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124 Von dem Heiligen Meinrado /
S wäre zu der Zeit deßGroßmächtigen Käyse^sCaroli Magni / und Kö-nigs in Franckreich / einwohlgcbohrner Grass/mitNahmen Bertholdus von Sulgen / indem Teutschland an der Lhonau gele-gen/ an Tugenden / und Gottsforchtadelicher/ weder an zerganglichö Reich-thumen. Diser hätte von seiner Ge-mahlin vil schöne / und eheliche Kinder/under welchen auch der H. Meginard/weicher gebohren war in dem achthun-derten / und fünfften Jahr nach der-Hermachenden Geburt IEsU Christi.Als nun Meginrad fünff Jahr alt wor-den führet ihn sein Vatter Bertholdusin die Insul Sinlachau (so jetzt die Rei-chend) an dem undern Bodensee gele-gen / da der H. Pirminius ein herrlichesKloster S. Benedicti im Jahr 724.Gestifftet. Dessen Kloster neundterAbt war Hatto/Grast BertholdivonSulgen nächster Blutsverwandter/und zumal Bischost zu Basell / ein ge-lehrter Herr mit guten Wercken / undtugendsamen Wandel ansehenlich. Di-ser nähme den H. Jüngling in dasGottshauß auf/ befähle ihn dem ge-lehrten/ adeiichen/und herrlichen Mön-chen Erlebaldo/ der deß Knaben Mut-ter Bruder war ; da nun Erlebaldusvermerckte/ wie daß das Kind einesguten Verstands wäre; hat er es mitWillen aufgenohmen/mit Fleiß gelehrt/und so hoch underwisen/ daßesinkur-tzer Zeit/ nicht allein an Kunst seineMitgesellen/ sonder auch in Andacht/und Tugenden weit übertreffenhat. Und dieweil Meginradfür sich selbst von Jugend auf von al-lem Kinderspil ein Abscheuert getragen/beflisse sich allein in dem/ was ihm seynLehrmeister fürgefchriben / als die H.Schristt / und die Bücher der HeiligenVatter/ bevorab die Bücher IoannisCassianizulesen/ die überige Zeit/ dieer von lesen/ und betten hatte/ legteubtt flcö " in Abschreibung guter und nützlicherim schreibt, Bücher an/ darum er ihm selber dasneu-und alt-Testament/ mit eignerHand geschriben/ (wie die Gesta derReicherm» klärlich bezeugen ) außge-nohmen die H. H. Propheten die ervon seinen Mitbrüdern abgeschriben ha-ben wolt. Als aber jetzt Hatto Abtder Reichenau/und Bischosszu Baselder Abtey lobwürdig in die 17. Jahrvorgestanden/ hat er im 82z. Jahrfreyrvillig die Abtey / Bischthum / undzumahl die Unruhe deß würcklichen Le-bens von sich gelegt/ und sich zum be-schaulichen begeben. Da dises alsogeschehen/ wird alsbald mit Bewilli-gung Käysers Ludwig/ genannt Pij
Lrp. i.
S. Mein-radi Her«komme».
( so im Jahr 814. Seinem Vatter Ca-rolo Magno in Käyser - und Königli-cher Regierung nachgefolgt/ ) Erle-baldus durch die Brüder crwöhlet / undzum Abt der Reichenau eingesetzt. Di-ser Erlebaldus gibt dem MeinradoRaht/ und Ursach das Klösterliche Le-ben anzunehmen/ und sich dem Jochder Regul zu underwerssen. Megin-rad nimmt disen Raht an / thut Pro-feßion/ und befleisset sich mit allemErnst seinen Gelübden genug zuthun.Er war willig zu aller Gehorsam/ernst-hafft zu dem Fasten/ unnachläßig indem Betten/ milt in Wercken derBarmhertzigkeit / und fürnehmlich allenandern in der Demuth underworffen /letstlich auch zu einem Priester gewey,hetz und leuchtete in der PriesterlichenWürde/ wie der Morgenstern underden Sternen.
Zu denselbigen Zeiten wäre ein K lö-sterlein an dem Züricher See/ Ober-bollingen genannt/ oberhalb Jona ge-legen ; welches under das GottshaußReichenau gehörte. In demselbenKlösterlein waren etliche Mönchen ( dieHistori setzet zwölff.) Die begehrtenan den mehrgemelten Abt Erlebaldum/als ihren Obersten / und Abt/ daß erihnen ein Lehrmeister/ und Regentenoder Haußvatter/ geben und schickenwolte/ der sie könnte in der Lehr / undin klösterlicher Zucht underwelsen. Dawar keiner in der Reichenau gefunden/der tauglicher zu disem Amt were/ alsder Heil. Meginraduö. Da nunder Heil. Mann in das Kloster Ober-bollingen ankommen / verwaltete erseyn Amt mit allen Fleiß / daß ernicht weniger mit dem guten Exempel -heiligen Leben / und Wandel / als mitder Lehr / und Vorlesung der heiligenSchrifft/ und Kloster Regul in kurßerZeit grosM Nuß geschaffet. Undwiewohl «Wt vilen/ und grossen Ge-schäfften des Klosters beladen wurden /nichtsdestoweniger gedachte er/ wieer G-Ott einsam/ und in einer Wüsten/und Wiltnuß dienen/ und sein Lebenbeschließen möchte. Nun war er vovdemLandvolck berichtet/ daß jenseitsdes Sees ein hoher Berg wäre/ derEtzel genant / und hinder dem Bergein grosse Wildnuß/und Einöde in demfinstern Wald genannt. Der Heil.Meginrad begehrte dieselbe Gelegen-heit sechsten zuerkündigen/ nähme ei-nen jungen Mönch mit ihm/ und füh-re in einem Schisslein über den See /darnach nähme er einen Knaben/ derführte sie auf den Etzel/ und als erverstanden/ daß im dem finstern Waldvil wilde Thier waren/ gienge er das-
S- Mein- jrad iiiml -dcn OrdenS.Brne,dicti nn.
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rad wirdtNeinen, Re-genten ge«stellt i»Obeibol-lingen.
S. MM- !radjücht inuffdenEtzel.