Abt/ und Beichtiger.
8L
welchen zween Otter darein getriben /den Fisch zogen sie an das Land / wel-cher i2. Spannen lang war/ und 4.Breit ; den andern Zug/ fiengen sieso vil Fisch/ daß die Garn zerrissen /ein theil behielten sie/ die andern warf-fen sie wider in das Wasser/ und wi-derkehrten / GOtt lobrnt/ in das Klo-ster. Da sprach der heilige Gall zuden Gästen : Heut hat GOtt/ euch zu-gefallen/ ein Zeugnuß seiner Barm-herkigkeit erzeigt/ aber dise haben esseinen Verdiensten zugerechnet. Undda sie zur Cellen wollen eingehen / ste-het einer da mit zwey schlauch Weins /und z. Metzen Mehls zu Anzeigungseiner Andacht / und Vertrauen in Gott:welches sie angenohmen/ und darvongenossen. Nach dem Essen aber ha-ben sie sich mit geistlichem Gespräch er-quickt. Über etlich Tag / in welchener ihnen auch des heiligen ColumbaniVerschidung entdeckt / fertigte er siewiderum ab.
,Z.
WiUinarus
Kalium das« mit ihm"ach Arbon
loge.
Arkomdt«a ei« Fie-ber.
Gtirbt-
Bald darauf/ als GOtt ein Be-lohnn der Frommen/ Visen streitbah-ren Helden von der Welt wolte ab-fordern / und ihme das Kräntzlein derewigen Zierden ertheilen; komt Willi-marus der Priester von Arbon zu ih-me in die Cellen / bittend : mit ihmein die Statt zugehen/ und auf daß erseiner Bitt statt gebe/ beklagten in-niglich/ daß er ihn so lange Zeit ver-lassen / da er solchen Trost ab seinerErmahnung hätte schöpffen können /und spräche: Warum hast du den gut-hertzigen Zuhörern dein Lehr entzogen?weme solle ich die Schuld zumessen/alsdem Gestanck/ und Unflath meinerSünden ? dann wann du an meinemLeben kein Mißfallen hättest / were ichdeines Trosts nicht beraubt. Disebittliche Ansuchung bewegt den Lieb-haber der Freundlichkeit/ daß er mitdem Priester in die Statt gienge/ undda das Volck auf des H. Ertz- EngelMichaelis Fest zusammen kommen/er-gehet der heilige Gall die Zuhörer miteiner lieblichen Predig/ welche er mitso klugen Reden gethan / daß sie mitFrolocken zuhöreten/ und dem MannGottes mit höchster Andacht verehr-ten. Als er zween Tag sich alldaaufgehalten/ ergreifst ihn am drittenTag ein Fieber / welches ihm so sehrzugesetzt/ da er weder in seyn Cellenwider kommen/ noch ewige Speiß ein-nehmen könnte. Lage 14. Tag daranKranck/ da thät er sich mit GöttlichenSakramenten versehen lassen / daraufer den r6. Weinmonats im Jahr 624.Von disem elenden Leben erlöset / undseyn See! voller guter Merck/ zu dem
k. k. iVlurer, vie Schweiy.
ewigen Freuden/ seines Alters in dem9;. Äahr aufgenohmen worden : wie Ioanneraber Johannes Bischoff zu Costantz BAo/sverstanden/, daß der H. Gall Kranck «rÄ»läge/ eylteer zuSchiffArbon zu/nah- bchchm ,me Speiß / und Tranck / als er ver- findet Wmeinte solche dem Krancken dienstlich / ^und gefällig znseyn/ da er aber Arbonzunahete / horete er an der Schiff - Län-de vil Jammer/ und Weinens in deßPriesters Willimari Behaußung / da-raus erkannte er den Abschid des Heil.
Galli / spränge deßwegen auß grossemLeyd/ und Liebe gegem ihme/ in das Dcffmgros-Wasser/ gienge eylendö zu des Prie- ft Lieb gegksters Hauß/ samt seinen Gefährden / Galt»,erzeigte sein Bekümmernuß mit vilLräheren ; deß heiligen Galli Cörperfünde er schon in dem Sarch vernagelt/öffnet denselbigen/ besichtiget den ver-storbenen Vatter/ weinet wider bitter-lich/ beklagte sich daß er seinen eini-gen Trost verlohren/ welcher in soschwärem Bischöfflichem Last/ und Bür-den / sein Zuflucht/ und Helffer gewe-sen. Opfferte darauf für ihn das Opf-fer der heiligen Meß. Nach geenderSeelen Gedächtnuß / sihet er zurückin das Grab/ in welches sie ihn legenwolten: nahmen das Creutz neben an-derer Zugehör für die Vegräbnuß nachHauß / wolten den köstlichen Schatzzur Erden bestatten. In dem sie den WunderSarch mit dem Cörper auf die Tragen bey der Br.setzen wolten/ haben sie ihn keines wegs s^nuß-bewegen können ; auf diß sprach Bi-schofs Johannes / diß sey ein Anzei- 'gung/ daß der heilige Gall seyn Ru-hestatt diß Orts nicht haben wolle/gä-be Willimaro dem Priester Befelch /er solle ein Karren/ und zwey wildePferd darzu bestellen / und die Pferdin Nahmen des Herren mit der Leichgehen lassen. Der heilige Galluswerde die Pferd an seyn ausserlefneRuhestatt selbsten leiten. Darauf Md/Mgieng der Bischoff zur Todenbaar auf fuhr dmeiner / Willimarus aber auf der andern A^namfeiten / nimt sie / und sagt zu den Um- zeümstehenden: nemmet den Rossen dieZäum ab / damit sie frey seyen / undgehen können wo sie GOtt hinführenwerde; greiffen also zu dem Creutz/ undLeuchter/ begaben sich auf den Weegmit Psalmen/ und geistlichem Gesang/die Pferd giengen rechts wegs auf desheiligen Galli Cellen; allda würd dieBaar vor der Kirchen abgesetzt/ seineJünger nahmen sie in die Kirchen/undbereiten neben dem Altar bey derWand ein Grab / begruben ihn inbey-seyn grosser Mänge/ und Hertzenlenddes Voicks / welche nach der Vegräb-miß mit Bischöfflicher Benedeyung wi-der nach Hauß gezogen.
M Es