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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem Seeligen Eberhards / Grasten / und Beichtiger. 2 f r

Er verkeil-

»«thrk sich.

welcher ihne so wohl in weltlichen alsGeistlichen Schrifften fleißig gelehrt /und in einem herrlichen Wandel / undberühmten gottseeligen Leben wohl gr-übet hat. Da er nun zu seinemMännlichen Alter kommen war / istihme Hertzogs Burckhardi von Schwa-ben Sohns Bertholdi Tochter / diefromme / und wohladeliche JungfrauItta vermählet / und vertrauet wor-den / von welcher er sechs Söhn er-leuchte / nehmlich Ottonem / so her-nach Ertzbischoff zu Trier worden.Eggehardum so ein Conventual in derRerchenau / und im Jahr 1071. deßgesagten Fürstlichen Gottshauß Abtworden. Albanuö der dritte starbejung. Der vierdte/und sünffte zweenkhüne Ritter/ die wurden im Iaht1075. in den Diensten Ääysers Hen-rici deß vierdten in einer Feldschlachtdeß Lands Sachsen erschlagen. Burck-hardus der sechste Sohn / besässe dieMütterliche Grass-und MütterlicheErbschasst/ und war regierender Graszu Nellenbmg / und deren zugethanenLandern. Dieweil aber Eberhardusdise Kinder bey seinem Gemahel hättebekommen / und mlt sondcrm Lob /und guten Exempel herrsckete / undUiWgis regierte / nähme Eberhards Frau Mut-8a ein ter Heidwigis von ihrem Sohn einenfreurwllchen Absckcid / Übergabe ihmeLand / und Leurh / und sein Bäuer-liches Erb / zöge mit einer grossenBaarschafft / und Gut in das Ertz-bischthum Maintz/und stifftete daselbstin der Ehr der Heil.^Iungfrau Mariäein Frauen Kloster Schwabenheim ge-nannt. Darein begäbe sich die Gott-seelige Gräffin mit vilen adelichenJungfrauen / und beschlusse daselbstihr übriges Leben / mit einem seeligenEnd in grosser Andacht / und Heilig-keit.

e:,p. ^ Wiewohl aber der fromme / und^ rieht Gotröförchtige Grass Eberhardus anmE?/ L^d/ und Leuth mächtig/ und reichJacv? wäre/ setzte er doch mit samt seinerGemählein nicht vil auf das zeitlicheGut / sonder suchte GOtt den Herrenaus gantzem Hertzen/ mit allem fleiß/grossem Eyffer/ und Andacht; zögedeßwegen in eygner Persohn gen Romdie Heiligen Statt heimzusuchen/ undhernach auch Pilgers-weiß gen Com-postell zudem H. Apostel Jacob. Nachsolchen grossen Reisen war der frommeGrass noch mehr mit der Liebe Got-tes entzündet / und von den Weltlichenzu den Himmelischen Dingen gezogen/Und dieweil er nunmehr einen eintzigenLeib - Erben den Burckhardum überighatte/ dann die zween Geistliche in gros-

k. lVturcr, Die H. Schwer«.

sen/ und hohen Würden / und Standwaren/ nähme er ihme endlich für/mitseiner Gemählein gutheissen/ GOTTdem Allmächtigen/ und allen liebenHeiligen zuehren / ein Kloster vonManns Persohnen des H.Vatters Be-nedicti Regel zubauen. Darum batte ernit allein mit seiner Gemählein/ son-der begehrte auch von anderen H. undGottseeligen Leuthen / daß sie Gottden Herren solten bitten / damit er ih-me anzeigte/ an welchem Orth es ih-me gefällig wäre / ein Kloster zubauen.Es fasse an einem Orth des Rheinsauf Germanier feiten / zwo Weil lin-der dem undern Bodensee / ein from-mer / und einfältiger Schiffmann / 0-der Bruder / der da pflegte die Leuthüber den Rhein zuführen / disem BrUder befähle der Grass daß et solle denGöttlichen Willen/ durch seyn andäch-tiges Gebctt erkundigen/ wohin er einKloster bauen möchte. Diser Bruderals er in seinem Gebett war / sahe ineiner Nacht nicht ferrn von ihme / unddem Rhein ein Neure / deren brenendeFeurflammen biß zu dem Himmel gien-gen/ in der Mitte aber stunde ein schö-nes / und glantzendcs Lreutz wie Gold/welches wunderbahrlich anzusehen war /Und dises Feur wäre ein Zeichen / daßihme der Allmächtige GOtt dises Orthzu einer Wohnung außcrwöhlt hatteDeßwegen als der Grass von dem vor-gesagten Bruder / oder Schiffmann be-richt worden/ und er auch sechsten ge-spüret/ daß ihme GOtt disen Platzaußerkesen hätte / bauete er erstlich einCapell mit dreyen Altären/ zu ehrender tzlorwürdigsten Aufferständnuß IE-su Christi unsers HeylandS / und See-ligmachers/ die Man auch St. Eber-hardi Capell neunte. Dise Capellist im Jahr 1052. auf den 2z. TagAugstmonat/ von dem Papst Leonedem lX. so ein teutscher Grass gewesen/und zuvor Bruno genannt worden /und Bischofs zu Tüll in Franckreich ge-wesen/ geweyhet worden.

Nach verricht« Weyhung der ge-sagten Capellen nähme der GraffEber-hardus mit Rath des frommen Prie-sters Lupoldi / so ein Zuchtmeister sei-nes Sohns Burckhardi war/ den Klo-sterbau an die Hand zu der Ehr 8.8ul-

vgroris M8b) (Ülirilli, A omnium 8un-

Äorum, das ist unsers Henlands/undSeeligmachers JEftr Christi / und Al-ler Heiligen/ und Freund Gottes/zu-bauen / an dem Rhein auf Germanierfeiten/ an einem gar fruchtbahren Ge-läut» / jetziger Zeit mit schönen Wein-reben/ und einer herrlichen Statt um-geben / und gezierct. Als nun der

8 i ftom-

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Er «W««»Kloster,

Er köretein Eaxell.

<7ip 4.Bauet da»Koster Äl-ter Heilige.