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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von deßG Aman,»i Eeiicl.

254 Von dem Gottseeligen Amando ^

Leibs - Casteyung / wann er vermeinte gienge er von dem Tisch aus dem RefeNZdaß er in Essen / und Lrincken / oder thall in sein Cell/zöge seine Kleider widerandern leiblichen Belustigkeiten unor- rum aus wie zuvor/und schlüge sich mitdenlich gewesen / oder ihme selbst lieb- seiner Geisel dermaßen / daß das Blutkosethätte. Als er auf ein Zeit in ei- übet den Leib herab flösse. Weil er aber 'Mtn öffentlichen Gespräch under vilen von einem Bruder verhindert worden /Menschen zweyer Jungfrauen Hand da ribe er die Wunden mit Eßig / undohn alle fleischliche Begierlichkeiten/ in Saltz/ seinen Schmerlen dardurch zu-seine Händ genommen / erschracke er vermehren. Auf deß H. BenedictSbald darab / und gienge darvon / dises Tag / an deme der seelige Vatter Su-übel in seiner Capellen an seinem ge- so gebohren war / als er widerum sol-heimsten Orth zustraffen. Erstlich che starcke Geißlung verrichtete/ schlu-schlüge er sich auf sein Creutz / daß ihme ge er ihme selbst an dem lincken Armbdie spitzige Nägel in dem Rucken stecken die Median-Ader auf/ als waff ihme einbliben. Er thäte sich selber auch in den Balbierer zu Ader gelassen hatte / da-Bann/ daß er ihme nicht wolle erlau- rab erschracke er häfftig / und müßte al-ben / zu Nacht nach der Metten in das so wider seinen Willen von seinem schla-Capitelhauß zugehen / endlich versöhnet gen ablassen. Zu der Zeit da sich derer sich mit GOtt/ durch ein Disciplin seelige Vatter Suso also starck schlüge/daß ihm das Blut herab liesse / und war ein H. Jungfrau Anna mit Nah-also büffele er disen unordenlichen Fäh- men / in ihrem Gebett in einer anderenler. Über daß alles nähme er hundert- Statt oder Burg / die war in den»mahl alle Nacht in dem Capitelhauß Geist verzückt / und in das Orth ge-Venien/ oder Erdenküssungen mit son- führet / da sich der Heil. Vatter Susoderbahren Betrachtungen / und von geißlete / und als sie die grausamensolchen Niderfallungen besteckten ihme Streich fache / wolte sie aus Erbärm-die Nägel deß Creutzes in dem Leib / nuß einen Streich aufhalten / warfstso er aber wider aufstunde / zöge er sie deßhalben ihren Armb under denwiderum herauß/ also daß er zu jedem Streich / und empfienge ihn / als sieFall die Wunden erneuerte / darauß nun widerum zu ihr selber kommen /dann ihme ein grosser Schmertzen ent- fände sie den Streich / und Masen mitstunde. grossem Schmertzen an ihrem Armb /

da sie die Geisel troffen hätte / dieVor diser obgemxlten Übung hätte Wahrzeichen trüge sie ein lange Zeit.der H. Suso ein andere/ er hatteihme Es bekäme zu Zeiten seiner .schweren D<ßAein Ge sel selbst gemacht auß einem Nie- Casteyungen unser S. Vatter Malte AAmen/ die wäre beschlagen mit mößi- hingeworffne Thür/ die legte er nebennen/ und spitzigen stachele» die scharpff seinem Beth in seiner Cell / die warwaren/ als ein Griffel/ also daß in ei- sein Ligerstatt zu Nacht / ohn allesriem jeden Streich ein stefftzen zwo Bethgewand. Er hatte ihme selberWunden gäbe / dieweil sie dreyspitzig aus Bintzen ein Decken geflochten/ diewaren. Es stunde aber der S. legre er auf die alte Thür / langeteSuso vor der Metten auf/ und gien- doch nicht weiter dann biß zu seinenge in das Chor für das hochheilige Sa- Knyen / under seinem Haupt hatte ercrament / und thäte ein starcke Disciplin, ein Säcklein mit Haberstroh gefüllet /DiseLeibs-Casteyung aber verrichtete er und darauf ein kleines schlechtes Küs-so lang biß es under seinen Mitbrüdern selein. Er hatte kein Bethgewand /verkündiget wurde / und abstehen müß- und wie er deß Tags in Kleidern gien-te. Auf S. Clementis Lag in dem ge / also läge er auch durch die NachtNovember / als er ein allgemeine darinnen/ ausgenommen die Schuh /

Beicht gethan / und widerum in sein die er zu Nacht abzöge / und einen dirCell gegangen / entblößte er sich aller cken / und schweren Mantel / den erseiner K leidern / biß auf das Nider- über sich deckete. Und dises war seinkleid / ergriffe sein Scharpffe Geisel / armseliges Beth / das Haberstroh la-und schlüge sich also hefftig / daß das ge knollecht under seinem Haupt / esBlut an allen Orthen von ihme ranne, stäche ihn auch daß oft gesagte CreutzEs wäre ein sonderbahrer krummer auf den Rucken / er hatte beschlosseneSteffi / oder Hagen an diser Geisel / Band an den Armben/ und das härmwelcher / was er von dem Fleisch er- Niderkleid um die Hufft/ es war auchgriffen / zerrisse / und grosse stuck Fleisch der Mantel gar schwer / und die Thürdarvon zehrete. Darauf knyete er hart / das Unziffer Wachtbahr/ undalso nackend in dem Frost nider vor Ernsthasst mit stechen/er läge allda alseinem Crucifix / und batte GOtt daß ein Block / dieweil er sich nicht ohne groß-er ihme seine Sünd verzeyhen wolte. sen Schmertzen bewegen möchte. ImDarnach an der Herren Faßnacht / Winter litte er grosse Kälte / dann s-