Z40 Von etlichen seeligen Klosterftauen/
anzeigen/ welches sie fleißig aufschribe.Diftr S. Schwester wurden under an-dern von GOtt vil schöne/ und grosse, Geheimnussen geoffenbart/ als vonder hochen Gottheit / von den indischenDingen/ Eytelkeit/ undvonEntschla-gung seiner eygnen Begierden / weilaber dises schwere / und hoche Ge-heimnussen waren / so schribe sie demS. Vatter Suso/ daß er ihr solcheaufliegen/ und sie aufden rechten Weegweisen wolte/ er aber antwortete ihralso. Sie solle wissen / daß die rech-te Seeligkeit nicht in schönen Worten/sonder in guten Wercken lige/ sie sollenit zu hoch steigen/ sonder Fragen fürsie nehmen die ihrem Stand gemäß wä-ren. Du scheinest noch ein junge/und ungeübte Schwester / destwcgendir / und deines gleichen Töchtern vilnützlicher ist zuwrssen / wie sich ein Menschzu.GQtt bekehren / und einen glückli-chen Anfang seines neuen Lebens ma-chen könnte.
O-?. r. Die Tochter Elisabetha schribe dem
S- Vatter Sufoni hinwiderum/ daßihr Begierd nicht stände nach klugenWorten/ sonder nach einem H. Leben/und daß ihr höchste Begierd/ und Be-gehren wäre/ wie sie möchte ihr Na-tur zwingen/ und ihrem krancken Leibwehe thun/ es wäre gleich durch ley-den/ meiden oder sterben/ oder wassie zu der Vollkommenheit möchte brin-gen. Sie ermähnte ihn auch / daßer solle bey den geringsten Übungen an-sahen / und solle sie als ein jungesSchülerlein so das A. B» C- lehknet/und zu der Kindheit gehöret weisen. Ersolle sie aber nit allein lehren/ sonderauch underweisen wie sie sich solle in denTrübsaalen / und Widerwärtigkeit ver-halten. Dieweil aber der S. Vat-ter aus ihren Fragen / und Schreibeneinen recht wahren Eyffer spührte / alsoantwortete er/ und zeigte ihr an/ wieder erste Anfang sein / und geschehenmüßte. Der Anfang eines H. Men-schen (schribe er zu seiner geistlichenTochter) ist vilfältig / dann einer fan-get also an / der ander auf ein andereWeiß/ aber den Anfang von deme dufragest / von dem will ich dir jetzt sagen.Ich weiß einen Menschen in Christo /da derselbige anfieng/ reinigte er seinGewissen/ erstlich durch ein lautereBeicht/ seyn gröster Fleiß war/ daßer sie recht könnte thun/ einen beschei-denen Beicht - Vatter suchte / und al-ler Sünden Nerzeyhung erlangte. Di-se Lehr nähme die geistliche Tochter zuhertzen/ schribe ihr gantze Beicht in einwächsine Taffel/ erwohlte den S. Vat-ter Susonemzu ihrem Beicht - Vatter/
auf daß sie auch sein geistliche Tochtersein möcht/ und schickte ihr Beicht inder wächstnen Taste! wohl vermacht /und versicheret / dieweil sie mündlichnicht geschehen möchte / den S. Vat-Susoni zu / da nun der S. Vatter Su-so die Beicht abgelesen/ fände er zuleisten dise Wort. Mein gnädigerHerr nun falle ich sündiger Mensch füreuere Füß/ und bitte euch daß ihr mitdie Absolution / und Verzeyhung mei-ner Sünden samt einer heylsamen Büßgeben wollet/ und vertrau auch aufeuch / daß ihr mich mit eueren getreu-enVerdiensten/und Gebett in das gött-liche Hertz widerbringen / und mich füreuer geistliches Kind allhie auf Erden/und dort in alle Ewigkeit aufnehmenwerden.
Ab diser grossen Andacht war der üi?> *S. Vatter Suso bewegt/ kehrte sichZuGOtt/ und sprach : BarmhertzigerGOtt was soll ich dein Diener zu disetAndacht sagen / solle ich sie von mir stos- 'sen ? Herr daß möcht ich einem unver-nünfftigen Hündlein nicht thun/ siea-ber suchet den Herren in feinem Knecht.
Nun Q miltrercher GOkt so falle ichmit ihr under deine Füß/ und bitte dich/daß du sie erhörest/ lasse sie genüsscn ih-res grossen Glaubens / Und ihres hertz-uchen Vertrauens / dann sie schreyetUns nach wie das Cananeisch - Weib-lein in dem H. Evangclio/wende deintmilte Augen zu ihr/ und sprich ein ein-ziges tröstliches Wörtlein <^on66e 6-
lia 6äe8 rua re tiüugm kecir. DeinGlaub hat dich behalten / halte sie stäkt/und fest an meiner statt / dann ich Haffdas meinig gethan / und einen Vollkom-uem Ablaß aller ihrer Sünden gcwün-schet. Er schribe auch beydem Bor-ten also Hinwider: Was du begehrthast von GStt durch mich seinen Die-ner / daß ist beschehen / und müsse daßes zuvor nur ist geoffenbart worden ,an einem morgen / als ich mich nachsollendem Gebett zu meiner Ruheni-vergesetzt hatte/ da sahe ich in einerVerzückung / wie du für Gottes An-gesicht der under den Englischen Gei-stern fasse/ kommen wärest / vor ihmemit grosser Andacht knyetest/ und neig-test dein Angesicht ein gute weil in Ge-genwart aller Englen auf das HertzGottes. Ab deiner grossen Begierdverwunderte ich mich wohl/ dise Gnadaber mißgonte ich dir nicht. WaSdu für ein Gnad von dem miltreichenHertzen Gottes erlanget habest / weistdu allein/ doch sahe/ und vermercktemans an dir / da du widerum aufge-standen wärest/ dann dein AngesichtWare so fröhlich / und so gnadenreich ge-stalt