Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
257
JPEG-Download
 

Abt / M Beichtiger. Ls»

ftibkkch / eingezogen / still / demüthigLegen jedermann / in der Bekleidunghielte er sich seinen Mitbrüdern gleich /schlecht / mw einfältig / in der Hand-arbeit war er fleißig / sonderlich mitschreiben / aus seinem eygnen Verstand/oder Abschreibung guter Authoren /welches den Kloster-Persohnen grösteArbeit jederzeit gewesen.

^ Der Gottseelige Friderich wäre dengeistlichen Übungen/ und dem beschau-lichen Leben gantz ergeben / die Welt-liche Geschäht/und Klösterliche Hauß-haltung befähle er etlichen Convent-brüdern / denen er zuvil nachgesehen /deßwegen fiengen sie nit allein den H.Mann züverhassen/ sonder suchten auchalle Gelegenheit aus Leufflischer Ein-6>rechung/ wie sie den frommen Mannvon der Abtey verflossen möchten.Dann sie ihme die geistliche Ruhe/an-dächtige Übungen / und frommes Le-ben/ für einFaulkeit/ UnwissenschafftEi der Haußhalrung / und Unverstand /*rrkl«°t auslegten/und verschreyten. Dero-wegen haben ihn etliche seiner Miß-gönner bey dem Grasten Adalberten /als einen untauglichen Hauß-Vatternverklagt/ und mit vilen falschen Wor-ten verkleineret / sonderlich aber wäreder fromme Abt auch vor disem beydem Grasten verhasset / dieweil er ausRath deß Convents / die Übergebungdeß Gottshauß Hirschau/ begehrtevon dem Papst bestättiget zuwerden /und wann der Grast da zumahl vonseiner andächtigen Gemähelin / ( dieden H. Abt sonderlich ehrete / liebte /und für ein grossen Freund Gotteshielte) nicht beredt wäre worden/ o-der der Leuthen Nachred förchten müß-te / so gesagten H. Mann auch hoch /lieb/ und wehrt hielten / hätte er ihnvon der Abtey entsetzet. Wie nundie falsche Verkläger sahen / daß ihreAnschläg / und Leufflifche List / kei-nen Fortgang gewunnen / giengen sienicht in sich selber / wie billlch gewesen^ wäre / sonder verklagten widerum denH. Mann aus grösserem Neid / undHaß / nach etlicher Zeit bcy dem Graf-fen / als einen unkeuschen fleischlichenk ^ Mönchen / und Ehebrechern. Da-rauf der Graf ohn alle weitere / nach-* frag ergrimmete / ohne Zeugen / undgehabtem Rath / ohn einige Verant-wortung deß H. Manns / entsetzte erden H. Mann/ und unschuldigen Abtfriderich von der Abtey. DiseSchmach nähme St. Friderich mit Gr-dult von der Hand Gottes auf/ undtrüge djses Creutz/ünd Versuchung/ mittzlcher Sanfftmüthigkeit / und Stär-ke / daß kein Wort noch einiges zei-

chen einer Kleinmuthigkeit oder Unze-vult an ihme gespühret worden / lebteunder seinen Mitbrüdern in dem Con-vent / mit allem Friden / Liebe / undEhrerbietung / als hätten sie ihne niesmahlen von der Abtey entsetzet / beslendiget/ noch einige Uriach seiner fal-schen Verleumbdung geben. Wie-wohl er under disem ojst Schelt-undSpitzwort hören / und einnehmen müs-sen. Und wäre wohl zuverwundern /daß er niemabl von dem GottshaußHirschau zuziehen wolle begehren / insein Proftß Hauß gen Einsidlen/ gä-be seinen Feinden auch kein UrsachGott mehrers zubeleydig? / und sichseines hinweg Ziehens zuerfreuen/odeseines zeichen einer Ungedult zuerzeigen/sonder wolle mit / und under denen süd-lich / und freundlich leben / so täglichseinen Schaden / und Verkleinerungsuchten.

Aber der allmächtige G 0 tt / derdie seinigen nie verlasset / ob sie schonin grosse Trübsal etwann fallen lasset /offenbahrete er doch nicht lang hernach/wie unschuldiger Weiß / der H. Abtvon seiner Abtey verstojff/und wie fälsch,lich er von dm seinigen verklagt wor-den / und käme letftlich alle Falschheit/List / und Betrug an den Lag / dar-durch seine Feind -»schänden wurden ;er aber für einen frommen Heiligen /und unschuldig? Mann/ von mälliglichgeachtet / und gehalten worden. Koneü msliria tuprs msliriam clauttrsliunlerverlorum , hui nullum tacinus ab-orenres, suäenr omne, czuocl livortu^bcllerir. Also war unser H. Fri-derrch mehr nicht/ als drey Jahr / undacht Monat Abt / und in obgesagtemJahr 1068. würd er unschuldiglich ent-setzet. Wie er nun also etliche Zeit un-der seinen Feinden / als ein sanfftni'ä-thiges Lämmlein under den Wölffen indem Gottshauß lebte / käme der Abtdeß Gottshauß St. Nazarij Laurissenssis (der deß unschuldigen Friderich-Entsetzung der Äbten vernehmen ) genHirschau / und name ihn seinen Fein-den aus den Händen / führte den auchauf St. Michaels deß Heil. ErtzengeLSBerg gen Ebrrsperg / und versähe ihndie überige Zeit seines Lebens mit noth,türfftiger Aufenthalvmg / und Klei-dungen/ allda der H. Mann biß in seinEnd G0Lt dem Allmächtigen mit höch-ster Andacht / Fasten / Wachen / Bet-ten / und Himmlischen Betrachtungen/darzu ihme der einsame Berg / unddie Einöde behilssiich waren / dienete.Endlich nach wenig Jahren beruffte ihn ,sein Heyland/ und Scköpffer durch einKranckheit/ und GottfteligesEndvon

disem