ElisabethSlaglinKloster.Jungfrau»u LW
z O§ Von dem Gottseeligen Amando /
Nöthen kommen / und auch für Todtgeachtet worden / welches wir zu Endseines Lebens einzuführen für gut ach-ten. Das zz. und Z4> Capitel aberhandlet/ wie ein Gottfeeliger Menfchseine Bttrübnussen GOtt widerum auf-opffern solle/ und wie GOtt in disemLeben die betrübten Menschen seinesLeydens widerum ergehe. Welchebeyde Capitel/ weil sie den WeltlichenMenschen nicht angenem / und hohenVerstands seynd/ haben wir sie allhienicht wollen setzen/ die geistlichen Per-sohnen aber weisen wir zu obbeschribnenBüchern der gemelten EhrwürdigenRättern. Es wohnete in dem Klo-ster Thöß ein ringe halbe stund underder Statt Winterrhur/ Züricher Land-schafft/ ein Gottseelige Klosterfrau lmit nahmen Elisahetha Stägiin/ Pre-diger-Ordens / die wäre außwendkgeines sehr heiligen Wandels / und in-wendig eines Engelischcn Gemüths; siebeflisse sich sehr die wahre Vollkom-menheit des Lebens zu erlangen. Sieschribe auch mit ihrem krancken Leib eingrosses Buch/ in welchem sie alles daßaufzeichnete/ was zur Erlangung derVollkommenheit/ und GOtt wohlge-fälliges Leben nützlich / und fürderlichseyn möchte. In dlses Buch beschu-he sie auch viler gottfeeliger/ und from-mer Schwestern / so vor / und zu ihrerZeiten gelebt haben / Leben mit gros-sen Fleiß. Wie seeltglich aber difeKloster-Jungfrau gelebt/ und gestor-ben/ wird der günstige Leser hernachin ihrem Leben bcschriben finden. Di-se Gottseelige Tochter ElisaberhaStäg-lin machte Kundschafft zu dem Dienerder ewigen Weißheit/ zu dessen Leben/und Lehr sie von GOtt mit grosser An-dacht getriben ward/ rc. BesihederS.Tochter Leben hernach cap. 19- dahinwir das Z5. und z6. Capitel des Le-bens Sufonis / weil es sie meistentheilsbetrifft / gezogen. Es fände auch derH. Evangelist/ und Apostel ChristiJohannes ein andere geistliche Tochrerzu dem S. Vatter Susone auf difeweiß. Ein edle/ und GottseeligeJungfrau wohnete auf einer Burg /oder Schloß/ mit Nahmen Anna/wel-che in grossem Creutz/ Leyden/ undLrübsaallebte/mit welcher auch GOttder Allmächtig grosse Wunder von Ju-gend auf bis in den Todt würckete.Ehe dann aber dise Jungfrau den Die-ner der ewigen Weißheit erkannte/odervon ihm etwas gehört hätte / da würdsie auf ein Zeit in ihrer Andacht ver-gucket / und sahe wie daß das Himmli-sche Heer GOtt lobend anschauete / siebegehrte von ihrem geliebten PatronenSt. Joaoue daß er ihr Beicht woltt
anhören. Er aber antwortet ihr rIch will dir einen guten Beichtvatteran meiner statt geben/ deme hat GOttüber dich völligen Gewalt geben/ detwird dich in deinem vilfältigen Creutz /und Leyden können trösten. Siefragte weiters/ wär der wäre ? wo erwohnete / und wie er hiesse ? deß warsie alles von ihm berichtet/ die Jung-frau danckete GOtt/ und dem H. Jo-anni um dise Gutthat / machte sich mor-gens frühe auf/ und käme zu dem Klo-ster/ dahin sie gewisen war. Sie be-ruffte ihn zu der Porten des Klosters/zeigte ihm ihr Begierd zu beichten an/da er aber hörte die Göttliche Bott-schafft/daß sie zu ihm geschickt wäre /pflegte er desto fleißiger ihrer Seelen-Heyl / und ließ sie von ihm wohl ge-trost scheiden/ und heimziehen.
Dife Gottseelige Tochter Annazeigte under andern dem S. VatterSusoni auch an/ daß sie auf ein Zeitin dem Geist hätte gesehen einen schö-nen Rosenstock / mit rohten Rosen wohl-geziert/ auf dem stock aber stunde dasKindlein JESUS mit einem Rosen-kräntzlein/ under der Stauden aber sa-he sie den S. Vatter Amandum sitzen/das Kindlein brache vil Rosen ab/ undwarffe sie auf den Diener der ewigenWeißheit/ und als er mit Rosen gantzbedeckt würd/ fragte sie das JEsus-knäblein/ was disesfür ein Bedeutung/und Geheimnuß wäre ? das Kindleinantwortete : die manigfältigen Rosenbedeuten mancherley Leyden und Trüb-salen/ soGOtt über ihn verhängen/ undzuschicken wird/ die er freundlich vonGOtt/ und umGOttcs willen empfa-hen / und leyden soll. Als derS> Vatter Suso zu dem erstenmahldie Welt wolle verlassen/ und den geist-lichen Stand annehmen/thäte er einemverständigen / und erleuchten Beicht-vatter ein allgemeine Haupt-Beichtvon feinem gantzen Leben / daraufmach-te er ihm in feinem Verstand drey Kreiß/ .oder Zihl/ in die er sich mit Ernst selbstbeschlösse ;der ersteÄ'reiß war sein Cell/Capell/ und Chor / an Visen orthenvermeinte er zihmlich sicher zusein. Derander Kreiß war das gantz Kloster.Der dritte / und äusserste Kreiß wardie Porten / da bedörffte er grössererBescheidenheit/ und Vorsichtigkeit.Wann er aus Visen dreyen Zihlen/oderKreißen gehen müßte/ da gedachte er/es gienge ihm gleich einem wilden Thier-le.m/ daß sein Hölen verlassen / und indie Garn/ oder Strick des Jägers ge-fallen/ will es unverletzt darvon kom-men / so muß es einen grossen List brau-chen/ und sich wohl versehen. Er
hat