Des Blschthums Wallis. r§K
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8. , Lpilcopus, Lc Ivlart.
Vom Secligm Guitschard/ Bischoff/ und
Märtyrer.
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)UitschardusvonGradesch/ ausdem adelichen Geschlecht deTavellia in Wallis gebohren/ein frommer/ und andächti-ger Herr/ und des Thumstifftszu Sit-ten Thumherr/ war im Jahr iz6r.durch einhellige Wahl / wegen seinesunsträfstichen Lebens / und Fromkeitzu dem Bischthum in Wallis ( nachdem das Bischthum Herr Philippusdes Nahmens der Erste/ übergeben )erwählet worden. Dem BischthumSitten stunde Guitschardus zz. Jahrnützlich/ mit ehrbarlicher Hofhaltung/und löblicher Leistung der Gerechtigkeit/vor. , Nun begäbe es sich nach so lan-ger glücklicher Regierung Bischofs Gu-itschardi / daß ein Wohledler FreyherrAotonius von dem Thurn aus Wallis /ein mächtiger/ und reicher Landherr /etliche Güter/ und Freyheiten / demBischthum mit Gewalt / und ohn al-les Recht/ und Billichkeit vorbehielte/und entzöge; welche/ weil der Bischoffsie dem Bischthum handhaben/ und derFreyherr von dem Thurn nicht vonHanden lassen wolle/ entstünde eintätliche Feindschaft zwischen Visenzweyen Häuptern. Der Bischoff trö-stete sich der Berechtig-und Billichkeit/der Freyherr aber seiner Macht/ Ge-walt/ und Schwerds.
»- Also verblibe diser Span vil Jahrunausgemacht/ und weil nun der Bi-schoff Guitschardus seine Jahr erlebt/und übel vermögend worden / be-gäbe er sich aus seinem Schloß/ undStatt Sitten/ in ein Schloß Sevengenannt/ ohnftrrn von Sitten gele-gen/ mit einem geringeren Comitat /und schlechter Leibsgewardi keines Auf-satzes sich verargwohnende. Solchesals der Herr Antonios vernähme/und
»erkundschafte/ machte er sich auf vol-ler Haß/ Neid/ und Zorn an einemMorgen frühe / versammlete seines glei-chen vrl unrühige Köpff / umstecht /und belägert das Bischöffliche SchloßSeona/ Seven/ öffnet die Porten /und überfallet den frommen/ und al-ten Bischoff mit seinem Caplan dieMetten des Morgens frühe bettende /den 8. Tag Augstmonats. Der An-tonios ergriffe bald den Bischof/ undmit Hilffder Seinigen/ warffe er ihnsamt dem Caplan/ zu dem Fenster hi-naus über die rauchen Felsen/ daraufdas Schloß stunde/ ohne alle Barm-hertzigkeit/ zu Todt. Zogen alsonach verrichter mörderlicher That mitihrem Herren Antonio widerum dar-von / der Hoffnung dem von demThurn wurde Ruhe geschaffen wordenseyn.
Als nun dise schändliche That/undMord im gantzen Land Wallis offen-bar worden/ hatte männiglich mit demseeligen Bischoff/ seines unschuldigenLodts halben/ ein hertzliches Betan-ken/ und Mitleyden/ nahmen die H.H. Leiber/ und begruben sie in demLhum zu Sitten/ besuchten seyn Grabmit Gelübd/ und Opfer/ als einesMärtyrers/ und BlutzeugenS Chri-sti/ so um seiner Kirchen/ und Ge-rechtigkeit willen/ Visen Todt von sei-nen Feinden/ und Mißgönnern/ über-stehen hat müssen. Bey disem aberliessen es die Landleut nicht verbleiben/sonder griffen bald zu der Wehr/ zer-störeten dem Freyherrn von dem Thurnalle seine Schlösser/ und Güter er-schlugen den Antonium/ vertriben/ undverjagten die Seinigen / und also rä-cheten sie Visen schändlichen Morddes Heil. Bischofs. *
Der Dk«schon wichrmwrdet.
c-x. L