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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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5fr Von dem Gottseeligen Vattcr Conrado/

möchte / deßhalben er mit seinem an- in einer schlechten / und einfältiger Be-dächtigen Gebttt GOtt den Allmäch- klerdung / also daß die Scapuliev breit/tigen anruffte / und seines Hertzens die Lucul klein / die schwartze Kappen? Kummer ihme mit vilen Weinen / und kürtzer als der Rock / under Visen drey-Seufftzen klagte. en Vättern aber redete der älteste den

Bruder Conrad an /wie daß er das Pre-z. Endlich name er ihme für gen Rom drger-Kloster zu Colmar in der Stattum seines / und deß Ordens Heyls wilr wurde widerum zu seiner wahren Refor-len zuziehen / und nach dem er sich an mation/ und ersten Observantz bringen/

- dem Päpstlichen Hoff From/ Aufrecht und solle auch die Weiß ihrer Kleysund Heilig verhalten / ist er zu Ihr düng wohl in acht nehmen/und nach sol-Päpstl. Heiligkeit Penitentier erwählet cher Form ihren Habit / und Kleidungworden/ dardurch er in grosse Kund- tragen. Der Brud er Couradus fragteschafft der Cardinälen käme / so ihne wer sie wären / und wie sie heißeren ?wegen seiner From - und Aufrichtigkeit da sprach einer auß ihnen: daß der er-fast liebten / und werth hielten. sie auß ihnen der Stiffter deß H. Pre-

diger-Ordens St. Dominicus wäre /* Es wäre dazumahl zu Rom ein an- der ander der Glorwürdige Märtyrerdächtiger Cardinal/ der willens war in St. Petrus von Mayland / und derdas H. Land gen Jerusalem zureisen / dritte der Engelische Doctor St. Thö-rin d die H Statt zubesuchen / an wel- mas von Aquin. Von diser gnadea-chen unser Heyland / und Seeligma- reichen Erscheinung/ und Gespräch warcher IEsus Christus unser Erlösungge- der Geistliche Vatter Conradus nichtwlircket hatte; mit disem Cardinal allein höchlich erfreuet / sonder auchwolte auch Bruder Conrad von Brüst mehr in der Liebe GOttes/ und seinessen aus Andacht reisen. Auf diser Nächsten enttzündet / die ReformationReiß Hielten dise beyde Freund GOt- desto sieißiger anzufangen/ und darzütcs vil gottseelige Gespräch/ sonderlich zuhelffemaber / wie der H. Prediger-Orden wi-derum in sein erste Observantz / und Und damit der allmächtige GOttHeiligkeit gebracht möchte werden, seinen Seegen desto mehr zu solchem H.Und dieweil es unmöglich erfunden wor- Merck geben möchte / nähme er ihmeden / daß der gantze Orden auf ein für um das Jahr Christi rz86. wide-Zeit könnte / oder möchte reformiert / rum ein H. Wallfahrt zuverrichten / inund verbessert werden / achteten sie daß das gelobte Land gen Jerusalem / undkein besser Mittel zu solcher Resorma- auf den Berg Sinay zu St. Cütharinätion dienstlicher könnten erfunden wer- Grab ( dann er dreymahl bey dem H.den/ als wann erstlich ein Kloster/und Grab / und neunmahl zu Rom gewe-Convent reformirt / Und mit andächti- sen ) zureisen. Zu seinem Gesellengen / und eyffrigen Vättern besetzt wur- und Mitgefährten auf diser Reiß / nah-de/ so ein sonderbahren Eyfferv und Lie- me er mit ihme einen andächtigen / undbe zu der Observation / der Regel/ und geistlichen Priester Prediger - Ordens /Constitutionen hätten / und so solches Vatter Zoannem von Mitten/von demgeschehen / und wohl eingewürtzt/ so hernach mehr soll gesagt werden. Nachkönnte man mit Nutzbahrkeit weiters dem nun dise r. gottseelige Vätter überschreitten/ und die andern Klöster nach/ Meer kommen/ und das H. Land er-und nach auch zuhanden nehmen. reicht hatten / da unser Heyland / Und

Seeligmacher unser Erlösung gewürckts-x. L. Wie angenhm GOtt dem Allmäch- hatte / besuchten sie alle H. Oerthettigen / und dem H. Dominico der Eyf- mit einer grossen Andacht / Gebe« /fer / und Begierd deß frommen Vat- und vilen Zähern / sonderlich aber aufters Conradi von Brüsten/ den Orden dem Berg Calvariä da unser Heylandwiderum in sein erste Vollkommenheit an dem Stammen deß H. CreutzeSge-rubringen gewesen seye / erscheinet aus henckt war. Allda knyete der Vattervem klar / welches wir von unsern Vor- Conrad nider / und mit hertzlicher An-fahren / und Eltern vernommen haben/ dacht neigete er seyn Haupt in das Loch/die ihn zum Theil gekennet/ oder ihnen darin» das H. Creutz gestanden war.sein vollkommenes Leben wohl bewüßt Da er aber zu dem Fluß Jordan käme/war / dise Vorfahren erzehleten uns an das End da Christus von Joamttdise Histori: Als der S.BruderCon- getaufft war/ liesse er sich von seinemradus auf ein Zeit über Feld reisete / Mitgesellen Vättern Zoanne auchund mit mehrgedachten Gedancken / wie Tauften / von bannen zöge er mit grostder Orden reformirt möchte werden / fer Gedult / und Arbeit durch die-umgienge / da begegneten ihme drey sten auf dem Berg Sinay / zu demEhrwürdige Vätter Prediger-Ordens Grab der hochgelobten / und Edlen

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