Von dem Heiligen Blut zu Willisau. Z4Z
Hm / ja den kostbährlichen Schatz / sovon dem Himmel gefallen / abzuwa-fchen/ aber ihr thun war vergeblich /dann von dem waschen / und reibenwurden die Blutstropffen nicht alleinklarer / sonder auch glantzender / daßjße beyde mehr erschracken/ in Sorg/ undForcht kamen / weder Hilff noch RathWüßten/ wie disem zuthun ? damit esverschwigen bliebe / und weder der Ob-rigkeit / noch den Bürgern kund wurde.In solcher Angst trugen sie das Schei-benblat Wider aU seine stell / willensvon bannen sich nach Hauß zu begeben;Aber die schwere Hand GOttes / undverdiente Straft war vorhanden / wel-cher sie doch vermeinten entrüsten zuseyn.
z. . Dann als disen beeden Spilern daßfegen / und waschen deß Tischs nichtvon statt gienge / fiengcn sie aus demPlatz an ein andern zuschelten / und zu-zancken / als wäre einer vor dem andernein Ursächer / und Anfänger deß Spils/und darauf ersolgren.Ubels: jeder wal-te daran unschuldig seyn / kamen alsowir fluchen / und scheiten dahin / daßsie zu Streichen gerathen / einer überden andern zuckte / und einer von demändern ums leben käme/ ehe sie vondem Platz abgetretten. Das also seintzygner Spilgesell sein Hencker worden /Und sein eygen Blut der durstigen Er-den müßte lassen / welcher kurtz zuvor, das H. BlUr vertilgen Wolke / und in
. dem sürünnenden Wasser verlöschen.Der dritte elende Spiler/ als er sichvufder Wällstatt allein befände / Gött-licher/ Und Menschlicher Straff züent-.tzehen ihme nit trauere / name er mitdem verfluchten Cain/welcher sein Bru-der Abel schändlich ermord / die Fluchtvon Statt / und Land in die ferrne /daß er ein Zeitlang den Menschen unbe-kand umherzöge: Aber GOttes Strafffiele so hauffenweiß über ihn/ daß erMänniglich ein Spiegel wordew / daUnvr bald mit grossen Beschwer / und Gis-sen / auch mit Leusen / und allerleyUnziffer angegriffen/ und Mit übernatür-lichen Gestanck vermaßen erfüllet/ daßNiemand bey / Und um ihn bleiben kön-te/ Wolke ihn auch niemands annehmennoch beherbergen. In diser Armsee-ligkeit/ Und Jammer/ da der spilsüch-tsge Mensch sich von GOtt zu Straff/Und andern zur Warnung also befände/Und von männiglich verlassen war / kehr-te er Wider nach seinem VatterlandWillisau: da er doch allenthalben so un-wehrt / daß man ihme weder Beher-bergung noch guten Willen erzeigenmöchte / wegen der augenscheinlichenStraff GOttes/ so ihm allzeit nach-fblgete/ daß kein weitere Straff/ so er
wegen deß Todtschlags / Spilen / undLastern verdienet hätte / weiters Mitihme vorgenommen war. Deröwe-gen wurde der armseelig Mensch be--zwungen / under das gemeine StattThor sich zubegeben / den fürüber rei-senden zu einem Spigel/und damit dasÄllmoseN von ihnen zugemessen / vondenen er vil / und öfftern Verweiss hö-ren / und müßte wegen Geschwürig-keit / Und Unziffer der Würmen grossesleyden ausstehen / welche ihme biß aufseine Beiner zutrungen / und letstlichgar um das zeitliche leben brachten/da-mit sein Seel möchte Gnad erlangen.
Nachdem sich alles verlosten / wie c-,x. 4.jetzt erzehlt worden / käme die seltzameGeschicht in die Statt Willisau/ wel-ches dann bey Geist - und Weltlichenein grossen Schrecken / und Wunderverursachete / und als Man alles Vcr-lauffs guten Bescheid / und Erfahrnußeingenommen / hat ein Ehrwürdig Prie-sterschafft Mit der weltlichen Oberkeitdie Burgerschafft ermähnet / mit an-dächtigerProceßion dasHochheiligBMIEsu Christi vor der Statt abzuholen.
Als sie dahin kommen / rratte der Psarr-hcrr/ so man gemeiniglich Leuth-Prie-ster pflegte zunennen / hinzu / wallMden Schetbentisch gegen den Umstehern/damit alle das grosse Wunder / und H^fünff Blutstropffen sehen / und aufan-sprach deß Lemh-Pricstcr auf die Ä nysfiele / GOtt in seinen Wunden/ undHeil. Blut anbetten / Und verehreten zauch sein Göttliche Allmacht um Ver-zeyhUng betten / wegen grosses Miß-handels/ und schwermens der Spilern/theils auch schuldigen Danck sagten we-gen deß mitgetheilten Schatz seiner H^Blutstropffen. Auf geschehenes Ge-best/schnitte der Leuth-Priester die fünffH. Blutstropffen mit einem scharpffenZeug / oder Messer aus der Laffel /legte selbe Creutzweiß auf ein Paten /und mit öffentlicher Proceßion / GW-ckenklang/ und lieblichem Gesang keht-te männiglich in die Statt der Pfarr-kirchen wider zU. Allda sie mit wür-digen Ehren aufbehalten worden / bißhernach ein köstlich silberne Monstrantzverfertigt worden / und offtermelte H.Blutstropften darein beschlossen / an-heimischen/ Und Ausländern fürzu-stellen / zuverehren / und anzubetttstverordnet / Und vergünstiget worden.
Diß Miracul ist in weitgelegne Orth /
Und Land ausgebreitet / und kundbahrworden / Und der ZulaUff/ Und Wall-fahrt groß/und ansehenlich tvordewDeßwegen dann die Statt Willisau aitfdie Wallstakt ein fein ehrlich höltzinesCapellelein GOtt zu ehren / Und denU U g Bil-