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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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vahrk il /und Gele.fl-'nh'ik deßEgnptischeL^nds-

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<7lp. ».Von St-Maurilij /und seinerGesellschaftV-'tdr»land / undHerkvnkn-

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Egopien-

Von dem H. Ritter Mauritio/

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Gypten das alte/ und viel-geloble Land/ Den Tag-reiß von Sicilia gelegen /wäre vor Zeiten so groß /und weit/ daß es zwantzigtausent Stäkt hatte; soFruchtbahr / das es ein offnes Korn-Hauß der Welt hiesse/ und die umli-gende Bölcker zu Hungers-zeitenerneh-ren/ und erhalten könte. Und solleLhebea die Hauptstatt des gantzenLands gewesen sein/ hiesse bey denGriechen L.x«-7-o/t7rv/w>- darum / daß siemit hundert Porten / oder Thoren ge-waltiglich befestiget/ und geziert war;auß welcher auch das gantze EgyprischeLand seine König erwvhlte / und nachS. Hieronymi Meynung solle die Land-schafft Thebais eben die jenige seyn/soim alten Testament lerra äsllen ge-heißen/ und von dem grossen Patriar-chen Jacob / und Kindern Israel be-wohnet worden. Zu Visen unsern Zei-ten ist dife grosse Statt Theben gantzzerstört/ und zerfallen / so dann nichtweit von Akayr ( die dann auch Ba-pylon/ und MemphiS geheißen) gele-gen. Cs ist auch beweißlich daß derChristliche Catholische Glaub/ durchS- Marcum den H. Evangelisten / understen Alexandrinischer, Bischofs/ beyder Apostel-Zeiten in Egypten/ undzu Thebea verkündiget worden / wieS. Hieronymus bezeuget.

Auß disem EgyprenLand/ und inder Statt Thebea ward St. Mauriti-us / und sein glorwstrdige Gesellschafftmeistentheils gebohren/ und herkom-men/ deßwegen sie auch in allen Histo-rien Thebani/ oder Thebaidi genenntwerden. Und ob gleichwol unbewußtwas Stands / Namens / Gewalts /und Ansehens St. Mauritij/ und sei-ner H. Gesellschafft Elteren / und Vor-fahren gewesen / ist doch nit zu zweiffeln /das-Mauritij/ Candidi/ Secundi/In-nocentij/ Epuperij/ Victoris/ Con-stantini/ und andern Befelchs haberndiser gantzen Legion Eltern fürnehme/und grosses ansehens zu Lhebea Leutgewesen : Sie auch / ihrer Kinder be-ende Jugend der gestalt angelegt / daßsie mehr lob »is als tadlens verdienten /und habe Mauritius von Iudend aufein sondere Neigung zu Kriegssachengehabt/ und sich / als ein rechter Kriegs-Held erzeigt. Zu Visen Zeiten erhubsich in Egypten ein grosse gefährlicheEmpörung/ darauf nicht ein geringerJammer/ und Eilend in Stätten/undFlecken entstanden/ weil sich ein aus-ruhn,eher Hauptmann mit NammenAchilles / sechsten ausgeworffen widerdie Römer/ und Römische Reich/undein grossen Haussen zu sich gezogen /

fürnehme Statt/ und Plätz eingenoh-men/ und das Land rebellisch gemacht;also das beyde Römische K'äyser / Dio-cletianus/ und Maximianus/ mit ge-waffneter Hand / gesagten Achiliem zuüberziehen/ gezwungen wurden/ undgewaltiglich überwunden/ doch nichtohne mercklichen Niderlag deß Käyser-lichen Kriegs-Heers/ straffte daraufdie fürnehmsten Egyptischen Stäkt /stürtzte ihre Mauren zu Boden/ son-derlich in Alexandria/ Caspo / undBusiride; Thebea aber hielte sich all-zeit zu dem Römischen Reich / deßwe-gen sie bey dem K'äyser grossen Gunsterlangten / also daß er diser Statt dasgantze Egyptische Land vertraute zu re-gieren/ und in schuldiger Gehorsam-keit gegen den Römern zuschalten. Undzu diesem fürnehmen erwöhlte K'äyserDiocletianus Mauritium zum Oberstenüber alle Thebeer daß er mit seinerThebaischen Legion/ und Volck/ inEgyptenland verbleiben solte/ die Em-pörungen ab zustellen/ den Friden zuerhalten / und gute Policey Anzustel-len.

Als nun nach so grosser Aufruhr /wie gesagt/ das gantze Egypten-Land/durch den K'äyserlichen Gewalt/ widergestillet/ und durch den teuren RitterMauritium in die Ruhe kommen / hatSt. Mauritius bey seiner gantzen The-baischen Legion so vil vermögen / diemeistentheil alle gute Christen/ und imChristlichen Glauben gebohren/ auchdamahlen ohn ferr von dem H. LandPalestinä im Winterleger hielten/ undlagen/ daß sie sämtlich auß gutemEyf-fer/ und Andacht/ dem AllmächtigenGOkt zu Ehr?/ und zu ihrer Seelö Heyl/ein Christliche Wallfahrt nach Jerusa-lem/ und dem heiligen Land/ für sichnahmen/ die H. Plätz unserer Erlö-sung/ und Seeligkert Christlich zu be-suchen : da sie dann der Gottseelige Bi-schofs Zambda von Jerusalem angetrof-fen/ sonderlich empfangen / und imChristlichen Glauben underwisen/ wel-che nit getaufft waren/ wurden vonih-me getaufft/ und so wol die neu getauf-te / als alte Christen/ in allen Glau-bens stucken underwisen / und aufge-munderet/ darzu dann ihnen grossenAntrib gab/ und erweckte/ dieBesu-chung der H. Oertern / und Plätzen /daran GOttes-Sohn Christus JEsusunser Seelen Heylgewürcket / die Mar-ter gelitten / und mit seinem kostbahr-lichem / und Rosenfarben Blut uns er-kauffet; damit war die gantze Lhebai-sche Legion zum Christlichen Glaubenbekehrt/ und von dem H. BischofsZambda getaufft/ daß erschallete baldim gantzen Egyptenland / und käme

Gk. Moritzwird vomKäyscrium Ober«sie» bestelltüber die Le-gion.

e-?. r-

Haltet gutRegiment/und liehtmit den sei-nen in dasH. Land.

werden al-le Christen/lind ge-kauK.