Im Jahr1441denMaij.
ZZL Von etlichen seeligen Klosterftauen/
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8. de I^icbenberA.
-5 Von der stetigen Beli/ oder Barbara von Lie-
benberg.
c»p. I.
Won ihremLeben indcrWelk.
Am Jahr
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den zo>Maij-
Mchwester Beli/ oder Barbaravon Liebenberg war ein freund-liches/ und weltliches Weibs-bild/ da sie noch bey ihremHerrn/ und Ehemann in der Weltlebte. Als er aber im geistlichenBann gestorben / und man ihn in dasgeweichte Erdereich utt begraben dörff-te / sonder in das Beinhauß ein Zeit-lang ftelte / gienge die betrübte Wittibtäglich mit betrübtem Hertzen / undgrossem Kummer in das Beinhauß /und setzte sich neben den Todtenbaum /und ihres verstorbnen Herrens Leich-nam/ biß sie ein Psalter gebettet hät-te. Nach wenig Zeit sahe sie ausdem Todtenbaum vil Würm kriechen /und fallen / welches sie so fast bewegt/daß sie gedachte die eyrele Welt zu-verlassen/ deßwegen zöge sie zu ihrergeliebten Mutter hmem in Burgund sieheimzusuchen/und rathzupflegen- Indem käme aus göttlicher Schickung einandächtiger Prediger-Mönch m»t Nah-men Aquilus auch dahin/ so einer ausden ersten Vättern wäre / die in dasTeutschland seynd geschickt worden.Die Mutter / und die Tochter Belideruffttn Visen frembdenOrdens-Mannzu ihnen/ hielten vil geistliche Gesprächmitihme/ und käme Frau Beli mitjhme in so grosse Erfahrnuß wegen sei-nes H. Ordens/ daß sie sich endlichentschlösse in das Kloster Thöß ein rü-
ttelten / Utd den geistlichen Standan zu nehmen.
Weil man aber damahls disesGottshauß Thvß dauere / wohnerendie ersten Schwestern in einem Haußbey der Thöß - Brucken / also käme diegottseelige Wittib Beli samt ihrer Mutster/ und noch 4. leiblichen Schwesternin das Kloster/ die alle die Täg ihresLebens GOtt fleißig dieneren / undverliesse Frau Beli ein Tochter in derWelt/ welche sie zwar GOtt aufopffer-te / und vorlängst gern m ein Klostergethan hätte / darwider doch ihr ver-storbner Herr allzeit wäre. Nachdem sie nun den H. Orden angenom-men/ und GOtt mit allem steiß die-nere / war GOtt auch ihr gar geheim/und gnädig mit seinem Trost / und See-gen. Sie läge vil Jahr Alrerö/ undKranckheit halben in der Krancken-Stuben/ und verrichtet dannoch ihrAndacht/ und Gebe« fleißig daß sienichts versäumte/ noch Kranckheit hal-ber verhindern liesse. In ihrem Le-ben/ und vor ihrem Todt solle sie auchGöttliche Offenbahrungen/ und himm-lische Gesicht gehabt haben/ welche wieandern zu beschreiben überlassen. Undletstlich beschlösse sie ihr zeitliches Le-ben durch ein seeligen / undvernünfftigen Todt.
VI.
weil.
r. ^Z^Nber den ersten Schwestern deßGottshauß Thöß wäre auchdie Schwester Offmya vonMünchweil/ welche dem Con-tent wegen ihres H. Lebens / und un-sträflichen Wandels lieb war/ undvon ihnen jederzeit in grossen Ehrengehalten worden/ mit der / der All-mächtige GOtt grosse Wunder wirckte/und sein Gnad mittheilte/ weil sie ih-me so fleißig dienere / inniglich liebte /und von allem dem/ so seiner himmli-schen Majestät mißfalley möcht/ sichenthü lte. Als auf ein Zeit ihr Mut-ter von F-anenfeld aus dem Thurgöu§en Thöß sie heimzusuchen käme/ und
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^ Die stetige Schwester Offmya von Münch-
man der Schwester Offmyä vor demAltar bettend anzeigte/ daß ihr FrauMutter vorhanden wäre/ und begehr-te mit Erlaubnuß mit ihr zu sprächen/da stunde sie nicht auf/ sonder verhar-ren in ihrem Gebett/ bis sie es vollen-det hatte.
. Vor ihrem Todt wäre sie auchfast ein lange Zeit ein Beth-Ligerin /und mit Kranckheiten behafft/ sonder-lich daß die Speisen nicht bey ihr blei-ben wolten/ dannenhero man ihr auchdas hochheilige Sacrament des Altarsnicht geben dörsste. Ich finde abergeschriben/ daß sie solle durch ein Hi6i-
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