Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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kuer, Lc l'iZui'i. 281

drament / und theils zu den Schwestern GOtt zu mehrer Anzeigung der Heilig-vffnet das Buch / und läse das H. Le- keit seiner geliebten Gesponß / der Weltben diser Königin/und noch mehr was durch dise Schwester hat offnbahrenGOtt mit ihr gewürcket / so hierin nicht wollen. GOtt gebe daß wir ihrerbeschuhen / auf das verschwände diß Fürbitt auch theiihafftkg-Gesicht/ und Offenbahrung/ welche gen werden.

Kn dem mschuldigeii IM / «nd

Marter / eines Schuhmachers Sohnsin Zürich / welcher boßhafftiger Weiß vonden Juden ermordet worden.

Im Jahr 1349. .den 2. Martij.

Distn Mord / und Todt beschreibt ein alte geschribne AuthentischeZüricher Chronick / Anno i44s. vollendet. Item O.n- itoon r i^c-msnneis, m /^nno lZ49> )oan 8 cumpk. in seiner Schweren-

schen Chronick im 6. Buch / am 18. cap. 502N tiemricn ,

Züricher Chronick im 7. Buch cap. 20.

100.

Juden

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M imZahrdeßHerreniZ47.

und 48. mehr daß der drittetheil Menschen m der Welt/sonderlich aber Elsaß / undSchweiß / durch em greu-lich / und vergißte Pesti-lentz hingestorben waren / griffe manin allen Siädt/ und Oerthern zu denJuden / wurden derer vrl durchSchwerd / und Feur Hingericht / alshätten sie Bronnen / und Wasser ver-gütet / und darauf folgende Pest ver-ursachet. Weil dann die Starr Zürichum Martini auch vrl Juden /obgerühr-ter Ursach halber / liesse hinrichten /waren deren etlich / so der Straff nochentgangen / heimlich ergrimmet / undwider das Christen Blut entzündet /deßwegen in nachkommendem iZ49.Jahr den 2. Martij etlich Juden in Zü-rich wohnhafft / heimlich einem Schuh-macher / hiesse der zu der Widen / seinnoch nicht 4. jähriges Knäblein gesto-lern / welches sie nach altem Haß mitNadlen / und Glusen durchstochen /.biß es den Geist aufgäbe. DessenBlut die Juden auf mancherley Weißmißbrauchen / und inißhandleten. Dentodten Leichnam aber begruben / undverbargen sie in einem Bach/zum neu-en Marck / der Wolffbach genannt.

^ Wenig Täg hernach / als der raü-«v'rdgL übende Bach das Erdreich ab demden. vergrgbnen unschuldigen Knaben hm-

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er.

'weg geschwemmet / hiengen unge-fähr etlich junge Knaben auf Steißendurch den obgesagken Bach / da saheeiner Walther von Will auf den Stei-ßen ein Schühlein im Wasser / als erdifts wolle fortstoßen jähe er auch deßKinds Scherrckeiern : wurde das Kindalso aus dem Bach gezogen / und vonseinem Vatler / und andern erkennet /und die Warzeichen seiner grausamenMarter mrr Augen gesehen. DerArgwohn gierige / die Juden müßtenes gethan haben / deßwegen man aufsneue zu ihnen griffe / dise bekundennicht allein dise Mordthat / sondef nochvil andere Bubenstück mehr / deßwe-gen wider deren vrl mit Feur / undSchwerd gerichtet worden.

Auf dise Bekandnuß erkennete einehrsamer Räch der Statt Zürich mansolle diß unschuldig Knäblein / bessertNahmen vergessen worden / mit son-derlichen Ehren / als einen Märtyrer/Und Blutzeugen christliche Glaubens indas groß Münster ohnser von der HH.Märtyrer Felix / und Regulä Altar be-graben/ wie auch beschehen / und bekam?die Bürger/ Weib/ und Mann zu Zürichsonderliche Anmuthung / und Andachtzu disem seeligen unschuldigen Kindlcin/daß auch GOtt Wunderzeichen bey sei-nem Grab thäte / daraus dann mitler-Zeit erfolgt / daß disem H- Kind mitErlaubnuß ordenlicher Geistlicher O-

Der Mordi'ffenbabr/i ic >ude>»gerichl.

<"ap. 7 .

Des Ki'bjnu^.

Wunder«

Leihen.