Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
312
JPEG-Download
 

zir " Von dem GottftellgenAmando/

Menschen zum nützlichsten / und GOtt machte / und müßte also durch dise Un-zum angenehmsten waren? EsaNtwor- gestalt von ihrem bösen Leben lassen/lere der Diener der ewigen Weißheit / daß sie um Gottes Ehr / und ihrerund sagte: daß vil Ereutz / und Leyden Seelen-Seeligkeit willen nicht wolle ge-rn der Welt seyen / dardurch GOtt die than haben. In disem unbeschlosse-seinigen vorbereitet zu seinem grösserN nen Kloster war auch ein junge / undLob / und dem Betrübten zu grosser wohlgebohrne Klosterfrau? die inglei-Seeligkeit / und Vollkommenheit deß chem bösen / unh üppigen Wandel ihrLebens / daß beste / Und edleste Ley- Leben vil Jahr lang hatte verzehret /den aber ist / ein Christförmiges Ley- und also darinnen erblindet / daß sieden / welches der himmlische Vatter unsern S. Vatter Susonem allezeit alsseinem Sohn / und auch seinen lieben ein wildes Thier flöhe. Es hatteAusserwöhlttn auferlegt hat. Das ist dise Klosterfrau ein leibliche Schwester/nit also zuverstehen / als wären wir ohn die hatte den Diener der ewigen Weiß-Sünd / und Schuld / sonder als wie heit inniglich / daß er wolte sie durchsich Christus der HEtt in seinem Ley- seine heylsame Ermahnungen von derden gleich einem sanfftmuthigen Schäff- Welt-zu GOtt ziehen; der Vatter Su-. lein gedültig erzeigt hat / also sollen so aber hielte es für unmöglich sie aufwir auch in unsern grossen Leyden / den rechten Werg mehr Zubringerndie er uns als seinen Freunden - zu- Sie sprach hingegen zu ihme / daß sieschicket / ged'ultig uns verhalten / und festiglich glaube / daß / was er vonandern ein gutes Exempel hinderlassen/ GOtt werde' begehren / solches ihmewie sie sdllen das Vöß in Gutem über- GOtt nicht werde / noch könne abschl r-winden. Derhalben solt du dises wohl gen. Darauf verspräche ihr der S-betrachten/und mir Gedult/ und Freu-. Vatter daß er wolle seinen besten Fleißden leyden; dann alleCreutz/undLey- anwenden/ damit sie zu GOtt bekehrtden so wir sie recht/ und wohl von der wurde. Die üppige Klosterfrau aber *Hand-GOttes aufnehmen / Und in wolte deß S. Vatters Gegenwart nichtGOtt ertragen/und mit ihm überwin- gedulden / weder von ihme lören /den/ seynd uns nützlich/ und erspries- noch wissen. Als sie um S. Margre-' lich zu unserer Seelen- Seeligkeit. then Tag wie bräuchig / in das Feld, ^ ^ ^ ^ gienge auf einen Acker den Flachs mit

6-p In drsen Zelten/da sich der S-Vat- andern Schwestern zuerleutern / undDer S. ter Amandus ernstlich beflisse die Men- sahe den S. Vatter Susonem still / undbckchttvii von der zeitlichen Liebe zu GOtt gemach hernach folgen / kehrte sich dieKloster, zuziehen / merckte er / daß in etlichen Klosterfrau von ihme mit grossem Zorn /ft-mcn. Klöstern vil Ordens - Persvhnen lebten/ sprechend : Was will diser Mönch att-die zwar geistliche Kleider / aber dar- hie thun ? gange er seiner Strassenunder Weltliche / und üppigen Hertzen nach / er wird bey mir nichts schaffen/trugen. Under denen war eine / die dann eher daß ich ihme wolte beichten/der Welt gaNtz ergeben / und mit fleisch- wolte ich mir ehe lassen das Haupt üb-licher Liebe behafft war. Es ermah- schlagen / und ehe daß ich ihme wolte fol-uete sie der S. Vatter von ihrem üp- gen/und mein Bulschafft verlassen/wollepigen Leben abzustehen / sie zu einem ich mich eher Lebendig vergraben lassen,geistlichen / und reuigen Leben zubege- Die andern Schwestern ermahneten sie/den / und für die weltliche Lustbahr- daß sie nicht also reden solle / aber eSkeit die ewige Weißheil zulieben. Dt- halste alles nichts / der seelige Vatterse Ermahnung käme ihr schwer vor / die- müßte also mit schänden hinweg gehen,weil sie noch umg/und ftisch/und von Als aber nach dem Nachtessen dieihrer Gesellschafft abgemahnet war / Schwestern widerum wollen in dender Vatter aber sprach zu ihr: Tochter Garten gehen / den ausgezognen Flachslaß darvon / thust du es nichtmit wil- Missten / gienge die 'leichtfertige,Klo-ten / so wirst du gezwungen werden von sterfrau auch Mit ihnen. ES hatte aberdisem bösen Leben zulassen / sie wolle der S- Vatter Amand sich mit etlichenaber sich nicht bekehren. Als nun di- Schwestern underredet / wann sie zusrs der S.Vatttr Susovername/gien- dessen Gasthauß kommen wurden/daßge er auf ein Zeit zu einem Crucifix / sie alsdann mit der Klosterfrauen hinein- und schlüge sich so hefftig mit einer Gei- solle gehen / und so er anfieng mit ihrsel auf seinen blossen Rucken / daß das reden / sollen sie hinweg gehen / daSBlut haustechtig herab ranne / und bat- geschahe nun also / wiewohl mit gros-te GOtt daß er wolle die geistliche sen Nöthen sie die Schwester möchtenTochter bekehren. Nicht lang hernach hinein bringen / als aber dise wildeals sie widerum von einer Reiß heim Klosterfrau zu dem S. Vatter Suso-kame / wüchse ihr ein scheullchet Ho- ne käme / setzete sie sich zu ihme underger auf dem Rucken / der sie ungestallt den Laden nider. Der Vatter chrach

zu