2>?8
Von dem Heiligen Wolffgang /
Thran / und bitten nicht erweichen /noch von seinem Fürsatz abwenden /hielte ihnen den Spruch Christi für :Wer seinen Vatter/ und Mutter mehrliebet dann mich / der ist meiner nichtwerth. Er erzehlt auch was St. Hie-ronymuS Epistola i. zu Heliodorumschreibt: Ob gleichwohl dir dein jungesKind um den Hals fallt / ob schon deinMutter mit ausgelassnen verwirrtenHaaren / mitzerrissnen Kleidern dir dieBrüst / an welcher du gesogen hast /fürweiset / wann schon dein Vatter aufder Lhürschwellen liget/ lauste / undspringe über ihn hinaus / und ffiehe mitdrucknen Augen zu deß H. Lreutz Fah-nen. In solchem fall unbarmhertzig /und fest seyn ist allein die rechteFromkeit.Hingegen ermahneten ihn seine from-me alte Eltern / mit dem Spruch Güt-licher Schrifft: Vatter/ und Mutterin ehren zu haben / verhießen ihm gros-. * se Erbschafft/ und Reichthum/ hattenseyn Vorhaben einzustellen / sie nit zuverlassen / biß zu ihrem in kurtz herbeyschleichendem Todt/ solle ihre Augenzuvor beschließen/ und sie eines so gros-sen Hertzenleyds entheben. Auf di-. se / und dergleichen Weis Hütte mangern den Heiligen abwendig gemacht /wie dann die Welt / Fleisch/ und derleydige Tcuffel/ die/ so gutes Vorha-ben/ und Gedancken/ zustürtzen/ undzu verkehren sich nicht säumen / sondermit eusserstem fleiß sich bemühen. St.Wolffgang aber blibe beständig/ achte-te ihr sürbringen gering/ beredeteend-lich seine liebe Eltern mit guten /demüthigen / und heylsamen Wor-ten/ daß sie ihm bewilligten / seynVorhaben in das Merck zusetzen /und einen Geistlichen Orden anzuneh-Wirdtiu men. Nicht lang darauff/ im JahrMönch ;n des Herren 968. begab sich der seeligEinfielen. Diener Gottes in das Kloster Einsid-len im dem finsteren Wald ( da St-Meinrad im Einsidler - Stand gelebt /und die Marter - Cron erlanget hat )dieweil die Geistliche / und Klösterli-cheDiscivlin da in guter Ordnung/ undStrengkeit gehalten wurde / under dem.gottseeligen Vatter/ und Abt Grego-rio/ von Königlichem Stammen ausEngelland gebohren/ von deme weitersin seines Lebens Beschreibung hie-rinnen soll gemeldet werden/ under di-< ses H. Abts Lehr / und Underweisungergäbe sich St. Wolffgang / legte dieWeltliche-Kleider ab/ das Haar/undden Gräfstichen Stand / und Titul derGrasten von Pfullingen Beringen / undReidcnfelden (.dann underschiedlicheMeynung der Scribenten seines Gräß-lichen Zunahmens/ und Geschlecht hal-ben) liesse sich Scheren/ legte mit soli-
derer Freuden St. Benedicti Ordens-Kleid an / wolte nicht hochgeachtet wer-den / thäte den alten Menschen gäntz-lich auß / und fienge mit dem neuemOrden-Kleid ein neues Geistliches Le-ben an zuführen/ in welchem er nachgethaner Profession in allen Tugendenalso zunähme / daß er in kurtzem da- iA//,rauf vondenBrüdern gesagtes Gotts- ApPri»hauß / zu ihrem Dechand erwählet wur- per.de. Zu derselben Zeit käme auch S.
Ulrich Bischofs zu Augspurg in dasGottshauß Einsidlen / die Brüder nachseinem Brauch/ und Gewohnheit (wie ^er dann oft thäte) zubesuchen: undals er etlich Täg daselbst verhärtete /und von des H. Wolffgangs Sitten /und Leben bericht war / weyhete er ihnselber zum Priester/ und fienge an ihnmit sonderer Lieb wehrt zuhaben.
Damit aber Wolffgangus seinem c»'-Priesterlichen Ampt sonderlich nachkä- AA«/me / erhebte er ohn underlaß mit gros- ^ p E«ser Demuth seyn Gemüth/ und Geist vansAzu GOtt/ opfferete ihm durch seyn Ge-lübd / das angenehm Opffcr auf/ und ^batte ihn allzeit / so wohl für seyn/ alsfür anderer Heyl/ und Seeligkeit/wä-re auch jederzeit bedacht / wie er seinevon GOtt ertheilte Gnaden / und Ga-ben zu viler Beförderung/ Heyl/undSeeligkeit am besten mochte anwenden.
Und weil er die Gnad gehabt das H.Evangelium zu verkündigen / war erdarum nicht faumseelig/ als er abersich auf ein Zeit mit grosser Andachtbefähle in den Schutz / und Schirm S. S- E.Othmars/ seines besonder geliebten Pa- mar^troni / sahe er Wolffgang Visen H. Abtzu Nacht im Schlaff vor sich stehen / proph^also ihn auredent: Dieweil du mich ge- ihm-gcbetten/ bey GOtt dein Fürsprecherzu seyn / so wisse daß du gleichwohl arm/und dürfftig von Einsidlen ziehen / aberanderstwo zu Bischöfflicher Würde /und Hochheit wider deinen Willen /wirst erhoben werden: So du dis Ampt/wirst wie einem Hirtcm gebürt / eyf-ferig versehen / wirst du nach 22. Jah-ren seeliglich zu dem Himmlischen Vat-terland kommen. Ich verheiße auchdir daß du dein Geist an solchem Qrthaufgeben werdest/ da mein Gedächt-nuß in Christi Nahmen gehalten wird:da will ich zu der Stund deines seeli-gen Abschetds / mit Gottes Verwilli-gung/ und anderer mehr HimmlischenBesitzern zu dir kommen / dir beystehen/und für Gottes Angesicht begleiten.
Darüber St. Wolffgang sehr getrost /erkannte den Göttlichen Willen / daßer berußen wäre den Heyden das Evan;gelium zu verkündigen. Derhalbenmit Bewilligung seines H. Abts Gre-
gorij/