Und Martyrin Wyborada. . 19Z
brecherin/ sonder auch Unkeuschheit mitihrem eygnen Bruder Hittone / underdem Schein grosser Andacht/ und nächt-licher Besuchung der Kirchen / tribe.Di e / und dergleichen grobe Wörterbrauchte die falsche Magd so lang/undvil / biß die Leurh ihr Glauben ga-ben / und die schändliche Sach für denBischofs Salomonem III. zu Costantzkäme; der beyden Partheyen Amtslind Ergernuß wegen / für sich auf ei-nen öffentlichen VerhörStag citierte /lind beschickte. Wiehoffertigaber/ undstoltz die Magd aufzöge / also Demü-thig / undKümmcrhafft käme Wybo-tada für den Bischofs / und würd dieSach zu beyderseits angehört. Auseinen bestimmten Lag da vil VolcksHusameN kamen / den Austrag diserSachen zuvernehmen / würd aus Gött-lichen Urtheil / Und crhaltncm Rechtdie H. Wyborada unschuldig/ uyd einwahre / und reine Jungfrau./ der MagdReden aber falsch erfunden / dessen warMänniglich erfreuet. Der Bischofsfragte die Heil. Wybvradam / was erfür ein Srrast der Magd auflegen / undanthun solle?^da spräche sie i GOttdem HErien gehöre das Urtheil / derWerde das Böse straffen / Und das Gu-te belohnen« Doch bliebe die StraffNicht lang aus / dann weil die Magdaus teuffelischem Anreihen Nicht nach-ließe die Gottseelige Jungfrau zuver-schreyeft / käme sie zu grosser Armuth/Name einen bösen Mann zu der Ehe /würd mir dem Teuffel besessen / liesse indem Land herum / und gienge letstlichin kurtzer Zeit erbärmlich zngrUnd anLeib / uud Seelen: Wyborada aberNahtne täglich in allen Tugenden zu/Und wird von den Menschen hochge-achtet»
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Wie nun Bischofs Salottwn vonConstantz die Unschuld/ und grossenEyffer/ und wahre Andacht gegenGOtt der H. Wyborada gesehen hat-te ; besorgte er/ daß sie in ihrem Nat-terland/ und Behausung ihrem Be-puff/ und Andacht nicht wohl außwar->a ,8,' ten könnte / deßhalben beschribe er sieCostantz. gen Costantz/ damit er sie in einemWohlregUlierteM Frauen Kloster könnteversorgen/ und schickte etliche Dienermit Pferden die H. Jungfrau abzuho-len/ die zwar willig war zukommen /das Pferd aber/ und Bischöffljche Hof-gesinv/ hat sie abgeschlagen. 2llfokäme sie nach wenig Lägen mit ihrenzwo Dienstmägden zu Fuß hernach/ undwürd von dem Bischofs freundlich em-pfangen / und gehalten. Und ob gleich-wol der Vischoff ihr verwisen/ daß sieihme seine Pferd / und Diener verach-
k. k. klur-r. Die H. Schwei».
tet hätte / und mit ihnen Nicht gerittenwäre/ danckere er doch der H. Wybo-radä um die erwisene Gutthat/ undBeherbergung seiner Diener. Dar-nach eröffnete der Bischofs SalomoNder H. Wyboraden/ daß er ein Vät-erliche Sorg träge ihren geistlichenStand zu befürderen / und gäbe ihr ander Hauptkirchen zu Costantz ein Häuß-lein ein/ befragte auch bcyde^Mägd /wie Wyborada sich in dem Essen ver-hielte / tue Mägd von der H. Wybo-rada angewisen/ antworteten : sie ha-be kein Underscheid in dem Speisen/ son-der Esse alles was die Christliche KirchNicht verbiete. Darauf würd Wybo-rada von dem Bischofs mit nothwendi-gen Sachen reichlich versehen. Abersie blibe in Essen/ und Trincken beyihrem alten Brauch/ und äffe oft in 2 ^oder g. Lägen nichts anders als t Nachder Vefperzeit) Brod/ und Krämer/neben einem Lrunck Wasser / die andersSpeisen gäbe sie allezeit den Arnr.n?Zur selben Zeit war noch ein andersLlaußnerin meinem Häußlern zu Co-stantz einbeschlossen / mit Nahmen Ci-lta/ die würd von männiglich hochge-achtet/von hohen/und nidcrn Siands-Persohnen / zu underfchidlichen Z, uenheimgesucht/ um Rath / und Gebettangesprochen/ und mit manchem schö-nen Geltlein verehret : welches diseGeltnarrin ( dann der Nahm ihr b-lltchgehört / wie gesagt werden soll) zusa-men sammlete / und schattete /den Wu-cher damit zutreiben. St. Wybora-da als sie von diser Cilia gehört/ em-pfienge sie ein hertzliche Begierd / siezngrüsscn / und heimzusuchen. Wie sienun zusamen kommen/ begehrte dieWyborada von der Cilia ern geistlicheErmahnung/ die sie alsbald mit demWerck vollzogen. Zu einer andernZeit käme Wyborada wider zu der Li-na / welche Wyborada durch ein Fen-stetlein zuspräche / sagcnt: Weil disGehorsam eines Geistlichen Lebens disfürnehmste Tugend seye / wölle sie sol-che an Wyborada brüsten / und reich-te hiemit der Wyboradä ein Scckel mitGelt zu dem Fensterlein hinauß / mitdisemBefelch/ daß sie das Gelt in derStatt Costantz gewissen Leuthen aufWucher/ und Zinß außlechen solle.Wyborada erschracke ab der seltzamenGehorsam / entschuldigte sich mit al-lem Glimpfs/ Und wolte solches nikthun. Cilia aber nahms solche Ent-schuldigung hoch / und in dem Zornauf / verachtete Wyboradam / undschlüge ihr alle Freund - und Gemein-schafsr ab / und erhielte auch bey demBischofs Salomone / daß die H. Jung-frau Wyborada von Costantz gen Lln-
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