<58 Von dem heiligen Fridolin/ Abt/ und Beichtiger.
getreuer Patron / welchem wir nachGStt so vil schuldig seynd / ich laßmich m diser Noth von dir nich scheiden/und will lieber bey dir sterben / und zuKohlen / und Aschen werden / ehe ichmich von dir / und deinem Grab ab-sondern will. Dise Andacht/ und Hoff-» nung gefiele / Gott und dem heiligenFridolm gar wohl. Darum / unan-gesehen daß die K'irch schier gantz ver-brunnen war / und Jedermann darvongeflohen / als ob es Unmöglich wärtdieselben langer zu erhalten / kämedoch die Abtißin unverletzt darvon/ undder König samt andern sahen einemmit Priesterlicher Stoll bekleidet (Zweif-fels ohne S. Fridolin) daher kommen/welcher mit einem Feurkübel in dasgrosse Feur Wasser gösse; darvon daßbrinnendc Feur dermassen erlöscht ward/
daß kein zeichen deß Feurs mehr vor-handen blibe/welches sonsten ohn gros-sen Gewalt-GSttes nicht hätte mitMenschlicher Hand geschehen können.
> . Was dann S. Fridolins Sarch da-rinn seine H. Gebein ruhen / belanget/UnrSarch. ist der heilige Leichnam offt verrückt /erhebt/und umgetragen worden/ nichtohne sondere grosse Wunderzeichen.Die an vilen krancken Versöhnen zu ih-rem Trost / und Wollfayrt durch Krasstdeß Allmnchtigen geschehen. So hates sich auch mehrmahleN begeben / daßdie frembden / und ungläubigen Feinddie Statt Seckingen jämmerlich über-zogen / plagten / und zerstöhrten / dasrum die Jnnwobner auß grosser Sorg/^ Angst / und Noch alles verliessen / undsich in die Flucht begaben. Nichts de-stoweniger hat die gewisse Fürstchtig-keit G-Ottes / deß Heiligen FridolinsK irchen / und Grab wunderbahrlich be-schützet / und bewahret; und wannman die gemelte Sarch heimlich hatwollen darvon tragen / ist sie so schwärworden / daß niemand sie hat mögenverrücken: Und hergegen hat man sieofft und leicht gefunden / daß die geist-liche Persohnen ohn alle mühe dieselbenverändern / versetzen / und tragen könn-ten ; welches wunderbahrlich zusehen /und zuhören wäre.
e.
Baßler be«
lagerten
Seckingen.
Singersnind Vi<ctorios-
In Jahr deß HErren 1415. Belä-gerten die von Basel Seckmgen dreyWochenlang / thäten auch derselbenmit schießen grossen Schaden an denHäusern / und Mauren / ja sie Belä-gerten die Statt aufs mächtigest zudemandern mahl / doch müßten sie unver-richter fachen von diser Belägerung wi-derum abziehen. So find ich auch in ei-nem altem Buch geschriben / daß die Se-ckinger wann sie mit ihrem Panner wi-
der ihre Feind ausgezogen seynd / wiees offt geschehen / niemahls einen Men-schen von den ihrigen verlohren haben/sonder allwegen mit freuden/ und Sigwiderum heimkommen seyen. SolcheGlückseeligkeit haben die GottseeligenAlten nit ihnen selbst / oder Menschli-cher Kkafft/ sonder GOtt deß Allmäch-tigen Gnaden / und deß H. FridolinsFürbitt Zugeschriben.
Der Ehrsamme Jäcob Wpß Bür-ger zu Bremgarten im Ergöu / hättevon seiner ehelichen Haußfrauen Mar-garetha Ziegin einen Sohn / der anseinem Leib also beschädiget war / daßer in anderhalb Jahren weder stehennoch gehen könte; wäre auch um sonstwas die Wundartzet an dem Knabenversuchten / und die lieben Elteren denUnkosten nicht sparrten. Als sie aberaus guter Leuthen Rath denselben Kna-ben zu deß heiligen Fridolins Grab genSeckingen verheißten/ und ihr Christ-liche Andacht allda verrichteten ; siheda würckete GOTT wunderbahrlichdurch deß heiligen Fridolins Fürbitt /baß derselbige Knab / so auf einem Roßgebunden dahin geführet ward / sichalsbald in dem heimreisen aufrichtete /besser befände / und die langgewünsch-te Gesundheit erlangete / dessen sichdie Eiteren hoch erfreueten / und sichdanckbahr gegen Gott / und dem H»Fridolin erzeigten.
Difem ist nicht ungleich / was dieFrau Würthin zu dem Engel in derStatt Baden / genannt Salome Hof-männin / angezeigt / und bezeuget hat /von ihrem zehrn jährigen Sohn / umdas Jahr Christi i57 r.DerselbigeKnabhatte in feiner schwären Kranckheitgrosse Angst/ und Noth KwantzigWo^chen lang erlitten ; also daß man ihnm zween Monat hin-und wider tragen müßte / wolte auch seiner Gesund,heit nichts helften / was für Mittel ge-braucht wurden. Dieweil aber derKnab je länger je schwächer wvrden /hat sie ihne aus anderer frommer Leu-then Rath zu S. Fridolin gen Seckin-gen / mit einem lebenden jährlichenHpffer zubringen verheißen: als nun sol-ches geschehen / ist der Knab im Bethderselben Nacht unversehens aufgestan-den / und nachdem sie gen Seckingenin die K irchen kommen / hat der Prie-ster nach der Mutter begehren den Kna-ben mit deß heiligen Fridolins Meß-gewand (so noch allda zusehen) Stab/und Messer berühret / und bestrichen /darbey das heilige Meßopffer gespro-chen/ und allda der heilige Fridolinsämtlich angeruffen/ da richtete sich der
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Ein gicht-brüchigerKnab wirdgesund-
s.
Ein ande-rer kran-ckerKnabwird ge-sund-