Ein böserSchenckelwird ge,heilet-
Ein Blindewird ge-sund-
Von dem Heil. Othmaro/ Abt/ und Beichtiger.
lincke Knye samt dem Fuß der über-sich gebückt war/ gradzuwerden/ undder rechte Fuß/ so gar biß auf den hin-dern aufgezogen / und gekrümmt / durchBrechung des Knyes zurecht kommen.Der Bischost mit den Gegenwärtigen/sänge das 'I'e Oeum lauäamus, öec.Der Knab aber fienge mitler Zeit anzugehen / und ward hernach gantz Ge-sund. Als auch eines HaußvattersKnecht / in der Arbeit einen Fuß schwer-lich verwund / solcher ihme erstlich starckgeschwollen/ hernach aber gar erkrum-met/ also daß er daraufnicht mehr Ge-hen könnte / sonder ein Krücken brau-chen müßte/ welches fast ein gantzesJahr gewehret/ ist er zu St. Othma-ri Grab kommen/ allda gebettet/ undalsbald mit gesundem Fuß/ .ohn Krü-cken / widerum hinweg gangen. Einanderer/ der auch ein krummen Schen-ckel hatte/ käme eines Tags aufKru-cken in das Gottshauß/ gienge in S.Othmari Kirchen/ bettet vor dem Al-tar/ da gaben seine Fuß einen Knall/streckte sich samt dem Schenckel auß /und war geheylet/ daß selbiger Menschvon Stund an darauf gehen könnte.Ein Closterfrau von Basel / so vierJahr lang Blind gewesen/ war vonihrer Schwester / gen S. Gallen insKloster geführt / auva sie drey Wochenlang also verbliben. Am H. Pfingst-abend/ als sie under anderem Volckbey des H. Vatters Grab demüthigbettete / empsienge sie alsbald ihr Ge-sicht wider/ dessen Wunderwercks diegegenwärtigen sich höchlich erfreuten.
Vil andere Miracula / und Wun-derzeichen / hat GOtt gewürcket durchdie Verdienst des H. Othmari/ nichtallein bey seinem Grab/ sonder auchanderstwo/ da man etwas von feinemHeiligkhum hatte / wie dises S. Wolff-gangi Bischost zu Regenspura/ Con-ventualis / und Decani zu EinsidlenLeben bezeuget. Deme St. Othma-ruS durch ein Gesicht/ hie zu St.Gallen / die Bischöfliche Würde / dieJahrzahl seiner Regierung/ auch dasOrt seines Ableibens offenbarere. Be-sitze hernach volgendeö Leben des H.Wolffgangi.
Weil dann der Allmächtige GOtt/den H.Othmarumden Mensch? durch vilund mancherley Wunderzeichen/ großund bekannt machte/ und des VolcksZulaufs sich täglich mehrte/ da achteteGrimoalduö/ samt seinem Convent zuSt. Gallen/ rahtsam zusein/ dem Hei-ligen zu ehren/ GOtt aber zu mehre-ren: Lob/ ein eygne Kirchen in demGottshauß zubauen. Da nun solcheaußgebauen/ und durch Bischost Sa-lomonem geweyhet worden/ war in demJahr Christi 867. Deß H. VattersLeichnam Mit grossem Fest / und Herr-lichkeit/ in beysem viler vornehmerPerfohnen/ und einer grossen Mängedes Volcks/ in sein eygne Kirchen ge-tragen / under welcher 'Translation 0-der Erhebung einem Stummen die Redertheilt worden. Es nähme auchBifchoff Saiomon in wehrender Erhe-bung/ etliche Parricul/ und Stück-lein von deß Heil. Othmari Gebein /und theilte solche under Geistliche/undWeltliche Perfohnen/ die Andacht /und Ehrerbietung gegen mehr gesagtemH. Vckter hätten. Als nun oiieHeil. Othmari Kirchen acht Hunde tJahr gestanden/ und jetzt angefangenBauloß zu werden/ hat Ihr Fürstli-che Gnaden Abt Bernardus H. Umdas Jahr 1622. Die alte Kuchen ab-brechen / und an derer start ein grösserre / und zierlichere auf bauen lassen;sonderlich weil er auch auß sondererSchickung GOttes/ St. Othmari /bald daraufS. Notkeri Heiligthumer/jenen in seiner alten Kirchen/ Visenaber in St. Petri Kirchen/ mit andernHeiligthummer deß GOttshauß Pa-tronen / und Bischoffen Lo-istantij /und Remacli gefunden / ehrlich erhebt/in St. Galli Münster getragen/ undgestelt hat- Hernach im Jahr 1628.Am fünffzehenden Weinmonat/ mitsonderemgrossen Pomp/Ehrerbietung/Andacht/und Unkosten auß dem Mün-ster in ihre eigne Altär getragen wor-den/ wie aljes mit mehrem in Be-schreibung des Gottshauß St.
Galli zulesen / undzufinden.