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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Graffin/ und Wittfrauen. 2§f

Jäger/ und machten sich bald von ban-nen mit ihren Hunden / ihrem Herrendem Grasten solche sröliche Zeitung an-zuzeigen.

7. Nachdem nun die Jäger in dasSchloß kommen / spricht einer mit ftö-lrcher Red zu dem Grasten / GOtt seyegelobt / und gedancket / welcher EuerGnaden Gemahel so wunderbahrlicherhalten / daß sie nach dem schweren /und grossen Fall noch bey Leben sich be-findet. Darauf der Grass geantwor-tet: von meiner Frauen die du nochbey Leben zusein anzeigest / kan ich nim-mer glauben/ dieweil sie von solcher höhegestürtzet worden / und so liess herabgefallen / daß sie mochte vilmehr in tau-sent Stuck zertrimlet worden seyn.Der Jäger sprach : Ich sag die War-heit daß sie noch lebe / dann ich sie nichtallein mit meinen Augen gesehen / son-der auch Persöhnlich angeredt/ und siemir ihre rechre Hand gereichet hat /und hat auch Euer Gnaden anzeigenlassen / und frey gesagt: Euer Gnadenhabe sie wider alle Billichkeit verstoßen/und hingeworffen / dieweil sie der be-schuldigten Sach mit dem Jäger / mei-nem Vatter / unschuldig seye gewesen.

Ar Grass Dtser Zeugnuß könnte der Grass nicht

F -uS. widerstreben / und wolle nicht längerwarten / sonder name die Hund / undden Jäger / und giengen sämtlich andas Orrh deß Tobets / das Rappen-stein hiesse / und kamen endlich zu derobaesagten Hole / darin» die H. FrauJdvaihr unachtsames/ und armeöHütt-lein hatte / es sahe aber der Grast St.Jddam bald herfur kommen mit »über-geschlagnen Augen / zerrißnen / undschlechten Kleidern / demüthigen Ge-bärden / und sonderbahrer Schamhaff-tigkeit / als ob sie die geringste Magdin seinem Hauß wäre / der Grast ent-setzte sich hesstig ab disem Anblick seinesunschuldigen Gemahels/ erkennete seinSchuld - fiele auf seine Kneye nider /gäbe sich deß grossen Lasters schuldig /daß er an ihr unschuldiger / und gäherWeiß begangen hätte / und batte sieHertzlich um Verzeyhung. Hieraufhebte St. Idda ihren Gemahel vonder Erden auf / und spräche : er sollesolche Ehrerbietung allein GOtt demHErren indem Himmel beweisen / unddenselben um Verzeyhung unser Sün-den bitten. Der Grass batte die H.Jddam / daß sie wolle mit ihm wide-rum in das Schloß ziehen / und ihmebeywohnen mit Verheißung / er wollesie also ehrlich halten / daß sie solcheszugefügtes Übels / und Unfalls tausent-fältig ergehet wurde. Dises begeh-ren schlüge die H. Idda ihrem Herren

mit freundlichen Worten / und wichti-gen Reden ab / sprechend : daß sie sichgantz / und gar Christo dem unsterbli-chen Bräutigam ergeben/ und verspro-chen habe/ und deß weltlichen Stand-nunmehr abgestorben seye / in Hoffnunger werde sie in ihrer Andacht / undaottsförchtigen Leben nicht verhindern/sonder die übrige Zeit ihres Lebens /indem angefangnen Emsivlischen Standbeschließen lassen/ und begehre nichts an-ders an ihren Herrö/daß daß er ihr wolleein schlechtes Hüttlein bauen lassen /darinnen sie forthin sich mit ihremschwachen Leib möchte aufenthalten /und Christo ihrem Bräutigam destofüglicher dienen. Nach drsem be- Tk MS«williget Grass Heinrich (wiewohlnicht wird«»ohn tramen ) was sie begehrt hatte / C-llgcba>osprechen!: dieweil es nicht änderst kanseyn / und ich solches geistliches / undGottgefälligst- Vornehmen nicht ver-hindern will / so begehre ich daß ihr eucherkläret / an welchem Srth ihr solcheWohnung zuhaben begehret / dann d qr-Zu will ich mich willig erbotten haben»

Sie sprach aber / daß sie mergents lie-ber ihr Auffeuthaltung haben möchte /dann in der Au / an dem Orth da manpstegt über das Hörnlein zugehen / (dißist der Nahm eines grosses Bergs beydem Gottshauß Fischmgen genEmsid«len ) nicht weit von der Capel! / dieZU ehren unser lieben Frauen erbauenist / dann in derselben Wisen oder Mat-ten möcht ich gern ein Wohnung auf-serwöhlen / und dem GOttsdienst /und meiner Andacht daselbst auswar-ten? Darauf der Grass seiner Ver-heißung genug gethan / und hat an ge-meltem Orth die begehrte Wohnungbauen lassen.

Ein grosses Wunder wäre es / daßdise zarte / und edle Frau / so langeZeit zuvor mitten in der rauchen Wild-nuß gelebt / und ohn ewigen Nach-theil / und Schaden ihrer natürlichenKräfften / mit höchster Gedult / Hun-ger / Kummer / und Armurh habe ein-nehmen / und überstehen können. Dasgeschahe aber nicht natürlicher Weiß /sonder durch gewisse Gnad / und über-natürliche Krafft GOttes/ der so wun-derbahrlich in seinen Heiligen würcket.

Und ist wohl zuglauben / chaß die H.

Engel GOtteS / so wohl der H. Jd-dä/als der seeligenBüsserinMariäMag-dalenä / und andern mehr in der Wüstegedienet/ und sie mit leiblicher Speiß/durch sonderbahre Gnad GOtteö/ver-sehen/ und ergehet haben. Nachdem Dk. IMnun das neue Hänßlein durch den Graf- ^wohne«fen / nach ihrem begehren erbauet wor- ^ '

den / zöge die Gottseelige Idda vo»

ih-