Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Und Schwestern zu Thöß/ Prediger-Ordens. zz r

lischt Hand vor ihrem End mit dem die ewige Freud / und Seeligkeit aufthochwürdigen Sacrament gespeisetwor- genommen worden /deme sie allhie aufden seyn. Darauf nähme sie bald Erden aufdaß a lerftelß,gest geduner/ein feeliges End/ und ist von deme in und inniglich geliebt hat.

vn. vm. ix.

Die seelige Margamha/ samt ihren froni

men Basen.

Den

Maij-

ÄÄ^CHwester Margaretha Finckin/käme im fünfften Jahr ihres(AU) Alters in das Kloster Thöß /darinnen sie in die 72. Jahrin grosser Strengkett/ und Tugendli-chem Wandel lebte. Sie übte sichtäglich in der Andacht/ und hielte dieRegul des H. Vatters Dominici fleis-sig. Und gleichwohl sie niemahlenmöchte von den Schwestern beredt wer-den/ daß sie ihres Lebens-Übungen /und Offenbahrungen entdecken wolle /spührete man doch oft an ihr grosseVeränderungen/und fleiß in demGottö-dtenst. Sie bekannte auch selber /daß sie in ihrem gantzen Leben keinTag-Zeit / Metten / oder Gottsdienstversäumt habe / wann sie nit von derGehorsame/ und grosse Leiböschwach-heit aufgehalten wurde. Vor derMetten stunde sie auf zu betten / unddas bitter Leyden Christi zu betrachten.Nach der Metten gienge sie nicht mehrSchlaffen/ und da man sie deßwegenfragte/ und sie zu dem Schlaff wegenihres schwachen Leibs ermahnete/ ant-wortete sie : sie könnte nit Schlaffen /oder müßte gleich widerum aufstehen /dann ihr wäre/ als hörte sie ein Po-saunen blasen zu dem jüngsten Gerichtzu erscheinen. Sie lebte under denSchwestern wie ein Engel / gäbe auchallen ein wahres/ und auferbäulichesExempel GOtt recht zudienen. InSprechungder Den Tag-Zeiten wäresie so fleißig / daß man sie noch densel-ben Lag ihres gottseeligen Ableibensvow dem Beth aufheben müßte/ da-

mit sie ehrenbietiger die Lag - ZeitGOtt ihrem Gesponsen außsprächen /und betten könnte / deme sie gleich da-rauf ihr See! auf geopfferet/ und istvon Piser Welt gescheiden.

Ihr leibliche Bas / Schwester o-?.*Elisabeth Metzi lehrte vil gottreeligeTugenden/ und geistliche Übungen alsein gehorsames K ind von ihr. Siewar so eyfferig/ und willig den Schwe-stern zu dienen / daß sie einer außwar-tete als hatte sie bey den andern nichtszuschaffen/ müßte doch vilcn abwarten/und dienen. Sie wäre auch Kelle-rin/ und hatte das Gottshauß nochwenig Wein/ da thäte GOtt ihr diseGnad / daß sie ein lange Zeit auß ei-nem Schenckfaß einschencktte / undnicht lär wurde. Sie hatte auch einandere Befreunde in dem GottshaußThöß / Schwester Idda von Lengengenannt/ die war wie ein Lännnleinsanfftmüthig/ diser thäte der böse Feindnit allein vil Plagen/ und Leyden an/sonder treuere ihr auch / er wölle siezum Fenster außwerffen in den FlußThöß/ und darinn verträncken/ aberGOtt gäbe dem Teuffel nit so vil ge-walrs/daß ers verrichten könnte. Dadie Zeit ihres sterbens herzu käme /und Kranck zu Beth läge / vermeinteman nit/daß sie noch solte sterben / sorufftesie ihrer kranckenPflegerin/ undsprach : Ich stirb/ und ehe man dieSchwestern zusammen könnte ruffen/

gäbe sie ihr H. See!, auf.

X.

Die seelige Anna von Klmgnau.

gottstelige Tochter Anna sich von allen fachen enthielte / undkäme jung in das Gottshauß gutwillig entschluge / so sie von GOtt/Thöß/ die gleich von Anfang/ und einem vollkommnen Leben abzie-und Eintritt in den Orden hen / und verhindern möcht. Hinge-GOtt dem Allmächtigen mit allen fleiß gen aber richtete sie all ihre Gcdanckenanfieng zu dienen / darinn sie täglich zu dahin / wie sie zu grösserer Vollkommen-nahrm, und endlich ein grosse Voll- heit kommen möchte. Von Göttli-rommenheir erlangete / deßwegen sie chen Dingen redete sie ohn under-

k. klurer» Die H. Schwel«. Tt » . laß/