommt inBayer- .lind / »nkAugspurg.

6a». 4.

S küeiUsjiecht inBündenkommt gckChur.

Predigetden Christ«lichenGlauben