Beichtiger zu
Kirchen zu verfügen. Darauß ver-merckte Balbulus wohl/ daß er einHimmelisch Gesicht gefehe Hütte/ gieri-ge widerum der Kirchen zu / fiengevor Freuden zu Weinen/ undspräche das Deum k.guägmus. Andem Morgen als Napenus Notkerumfragte/ ob er ihn zu Nacht hab wollenauffwecken? erzeiget er ihme was er ge,sehen / und gehört hab. Dürab Rarprrlus/und die andern Bruder / so sol-ches auch bald veknohmen/ höchstetzr» - Freud enuifangen.
' Als aber dem H. Ndtkerö seine be-ste Freund/ und Mitbrüder Rapertusund Turelo / zween hochgelehrte / undGottseelige Männer gestorben / enk-schluge er sich aller Sachen / die ihn hiezeitlich belustigen könnten/ Und wend-ke sich zu dem ewigen / und übte sichnoch stärckerin allen Tugenden/ vilemBerten / und Himmelischen Betrachtun-gen/ daß er zu höchster Vollkomenheitkäme/ und weil er nunmehr ein hohesAlter erreicht hatte / und von Alterswegen Blind/ und übelmögend worden/hat ihne endlich ein strenges Fieber an-getroffen / und als er vermerckte / daßsein Sterbstündlein herzu nähere / Undvorhanden wäre/ liesse er sich mit denheiligen Sacramenren deß Altars/s-. a-rechter Beicht / und letsten Helling ver-' ^ sehen. Seine Bruder hat er GOtt /und den HH. Patronen Gallo/ undOthmaro/ sich aber in ihr Gebett be-fohlen / und bald darauffseinen sceligenGeist auffgeben/ im Jahr nach LhristiGeburt 912. den 6. TagAprill. SeinLeib würd in S. Johannis Vapristä /und deß heiligen Apostels Petri Capellbegraben / an der Seiten gegen demAuffgang der Sonnen. Nach deß hei-ligen Notkeri Absterben/ ist sein Hei-ligkeit von GOtt durch vil Miracula/oder Wunderzeichen erkläret worden.Dann gleich nach dem sein Leib ehrlichbegraben würd / fienge an ein grosseMänge deß Volckö zu seinem Grab zu-lauffen/ den Heiligen anzurüsten / man-cherley Opffer darzubringen/ und durchdessen Furbilt allerley Hilff von GOttzu begehrt / wie dann deren ein grosseAnzahl / in ihren Anligen erhört / Undvon Kranckheiten / und anderen Ge-presten / in die 600. Jahr lang erle-diget worden. Dahero dann Wey-Kd> bcä. land Franciscus/ Abt des Gottshauß"»um. S. Gallen / auf der seinigeu / und an-dern andächtigen Leuthen anhalten /und bitten beym Heil. Römischen Skullum Notkeri Beatification anzuhal-ten / verursachet / ftynd demnach außJulij deß andern Rcmuchcn Bischoffs/und Papsts Bewilligung / und Bestichan Ihr Gnaden Hugonem damahleu
p. k. k^lurer- Die H. Schweiy.
St. Gallen. 187
BischoffzuCostsntz/ Schreiben abgan-gen/ durch die hierzu verordnete Com-missaricn förmliche Proceß angesehen/öffentliche Patenten / und Citationenangeschlagen / und darüber bey viertzig/und hundert Persohnen / so von S.Notkeri Wunderthaten Wissenschafftgehabt / und theils an ihren eygnen /und der ihrigen Leibern erfahren/ mitEyden beladen ordenlichverhöret/ undihr Aussag in öffentliche Instrument«/und Schafften gebracht / und verfassetworden. Letstlich auch Notkerus indem Jahr deß Herren den 4.Weinmonat/ so weit beanficierl/ undheilig erkläret/ daß sein Festtag in demGottshauß / und Statt S. Gallen /
Und zugleich auch in allen andern Kircheund Capellen / ft demftlbigen Gotts-hauß St. Gallen underworffen / aufbestimten Tag Iubilate/ den drittenSonntag nach Ostern ( gleichwohl erden 6. April! gestorben) vonmännig-lichen mit Messen / Und andern Gött-lichen Aempkern / wohl möge celebrie-ret / und gehalten werden. Welchesdann alles die hochwürd-gste Corigre-gation der H. Römischen Kirchen Car-dinal / äe riribu8 prwfeÄorum, dahin/und weiter erkläret / daß in obange-regten Orrhen / und Kirchen under demNahmen/und Gedächtnuß B. Notkeri/Altär/ und Kirchen aufgerichtet/ undgeweyhet werden; Sein Notkeri Nahmauch in den Litaneyen/ Collecten/undandern öffentlichem Gebett / zu allenZeiten/ und Lägen deß Jahrs/ auchMessen oder Votiva von ihme wohlkönnen / und mögen genehmen / undvon männiglichen gelesen werden. Sogeschehen zu Rom den ;6. Mertzenim Jahr 1624. mit undergezogneeHand / und Sigil der Hochwür-digsten Herren Francisti Maria Car-dmalis de Monte / ?onri6csru8bani VIII. /^nno primo.
Ehe aber bist Notkeri Erhebung e»?.an die Hand Annö 151 z. genohmen/harman um dasJahr isoo.zu zeitenAbtsGothardi/ so ein Edler Giel von Giel-sperg / das Grab deß H. Notkeri inS. Petri Capellen eröffnet / solches Zuerneuern / und was höher / und schein-bahrer zncrbaucn. Da ftynd seineGebein gantz Weiß/ und unversehrt /nach sechshundert Jahren / die sie indem Grab / und steinern Sarch gele-gen / erfunden / und von denen einlieblicher Geruch gangen / dergleichentticmahl an disem Orth gespürt wor-den. Hierzwtschen entstunden in al-len Landen schädliche Empörungen /darvon die Kirchen/und Gotthäuftr/sonderlich aber S- Gallen durch Feur/
Aas Raub/