Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Ein toben-der Gicht,briichiqerwird ge,ftmd.

Sip. ra.

Bescffcne.

erlediget.

Der Teufftl setzet ihrwider j».

L4» Von dem Heiligen Gebhard /

5. Ein Baur/ und Jnnwohner dißOrths so vom Schlag gerühret / lägelange Zeit lahm / und kranck/ als di-ser einmahls allein mit seiner bösenFrauen bey Haußwar/ wurde er vondem bösen Geist besessen / spränge ausseinem Beth / ertapt ein Stecken / seinWeib zuschlagen / das Weib weichtihm in ein Zimmer aus / schreyet umHilff; die Benachtbaurte liessen hin-zu / befinden den Gichtbrüchtigen al-ler wild / und tobend / daß sie ihn mitgrosser Mühe fiengen / den sie doch vondem wüthen nicht stillen möchten/ ha-ben ihn verwegen in ein höltzinen Ses-sel gebunden / und St. GebhardSGrab zugetragen/ allda wurde er vonallem Wüthen/ und Kranckheit ledig/doch lebte er darnach ein kurtze Zeit /und starbe.

6 . Ein Frau aus Schweindorff /vil Jahr vom Teuffel besessen / undjämmerlich gequälet / deßwegen sie anunderschidliche Heilige Statt geführtwurde/ aber allzeit unverrichter Sa-chen wider zu Hauß gebracht. End-lich beschlossen die Freund / sie gen Pe-tershausen zu St. Gebhards Grab zu-führen / darüber der Teuffel erschro-cken / fienge an dem H. Gebhard übelnach zureden / daß er kein H. Mann /sonder ein Gleißner / und Leuth Ver-führer bey Leben gewesen seye/ werdedeßwegen mit Nichten ihn aus diserWohnung/ und Weib vertreiben mö-gen/ und dergleichen mehr Wort / zuVerkleinerung deß Heiligen angese-hen. Aber die fromme Menschen hiel-ten deß Teuffels blaudern für einMähr/ gaben ihme kein glauben/ be-gaben sich mit der Besessnen nach Pe-tershausen / und je näher sie darzu ka-men / je ungestümmer der Teuffel indem Menschen sich erzeigte / mit heu-len / toben / und wüthen / und demHeiligen übel nachzureden / und zn-schmähen. Wurde also die Besessenemit grosser Mühe / und mänge derMenschen auf St. Gebhards Grab ge-bracht / und als der Priester das ge-wöhnliche Gebett/ und Exorcismos ge-braucht / wurde das Weib vom Bö-sen ledig/ fiehle zuboden als ob sie todtwäre / nachdem sie aber wider zu sichkommen / merckte sie sich von demTeuffel entlediget zuseyn / sagte GOtt/und dem Heiligen danck. FolgendeNacht weckete der leydig Feind dieFrauen vom Schlaff auf / beklagte sichdaß er unbillicher Weiß von dem H.Gebhard aus ihr getriben wäre / woltemit vil geschwetz sie wider bereden/ damiter von rhr sein alte Herberg wider zu-bHwohnen zugelassen wurde : Sie aber

weckete andere andächtige Weiber auf/welche in ihrem Zimmer schließen/ mitihrem andächtigen Gebett den Feindzuverjagen / daß geschahe. Morgens'empfieng die Frau aus dem K loster einCreutzlein/ darinn das Evangelium St.Iohannis war / wie sie das angehenckt/müßte der Teuffel von seiner Nachstel-lung weichen/und ablassen.

7. Einer frommen Ordens-Persohn S .Eck«zu Petershausen / welche dem Psalter/ MeMund Gebett fleißig ergeben war / ka- WMme in der Nacht / als sie schlieffe für/

wie sie vor St. Gebhards Grab bettetewelcher derHeilig/als stige ervomGrabheraus/ erschiene / sprechend : förchtedir nicht dann ich bin Gebhard / sodi-se Kirchen / und Kloster GOtt zu eh-ren erbauen / wie auch dem S. Papst/und Beichtiger Gregorio Magno/ge-he aber/ und sprich den Brüderen / daßsie ihn/ und mich grosse Patronen / undVerfechter haben werden in allen ihrenNöthen / Trübsaal / und in ihrerSterbstund / und bey dem ewigen Rich-ter der ewigen Seeligkeit versichertwerden.

8 . Ein Meßner zu PeterShausen / EinÄä'pflegte offtermahl die Ampel oder Liechr ncr Eter / auf St. Gebhards Grab vor Tag 'abzulöschen / wider Befelch / und al-tes Herkommen / und Gewohnheit:deßwegen erschiene ihm in einer Nacht

St. Gebhard/ berührte mit dem Fin-ger dem Meßner > ein Aug. Daraufdas Aug abnähme/ biß entlich der Meß-ner aus Göttlicher Straff gantz blinddaran wurde.

9. In disem Gottshauß war einKnab / an Armb / und Schenckeln soräudig/und geschwärig/ daß kein Artz-ney noch Mittel helffen wolte. DiserJüngling pflegte dem Priester/ so beySt. Gebhards Grab Meß läse / offtzu dienen/ under dem Meßopfferaber/befähle er sich S. Gebharden mit gros-sem fleiß: Als er einmahl bey deß Heili-gen Grab sein Gebett verrichtete/legteer das Haupt weil er matt / und müdwar/ aufdas Grab/ und entschliesse.Dasahe er den H. Gebhard mit Bischöfflj-chemOrnat/und Kleideren angethan /aus der Krufft bey dem Grab Herfürkomen / und sein Haupt mit dem Stabberühren/ darauf erwachte diser Jüng-ling / und von diser Stund an wurdesein Kranckheit sänffter/ und gemiltert/befände sich von Tag zu Tag besser /biß er gantz wider in kurtzer Zeit gesundworden.

rv. Zu Costantz war ein arme Frau/

wel-