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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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n6- Von dem Heiligen Theodulo/

Vätter den Ernst / und demüthiges Gewalt underworffen wäre / als alleinBegehren deß K'äysers spüretcn / ver- dem Bischoff. Ob nun wohl die Bitt Das Msprachen sie / einer wolte zehen / der an- und Begehren des H. Bischoffs Groß AUder zwantzig/ etliche mehr etliche minder wäre/ bewilligte doch in daß der K'äy- '^r SBMessen lesen/nach jedes Wohlgefallen., ser frey/ und vergabetedasgantze Land CarolusDa aber die Frag an unsern Theodulum unser lieben Frauen Thumstifft / und dem SMkäme / verhiesse.er dem -Käyser ein H. dem Bischoff im Jahr Christi des Her-Meß zulesen/ darab sich der Kayser/ ren 802. Im anderen Jahr seiner-und die gegenwärtigen Vätter höchlich mischen Regierung/ undsibendenJahrverwunderten / daß er dem Kayser zu Bapst Leonis des III. Und dessen ge-ehren/ nicht mehr Messen verspräche / ben die Vischöffliche Zeitrödel Zeugsund da er dessen erinnert wurde / ver- uuß. bünc gir. lVlulrl re-blibe er bey seiner ersten Versprechung / gutz-enr fgciem principigverum L Oo-und wolte lieber bey seiner gefaßten De- mmo eAreäirur juäieium ünZuIorum.muth vest verbleiben / als durch grosse krov. 29. 0, Dieweil aber un-Versprechung/und prächtigeZusagung ser H. Bischoff ein demüthiger Hirtnach Lob / und Weltlicher Ehr streben, war / ist er würdig erfunden worden /

Da nun die Vätter / und Bischoff/wi- die geheime Urtheil GOttes dem Ääy-derum nach ihren Bischthumen verreis- ser Carolo zu verkünden/ und zu offen-sercn / und glücklich anheimisch kommen baren / und hingegen mit einer so statt-waren/ verrichtete der H. Mann/ ne- lichen Befürderung Lands/ und LeN-ben andern andächtigem/ und vilfälti- then begäbet zuwerden.gem Gebett seine verssrochne Meß für

dem Käyser: Da ward ihme Theodu- Es begäbe sich zu einer Zeit / daßlo von GOtt durch einen Engel geof- in Wallis keine oder gar wenig Trau- MLjuifenbaret / daß durch sein vilfältiges / ben an den Weinreben gestanden/ und vermehretund GOtt angenehmes Gebett / und gewachsen waren ; deßwegen sich vil den Wi«Meßopffer dem Käyser sein Sund ver- Menschen bekümmerten / und einer gross WM.zitzen wäre/ und zu mehrerer Versiche- sen Hungers-und Lodtsnoth besorg-rui.g/ offenbarere ihme auch der Engel ten. In diser grossen Bttrübnuß ka-des Kaysers grosse Sünd. Die doch men die arme Leuth zu dent H. Bischoffder K äyfer / aus schamhafftem Hertzen Theodulo / batten um Hilff/ damit sienicht dörffte/ und wolre den Bischoff ihnLeibs-und Hungers-Gefahr durchanzeigen. Nun begäbe es sich daß das Jahr möchten leben- Der H.die Vätter/ und Bischoff auf bestirnte Mann sahe an den Jammer/ und dasZeit widcrum zu dem Käyser kamen / Ellend seiner anbefohlnen Schäfflein /und sich bey ihme / wegen ihres ver- befähle ihnen auß grosser Zuversicht ge-eichten Gebetts/ und Messen anmel- gen GOtt / der die/.so inihmhoffend/deten / wäre auch S. Theodulus ge- niemahl verlaßt / däß sie sollen aller-genwärtig / der suchte Gelegenheit in ley Geschierr/ und Fässer zurüsten/ undGeheim mit dem Käyser Carolo zure- an ein bestimmtes Ort führen. Daden/ und spräche der H. Mannzudem nun solches geschehen war/ theilte derKäyser: O Käyser Carole erfreue dich/ H. Bischoff die lähre Faß / und Ges -

und sage GOtt Lob und Danck/ der schien under den Landsleuthen auß /dir so genädiglich dein begangene Sünd je einem nach der Gelegenheit seinergcschenck/ verzichen/ und nachgelassen/ Haußhaltung/ mehr oder minder.Da-und mir solches durch seinen H. Engel rauf St. Theodulus / nach dem er seingcoffenbaret hat / und damit du keinen andächtiges Gebett / und mit grosserZweiffel habest an meinen Worten / so Hoffnung den Seegen - Gottes gespro-wisse daß dis die grosse Sünd ist/ die chen / nähme die wenig gewachsenedu begangen hast. Der Käyser war Trauben / gienge von einem Faß zusolcher Zeitung fast erfreuet/ hielteden dem andern/ und truckte der wenigH. Theodulum in grossem Wehrt/ und Traubenschafft in ein jedes / die warenLiebe/ verspräche ihme auch in allem in einem Augenblick voll des bestensseinem Begehren zuwillfahren. Da- Weins/ so je zufinden gewesen. Alsrüber ver H. Theodulus begehrte von dises Wunderzeichen die Landteuth fa-dem Käyser/ daß er woltegenädiglich hen/ dancketen sie GOtt/ nicht alleinvergönnen / und ewiglich schencken/ und wegen der Gutthat daß sie von der äe-vergaben / die Landschafft Wallis / mit genwärtigen Armuth / und Todt erle-samt aller Gerechtigkeit / und Zugehör/ diget worden / sondern auch daß er ih-zu grösserem Lob GOttes/ und Ehrt nk einen so heiligen/und miltreichen Hir-seiner Mutter Mariä als der fürnehm- ten / und Bischoff gegeben hätte / durchsten Patrvhnen deß Stiffts / und Bisch- dessen Verdienst / und Heiligkeit dise .thums in Wallis / und daß hinfüro das Gutthat ihnen bewisen worden. Dan-Land keiner Weltlichen Hand/ und nenhero an seinem Geburts-und Fest- »

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