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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Beichtiger/und Prediger-Ordens. zo?

W ihme auch selber zu Anfang seinerBekehrung ein einsames Orth außer-wohlte / nehmlich ein Capell ( wie obencap. 79. gesagt) da er seyn Andachtvor den Bildern möchte vollbringen /und derselben außwarten. Insonder-heit aber liesse er ihme in seiner Jugendauf ein Bergament die Ewige Weis-heit/ so den Erdenkreiß in seinen Hän-den hielte / und alle Schön-und Lieb-lichkeit übertraffe/ mahlen/ die hätteer in seiner Jugend zu einer Gespönß/und geistlichen Liebhaberin ausserwvh-let. Dises schöne Bild/ so seinesHertzens Schatz war / fährte er mit sichaus die hohen Schulen / dahin er zustudieren geschickt ward. Solches Bildaber setzte er gemeiniglich an das Fen-ster seiner Cellen/ sahe es oft an/ undgrüßte es mit hertzlichen Seufftzen / di-ses Bild brachte er auch widerrnn heim/und stellete es in sein Capellen( die erihm selbst in dem Prediger-Kloster zuCostantz neben dem Chor zu der rech-ten Hand / under der Stiegen / wieman den Lekner aus gehet / erwöhlethat. ) Dasselbige allda zu behalten/ undzu einer Gedächtnuß vor seine AugenZustellen / die andere Bilder/ und Ge-mahl betreffend ( wie oben auch cap.19. Meldung geschehen) kau der günsti-ge Leser die oft/ und wohl bemelteNätter/ undScribenten kk. ??. ke-licem, 6c l^gurenrium Lurium besehenan dem z?. Capitel.

Auf ein Zeit käme unser S. Nat-ter Suso zum K loster Thöß sein kran-cke/ und geistliche Töchter heimzusu-chen/ und die Elisabeths Stäglein zutrösten. Disc andächtige Tochterbegehrte von ihrem geistlichen Natter/daß er ihr sagte von geistlichen Übun-gen/ und göttlichen Dingen/ die leichtwären zu verstehen/ und doch einemkrancken Menschen nützlich zuhören.Darauf antwortete der S. Natter /und sprach : Als ich zu Anfang meinerAndacht / und blühender Jugend zuAder liesse / so stelle ich mich under seinH. Crcutz und streckte meinen ArmbHerfür/ und spräche mit Seufftzen : 0mein allerliebster Freund gcdencke/daßem Gewohnheit ist auf diser Erden /daß die Freund in der Ad' rläffe Ma-chen kommen / um frisch Blut zu ma-chen. Nun weist du lieber Herr wohldaß ich nichts liebers auf diser Welt /als dich allein hab / darum komme ichzu dir/ daß du mir mein Wunden seg-nest/ und mir gut Geblüt machest. Zueilen seiner Jugend/ als er sich harreasten scharen/ war er schon/ und ei-nes luftigen Angesichts/da sprach erZum Herren : O mein Süßester Herr /k. kt ^ 1 urer> Die Schwery,

wann mein Gestalt / und mein Mundschöner als alle rohte Rosen wären/sowolt ich dir dise schöne aufopffern/ diraber O Herr/ gib ich mein Hertz zu ei-nem Zeichen der Liebe/ dieweil du dieäußerliche Gestalt wenig achtest. Waffer ein neues Kleid anlegte/ so gierigeer in sein Capell/ und batteGOTT/der ihme das Kleid verordnet hätte /daß er dises Kleid zu seinem Lob/ undgnädigen Willen verschließen möge.Wann dre schöne Sommers-Zeit her-zu käme/ und die Blumen Herfür wuch-sen/ wvlte er keine abbrechen/ bis erkönnte einen Krantz von Rosen machen/darnach grenze er mit demselben insChor/ oderunserL. F. Capell/knyeteallda vor ihrer Bildnuß/ und setzte als-dann dem Bild den Krantz auf/ mithertzlichem/ und drmüthigcm Bitten/weil sie die allerschönste Blumen/ undseines Hertzens fröhlicher Sommer wä-re/ das sie ihres Dieners erste Blu-men nit verschmähen sötte. Dise An-dacht liesse ihr die glorwürdige MutterGOttes Maria so wohl gefallen / daßsie zu einer Zeit als ihr der Diener derewigen Weisheit / daß gewöhnlicheMayen-Kräntzlein 'aufgesetzt hätte / miteinem lieblichem/ und himmlischen Ge-sang ihme erfreuen wolle mir diser derMutter GOttes Sequentz : HI>c Kevi-ns VirAinum, rranlcenclens culmcn or-äinum; daß ist: wie die reine Köni-gin obschwebet in Ehren / und Wür-digkeit allen himmlischen Heeren. Erfienge auch an / und sauge mit den Eng-ten nit ohne grosse Gnad / und Süs-sigkeit seiner Seelen. Auf ein an-dere Zeit/ als er der Mutter GOtteswidcrum das neue Mayen - Kräntzleinaufgesetzt hätte/ und aus müde derReiß wvlte schlaffen gehen/ hörte erdas Magnificat lieblich singen / daraufdie Mutter GOttes dem Diener derWeisheit befähle/ den Verß O vcrna-lis roüüg, 6cc. O du schönes sommer-liches Röselem/ zusingen/ als er daßanficnge / kamen drey schöne Jüngling/und hernach das gantze himmlische Heer/und sungen mir dem S. Natter Susoalso liebuch / daß er vermeinte sein Hertzmüßte ihm aus grossen Freuden ver-bringen. Es käme aber unser Nat-ter Suso bey der Mutter aller Barm-hertzigkeil Maria in grosse Ungnad/al-so däß sie auf dem nachfolgenden Tagihrer glorwürdigsten Himmelfahrt' ihnder himmlischen / und fröhlichen Gna-den/ und Gesangs beraubte / und ihnin ein finstern K'ercker einsperren liesse.Er fragte den himmlischen Jünglingwarum er der himmlischen Freuden be-raubt/ und in dise finstere Hölin/ oderAercker eingeworfien wurde? Er ant--tz q wor-