Beichtiger/ und Prediger-Ordens. z i z
zu ihr mit innerlichen Seufftzen aus vol-lem Hertzen: O du schöne / zarte / undvon GOtt ausserwöhlte Jungfrau / wielang will du mit deinem schönen / undZartem Leib / und Hertzen dem leydi-gen Teuffel dienen ? es hat dich GOttalso mit einer zierlichen Gestalt begä-bet / daß du chn billich vor allen an-dern Menschen lieben/und ihn zu einemGesponsert ausserwöhlen sollest. Undweil du von Adelichem Geblüt geboh-reu bist / so ist es Wich / daß du auch» den aller Änlichsten / und Allmächtig-sten allein liebest / und ihme dienest ;ich versprich dir bey meiner Treu / daß. dich GOTT werde widerum in seinFreundschafft aufnehmen/und hie/unddort in seiner Liebe ewrglich erhalten.Dise / und dergleichen Wort waren sokräfftig/daß sie der K losterfrauen Hertzdurchtrangen/ und es also erweichten/daß sie ihre Augen aufhube / und mitseufftzendem Mund sprach: Ach meinHerr/ und Vatter / ich ergibe mich heutan GOtt / und än dich das ich mein üp-piges Leben heut zu diser Stund willverlassen / mich nach deinem Rath / undHilff GOtt zu eygen ergeben / und ih-me allein biß in den Todt dienen. DerS. Vatter sprach hingegen: Gelobetsey GOtt / der alle Sünder / die sichu ihme in der Warheit bekehren / frö-ich empfanget. Und als sie also miteinander von GOtt redeten / stundenihre Schwestern vor der Thür / undverdorsse sie der langen Red / dann siefürchteten / daß sie aus ihrer üppigenGesellschafft von dem H. Mann bekeh-ret wurde / sie ruffren ihr / und ermähn-ten sie / daß sie ern End sölten machen/und zu der Arbeit gehen. Sie stundeauf / gienge mit ihnen / und sprach :Meine liebe Schwestern / lebet wohl /und geseegne euch / und alle unsere Ge-sellen GOtt/und denen ich leydermeinüppiges Leben bißhero verzehret hab /dann ich jetzt alles verlassen / und GOttallein dienen will. Darauf sie anfien-
ge alle schädliche Gesellschafft zumeiden/Und absonderlich zuleben. Und wie-wohl sie hernach oft versucht war/ undandere sie widerum zu ihrem alten Le-ben wolte bereden / so möchten sie dochNichts ausrichten / dann sie in den tu-envsamen / und andächtiges Lebeniß in ihren Todt standhafftig ver-bilde:
Als nun auf ein Zeit der S. Vat-ter Such ausqangen war / sein neuegeistliche Tochter zubesuchen / in demGuren zubestätten / und sie in ihremLeyden zutrösten / könnte er wegen sei-ner K ranckheiten int wohl die Reiß ver-achten/ darum ruffte er zu GOU / und
sprach: O mein barmherziger GOtt /und HErr ich ermähne dich der elendenFußstapffen / und deiner Reisen die du *thätest wegen deß Menschlichen Heyls/und bitte dich bewahre mein geistlicheTochter. Sein Mitbruder aber/ an demer sich oft steurte/ und neigete / sprachaus Mitleydenzu ihme.- Mein Vatter/vilSeelen werden durch euere Ermah-nungen erhalten / es soll sich GOTTwohl über euere Kranckhcit erbarmen/und euch ein Rößlein senden /. da-mit ihr euer Reiß verrichten möchten.
Der S-Vatter sprach-.Ich hoff GOttwerde sich über mich erbarmen / und mich schickten»deiner Begierd gewehren/ und als der S- Aman,Bruder um sich sahe / käme ein schö- dLeinRoß.nes / und wohlgezähmteö Pferd außdem Wald gegen ihnen her/ deß freue-te sich der Bruder / und sprach : Meinlieber Vatter / es will euch GOtt nichtverlassen/ gewißlich ist euch daß Roßgesandt/ dann niemand auf disG wei-len Heyd zusehen ist / so ihme nachey-le/ oder semer begehre/ sitzet derhal-ben auf/ und reitet. Der S. Vattersprach: So dises Roß zu uns komt /und bey unS still stehet / ist es ein ge-wisses zeichen/ daß uns GOtt disesRoß zu meiner Nothturfft gesandt har.
Als nun das Roß sanffemüthig daherkam stunde es vor dem Vatter still/ eraber fasse aufin GOtres Nahmen / undritte einen sichren Weeg darauf/ biß ernahe zu einem Dorffkame/ da stundeer widerum ab / und liesse das Roß freygehen/ das gienge seyn Straß fort.
Wessen aber difes Roß gewesen / oderwo es hernach hinkommen / kan mannicht wissen. Der Bruder aber könn-te disem Roß leichtlich / und ohne Ar-beit nachfolgen. Da aber der from-me Vatter Sufo in das Kloster käme/
Und seine geistliche Töchtern zu der Tu-gend / und andächtigem Leben ermah-nete/ gienge er endlich von ihnen zuseiner Ruhe allda er bald in dem Geistverzückt war / und sahe die MutterGOttes Maria ihr liebes Kind die ewi-ge Weißheit an ihr Hertz druckend si-tzen / er sahe auch um das Häuptteindeß Kindleins IEsus / mit schonen /
Und glantzenden Buchstaben geschriben:ach Hertzen traut. Das könnte derS. Vatter wol lesen / und verstehen.
Es sänge auch ihme ein Englischer Jung- '
ling dises Gesänglein / Hertzen traut /so lieblich vor/ daß er sein Hand aufsein Hertz legte / das zuhalten / damites ihm nit zerspränge / und da er wide-rum Zll ihm sechsten käme / fände er seingerechte Hand ob seinem Hertzen ligen.
Auf ein Zeit alsderS.Vatter ein weitenWeeg gegangen / und gegen der Nachtzu einer Clausen kommen / da er wolle
Her-