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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Bischoff/ und Beichtiger.

GOtt dem Allllmächtigen / darnachspräche er den Umstehenden zu/ daß sieseinen Cvrper in das Kloster Peters-hausen begraben selten. Versande al-so Gottseelig im Jahr 996. auf den 27.swechait Augusti. Als der todte Cörper gewa-n?Ä'' ^bn und mit Bischöfstlichem Ornat be-grqbnuß. kleidet/ wurde er in den Lhum getra-gen/ nach verrichten; Seel-Opffer aber/gäbe es ein Zwispalt under den Prie-stern/ und Leyen/ in dem der ein theil ihnin Thum wolt begraben haben: Ande-- re aber wendten für / man solle seinemletsten Willen nachkommen / und ihngen Petershausen tragen / die meisteStimmen aber waren / er solle in demThum verbleiben. Nach dem allda dasGrab würd zubereit / und die Trägerzu der Baar griffen / wurden sie allerKrafftloß/ und erradert/ die Baar auchalso schwär / daß sie durch MenschlicheHilff nicht könnte bewegt werden/ da-rüber mänmglich sich entsetzt. Alsbaldsie sich aber änderst besunnen/ und denLeichnam an begehrtes Ort bewilligetzu der Erden zubrstatten / seynd dieverordnete Träger wider zu Kräfltenkommen/ und ist gar kein Last mehr an^ der Baar gespüret worden. Zu vi-fem allem ist vor deß Lhumö Kirchen-thür ( so männiglich gesehen) ein Taubauf die Leicht geflogen / aus diser ver-hüben / biß. man über Rhein gefahren/und in St. Gregorij Kirchen zu Pe-tershausen kommen/ allda ist die Laubwider verschwunden / hat dannoch einüberauß lieblichen Geruch Hinberlassen/und solang gewehret/ biß der H.Leibvor dem Chor Altar/ oder under demHinocen. Chor A^ar begraben worden, Überl'iis II. c'a. IZ 9 - Jahr / hat Amwcentius n. den«vnisim 17. Augusti im Jahr HZ4. zu Pisisin allgemeinem Concilio ihne canoni-siert / und in die Zahl der heiligen ge-schoben/ seines Pabstthums in demsünfften Jahr.

c,p. A. Nach St. Gebhards Todt / da-mit GOtt seyn Heiligkeit den Men-schen berühmt machte/, seynd vilMira-cul / und Wunderzeichen geschehen:besonder weil zu Petershausen etlicheOrdens-Persohnen seyn Heiligkeit inzweifle! setzten/ oder nicht so hoch hiel-ten / als nachfolgende Miracul mitge-bracht/ und erzeigt haben.

D. Geb- i. Kurtz nach seinem Todt hat sich

L/r- zugetragen/ daß AbtBeringerius derÄvV erste zu Petershausen m seinem Vett-nwffe hauß seyn Gcbettvollbrachte/ und daer in aller Andacht wäre / erschiene ihmeSt. Gebhard in grossem Schein/ undKlarheit/ sprächen!) : Vatter sey ver-üewiflet/ daß ich bey dem allmächtigen

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GOtt/ disem Gottshauß/ und Con-ventualen erworben/ daß keine/ wel-che GOtt in disem Ort dienen werden/nach dem zeitlichen Todt mögen verkeh-ren werden/ sie versäumen dann muth-williger Weiß sich sechsten. Damitverschwunde der H. Mann.

2. Als ein Ordens Persohn dr'ses UnglaubenKlosters sein Gebet! mit sondcrer An- ^straffet /dacht beydes H. Gebards Begräbnußthäte / sahe er das gantze Grab mit erleucht,einer hellen liechten Wolcken wie einTonnerblitz umgeben / und empfändegar ein angenenuncn lieblichen Geruchdarbey. Deßgleichen erscheine derHeilig einem andern deß Ordens / mitBischoff/und Priestcrlichen Zierden an-gethan/ in einem herrschen Thron si-tzend/ und sprechend: Sihe mein Bru-der mit Augen/ daß ich vor GOtt nitso gering geacht werde / als du / undetliche der deinigen mich halten /an meiner Seeliakert / und Verdien-sten zweifsten/ und mir übel nachreden.

Dlß thäte der Heilige / damit ihr Un-glauben gerudert/ und verbessert wur-de / und sie GOtt nicht erzörnetcn.

Weil aber diser Bruder aus Demuthdise Erscheinung wenigen anzeigte/ warGebhards Heiligkeit / durch ern großWunderzeichen / mit einem besessnenMenschen / der Welt von GOtt kund-bahr gemacht. ^

z. Ein blinder Mann aus dem Bl-uderDorff Thurgau / käme zu deß Heiligen erleucht.Grab/ welcher andächrig da gebettet/und sein Ellend / und Blindheit St.

Gebhard bekiagt / der wurde gnädigerhöret/ und ist sehend worden/ wel-cher darab gleichsam erstummete / daßer sich / und andere sehen könnte/ deß-gleichen er ihme in seiner Blindheitnicht könnte einbilden. Grellere sichauch gegen GOtt / und seinem Heili-gen danckbahrlich ein / und verkündig-te »hm bescherte Gnad männiglich.

4. Vil Besessene seynd durch deß DMneHeiligen Verdienst- und Fürbitt erle- erlcdigrt.diget worden / deren etliche / so sie in dieKrufft geflihret worden / sagten / oderder leidig Feind aus ihnen / er müssezwar weichen / aber daß müsse bey St.

Conrads Grab im Thum geschehen /so man aber mit dem Besessnen dortankäme / spräche der Ertzlugner wider:

Es müsse bey St. Gebhards Grab ge-schehen/ also seynd dann gemeiniglichdie arme geplagte Menschen auf derRheinbrucken / zwischen beyden Or-then durch treue Verdienst/ und Für-bitt / von den bösen Besitzern erledi-get worden.

Hhz 2. Ein