Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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r.

8- Gcb-hard wirdauß scincrLodtrnMutterLeib ge-schnitten-

Komt genCostantz.

Wird daein Thum-her! / undsein Vatterstirbt-

244. Von dem Heiligen Gebhard/

für die Schloß-Porten/ welches sey» und seye des Erbs nicht bedürfftig /Anliqen/ und beschwerden mit Geschrey/ darein wolle er aber nicht bewilligen /und scharren des Fusses wolle zu ver-- sonder liesse lauten/ woferrn sie in zu-stehen geben ; Alsbald der Herr dis te ihm das seinig nicht wollen lassen zu-ersehen/ befähle er demThorwartdem kommen/ solches mit der Schärpffe zu-Wild nach zu gehen/ weil diß ohne suchen- Hiemit bewegte er seinezweiffel nicht vergebens geschehe Da Bruder also / daß sie sich mit ihm Ser-ver Portner mit der Hind in den Wald glichen/und seyn Erbtheil jhme fol-kame/ fände er ein jung .Hirsch - Kalb gen liessen. Diß thäte er aber nichtin stricken gefangen/ als er solchesloß' aus Geitz/ oder daß er Willens zeit-machte / liessen beyde dem Holtz zu / liche Güter zusammlen; sonder daß erund brachte der Diener dessen/ was geistliche Oerther damit mitler Zeit kön-sich verlosten/ seinem Herren Bericht, te befördern/ und versehen.

Grast Utho hatte Dietöurgam zu . Nach absterben St. Conradi Bi-einem Gemahel/ ihrem Herren/ an schössen zu Costantz im Jahr 976. und AMD'Tugend/ und Herkommen nicht un- auf ihne auch Griminolfus/ oder Ga- Doffi»gleich/ mit der erzöge er vier Söhn / minolfus der die Bifchoffliche Bürde/ ^ 'Ulricum/ Marquardum/ Leutfridum/ und Würde empfangen/ und im vierd-und Visen H. Gebhardum. Wie a- ten Jahr seiner Regierung auch Todtsber die Goltsförchtige Frau Dietbur- verfahren ; würd im Jahr 980. mitburga mit St. Gebhard schwanger einhelliger Stimm der Clerisey/ undgieng/ und die Geburts-Zeit herbey des Raths zu Costantz erwvhlet Geb-nahete/ wurde sie so Schwach/ daß hard Grast von Bregentz ein Vorbildsie mit dem Leben nicht möchte darvon aller Tugenden / vollkommens Lebens /kommen ; zeigte doch an/ daß die Ge- reisten Verstands / und Weißheit/ undburt bey ihr noch lebe/ mit befelch/ so wiefeyn Vatter/ gantzSansstmüthig.bald sie sterbe/ soll man das Kind von Ob zwar aber er sich diser Würdenftwihr nehmen / und in einem warmen unwürdig / und untauglich erachtete /Schmerleib erhalten. Ihr Rathge- wurde doch seyn Wahl mit einem Wun-bung wurde in acht genommen/ als- derzeichen bestätiget- Dann in dem Die H-bald sie starke/ hat man das Kind Thumstifft war ein Mariä Bildnuß invon ihr geschnitten/ und einer treuen einer Tassel gestochen/welches S. Geb-Säug - Mutter zuernehren / zuwar- hardo im Schlaff fürkommen / und denten/ und aufzubringen/ anbefohlen / Bischoff-Stab dargereicht/ mit An- ^welches bestes Fleiß geschehen. Als Mahnung / er solle über die Herd Chri- ,ernannter Gebhardus etwas erwachsen/ sti behüt - und wachtsam seyn / sie Wei-wurd er von seinem Vatter nach Co- den/ und ihre die Speiß zum ewigenstantz geschickt / und den ThUmherren / Leben mittheilen. So ist auch St.anbefohlen / zur Tugend / Lehr / und Conradi Prophecey erfüllet / da er ihmbesonders geistlichem Stand ihn an zu vorgesagt - Er werde bald nach ihm Bi-weisen : Zu disem allem wäre er willig/ schaff werden. Mbstl. Heiligkeit zubereit/ und gehorsam/ daher seyn Lob Rom/ und Käyser Otto ber H. liessenallenthalben außgebreit wurde; wäre ihnen dise Wahl sonders gefallen/ br-auch allen seines freundlichen Gesprächs stättigten / selbe alfobald mit Bullen /wegen Lieb/ und bey denen in grosser und Brieffen/ überschicktcn ihm auchEhr/ und Ansehen. Zu forderst die Jnful/ den Stab/ und Ring.liebte/ und bewise ihm St. Conradus

grosse Ehr / sintemal er im Geist sahe Mit was N utz er aber seyn Vät- 4

daß er ein frommer Mensch/ und gross terlich Erbschafft angewendet/ bezeu- DauEser Freund GOttes seye; werde we- gen das Kloster Petershausen / und KlostEurg Jahr nach ihme zur Bischöfflichen das Costantzer Thumstifft/ dann int 'Würden kommen. Wie St. Con- dritten Jahr seines Bischthums/ imrad ihme / als er in deß Bischoffs-Stuhl Jahr 98z. kauffte er von einem Abt /sich setzete / das vorgesagt / wie in Con- in der Reichenau den Platz über Rheinradi Leben weitläusfig angedeutetwor- vor Costantz/ Petershausen genannt/den. Als St. Gebhard in das ThuM- weil ein Fischerhäußlen/dessen Jnn-stifft aufgenohmen/und seyn Vatter wohner Peter hiesse/da gestandenUlho von diser Welt Gottseelig abge- Auf disen Platz fienge er an ein Bene-fahren/ wurde er von seinen leiblichen dictiner-Kloster zubauen GOtt/ undVrüdern / wegen des Vätterlichen dem H> Pabst Gregorio Magno zu-Erbtheilö/ angefochten/ welches sie ehren/im n. Jahr des Käyferthumsjhme nicht wollen lassen zukommen / Ottonis II. als Benedictus VH. derweil er geistliches Stands wäre / könn- Catholischen Kuchen vorgestanden. Inte sich mit seiner Pfrund vergnügen / wehrendem Kirchenbau/ als die Mau-