52O Von dem Heiligen Notkero / Beichtiger zu St. Gallen.
trug kein sonderbahre Andacht zu demselb,gen. Als ihn aber hernach an ei-nem Schenekel so grossen Schtnertzenangegossen/ daß crs schier nicht mehrer!eydcn möcht/ ward er von seinerHaußfrauen angetriben/ und beredt/ein Gelübd zu S. Notkero zu verspre-chen. So bald er solches gethan / liessegleich in einer Viertelund der Schmer-len nach/ und forthin empfände er nichtsmehr dergleichen.
Dem Ulrich Schlumpffen Bürgerzu S. Gallen / Ware ein Knäblein ge-boten mit einem Bruch aufbeydenSei-tcn/ darzu auch nach vierzehen Wo-chen mit dem hinfallenden Siechtag ge-schlagen. Der Vatter käme erstlich zuunser lieben Frauen in das GottöhaußS. Gallen/ und als er war allda vorihrem Bild / käme ihm in Sinn / er sol-le Das Kind dem H. Notkero verloben.Da gienge er alsbald zu desselbenGrab / ruffte den Heiligen an für dasKnäblein/ und verhieße ihm ein wach-sines dreypfündiges Kind / auch täglichdurch ein ^antzes Jahr 5. Vatter un-ser / und Ave Maria vor seinem Grabzu betten. Wie er darauff heim käme/fände er das Kind an der Mutter Brüstsaugen / das wände sich von den Brü-sten gegen dem Vatter/ lachete ihn anund an dem selben Tag ward es vondem bösen Stichtag erlediget / auch wa-ren seine Brüch also gelindert / daß siejhme forthin kein / oder wenig Hinde-rung brachten.
Michael Haltmeyer Bürger zuS.Gallen / hatte einen Geltschuldner/wieauch einen Gläubiger zu Feldkirch/alsder Gläubiger den Michael tribe zu be-zahlen/ nöhtigete er hingegen seinenSchuldner/ der aber die Schuld laug-nete / und wolte einen Eyd darfür thun.Da Ward gemelter Michael in grossenAengsten / rüffle den H.Notkeruman/er wolte ihme beyständig und behilfflichseyn. Als nun vor der Dberkeit ge-weitet Statt dem Schuldner der Eydvorgelesen ward / hub er die Finger auffden Eyd zu thun / da schreyet er auff/und sagt: Owas hab ich wollen thun?ich bekenne die Schuld. Ward alsojhme sein Sinn in einem Augenblick ge-ändert/ durch Fürbitt/wie zu glaubendeß heiligen Nvtkeri.
Jetzt gemelter Michael Haltmeyet.litte an seinem rechten Arm grossenSchmertzen / daß er deßhalben nichtmehr könnte arbeiten / und dises weh-rte ein halb Jahr lang/ und möchtedurch kein Mittel geheylet werden. Daer letstlich sich zu dem H. Notkero ver-lobte/ ward ihm gleich in z. Lägen ge-holffen.
Widerum gesagtes Michaels dreyJähriges Knäblein hatte ein heimlicheverborgene Kranckheit an ihme / daß esweder stehen noch gehen konnte / gleichaber als er ward verlobet zu deß heili-gen Norkeri Grab / fienge es an zugehen/ und ward von aller Krünckheiterlediget.
Anna Gräffin von S. Gallen /hatte einen Bruder Sebastian aenakit/der hatte an seinem Leib zwey böse Ge-schwür/ daß er darvor weder Lag / nochNacht möchte einige Ruhe haben. Diethäte ein Gelübd für ihn zu dem H.Notkero/ mit einem Wachsliecht inder länge seines Leibs / und alsbaldbesseret es sich um den Bruder / undward hernach gantz geheylet.
Dorothea Schlaterin von S. Gal-ten/ hatte von Jugend auf ein blödesHaupt/ und litte gar vil Hauptwehe/daß sie offt deßhalben müßte zu Bethligen. Als sie aber hörte von so vilenMtraculen / und WunverzeichendeßH.Notkeri / verlobte sie sich auch zu seinemGrab / und es ward von Stund an bes-ser mit ihr.
GeorgiuS Tischmacher Bürger zuS. Gallen / würd an seinem rechten Armalso geschwecht/ daß er auf sechszehenWochen lang darmit nicht mehr könntearbeiten/ noch einen Löffel aUffheben;da er sich zu dem H. Notkero verspro-chen/ und das Gelübd außgericht/ward ihme innerhalb zweyen Lägen ge-holffen.
Anna Mertzinvon St. Gallen/Hatteeinen Knaben der von der Geburt her et-was Anligen an seinem Schlund / oderHals hatte / daß er manches mahl we-der reden/ noch athmen könnte. Visenverlobte sie zu deß H. Notkeri Grab/Und dem Knaben wäre alsbald geholftfen/ daß er hernach nichts mehr vonsolchem Übel empfunde.