Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Des Blschthums Wallis. r§K

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8. , Lpilcopus, Lc Ivlart.

Vom Secligm Guitschard/ Bischoff/ und

Märtyrer.

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)UitschardusvonGradesch/ ausdem adelichen Geschlecht deTavellia in Wallis gebohren/ein frommer/ und andächti-ger Herr/ und des Thumstifftszu Sit-ten Thumherr/ war im Jahr iz6r.durch einhellige Wahl / wegen seinesunsträfstichen Lebens / und Fromkeitzu dem Bischthum in Wallis ( nachdem das Bischthum Herr Philippusdes Nahmens der Erste/ übergeben )erwählet worden. Dem BischthumSitten stunde Guitschardus zz. Jahrnützlich/ mit ehrbarlicher Hofhaltung/und löblicher Leistung der Gerechtigkeit/vor. , Nun begäbe es sich nach so lan-ger glücklicher Regierung Bischofs Gu-itschardi / daß ein Wohledler FreyherrAotonius von dem Thurn aus Wallis /ein mächtiger/ und reicher Landherr /etliche Güter/ und Freyheiten / demBischthum mit Gewalt / und ohn al-les Recht/ und Billichkeit vorbehielte/und entzöge; welche/ weil der Bischoffsie dem Bischthum handhaben/ und derFreyherr von dem Thurn nicht vonHanden lassen wolle/ entstünde eintätliche Feindschaft zwischen Visenzweyen Häuptern. Der Bischoff trö-stete sich der Berechtig-und Billichkeit/der Freyherr aber seiner Macht/ Ge-walt/ und Schwerds.

»- Also verblibe diser Span vil Jahrunausgemacht/ und weil nun der Bi-schoff Guitschardus seine Jahr erlebt/und übel vermögend worden / be-gäbe er sich aus seinem Schloß/ undStatt Sitten/ in ein Schloß Sevengenannt/ ohnftrrn von Sitten gele-gen/ mit einem geringeren Comitat /und schlechter Leibsgewardi keines Auf-satzes sich verargwohnende. Solchesals der Herr Antonios vernähme/und

»erkundschafte/ machte er sich auf vol-ler Haß/ Neid/ und Zorn an einemMorgen frühe / versammlete seines glei-chen vrl unrühige Köpff / umstecht /und belägert das Bischöffliche SchloßSeona/ Seven/ öffnet die Porten /und überfallet den frommen/ und al-ten Bischoff mit seinem Caplan dieMetten des Morgens frühe bettende /den 8. Tag Augstmonats. Der An-tonios ergriffe bald den Bischof/ undmit Hilffder Seinigen/ warffe er ihnsamt dem Caplan/ zu dem Fenster hi-naus über die rauchen Felsen/ daraufdas Schloß stunde/ ohne alle Barm-hertzigkeit/ zu Todt. Zogen alsonach verrichter mörderlicher That mitihrem Herren Antonio widerum dar-von / der Hoffnung dem von demThurn wurde Ruhe geschaffen wordenseyn.

Als nun dise schändliche That/undMord im gantzen Land Wallis offen-bar worden/ hatte männiglich mit demseeligen Bischoff/ seines unschuldigenLodts halben/ ein hertzliches Betan-ken/ und Mitleyden/ nahmen die H.H. Leiber/ und begruben sie in demLhum zu Sitten/ besuchten seyn Grabmit Gelübd/ und Opfer/ als einesMärtyrers/ und BlutzeugenS Chri-sti/ so um seiner Kirchen/ und Ge-rechtigkeit willen/ Visen Todt von sei-nen Feinden/ und Mißgönnern/ über-stehen hat müssen. Bey disem aberliessen es die Landleut nicht verbleiben/sonder griffen bald zu der Wehr/ zer-störeten dem Freyherrn von dem Thurnalle seine Schlösser/ und Güter er-schlugen den Antonium/ vertriben/ undverjagten die Seinigen / und also-cheten sie Visen schändlichen Morddes Heil. Bischofs. *

Der Dk«schon wichrmwrdet.

c-x. L