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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem seeligen Bruder Clausen / Einsidler/ und Beichtiger, z

dlsem Land Underwalden daß gegenAufgang der Sonnen / stoßt an dieLänder Ury/ und Schweiß / gegen Mit-tag an die Herrschafft Bern / gegenNidergang aber/ und Mitnachtanderfürtrefstichen Statt Lucern Gebiet/ obdem Kernwald in Sachsler Kirchzwanghaben zu Zeiten deß H. CostantzischenConciliums gelebt die frommen / und tu-tzendfamen Ehcleuth Heinrich von Flüe/Und Hemmana Robertin / eines altenEhrlichen Geschlechts/so etlich roo. Jahrtzewehret; seynd vom Berg / oder Gut/varinn sie ihren Weidgang / oder Woh-nung gehabt/ Meer/ oder die von Flüegeheissen worden/ und werden auch nochheutigs Tags ihre Nachkömmling alsoNenannt. Vor Zeiten aber waren sieLöwcnbrucker / oder die von Löwen-bruck genannt worden. Dise Ehe-leuth waren wohlhabig / mäßig / an-dächtig / und fromm / welche nach ge-meinem Landsbrauch ohn die Bauungdeß Erdreichs / nnd Auszrehung deßViehs kein andere Vegangenschafft här-ten.: verletzten niemand/ sonder warenMänniglich/ bevvrab ihren Nachbaurenvil Gurs / und Dienstbahrkeit zube-weiftn gar geniegt / und beflissen/ em-sig im Gebort/ und gehorsam der Ord-nungen der Christlichen K u chen. Deß-halben hat sie auch GOtt mit einer ge-venedeyten Frucht / nehmlich mitdiseMlieben Sohn Nicolao erfreuet/ welchergebvhren war im Mertzen / da man nachChristi unsers HErren Geburt zehlte1417. Jahr: als die Häupter der Weltim H. allaemeinen Concilro zu Cöstantz( wre gehört) ordenlich versammlet wa-ren. Ein Ding / so wohl zumercken/Und in acht zuhaben / daß alsbald be-sagter Wunderstern Nikolaus im Bisch-thum zu Cöstantz erschinett ist / gleichüngehents ein grosse Stille / Ruhe /Frid / .Und Einigkeit in der KirchenGOttes wunderbahrlich erfolgt / wie /Und was Gestalt / befehle ich den Ge-lehrten. Es hat aber der barmhertzigGOtt dises Kind auch in MutterleibÜbernatürlicher Weise erleuchten/ undbegnaden wölken: anzuzeigenwas endlichaus ihme werdewUrde.Dan er Nikolauszuvor / Und ehe er gebvhren ein solchesGesicht gehabt / nehmlich am Himmelsahe er einen Sternen / der an der scho-ne andere übertraft/ von welchen strei-tnen die gantze Welt erleuchtet war /welchen Sternen er darnach in dem Le-ben offt gesehen / inmassen daß er ge-weint es sey eben der Sternen/ den erin Mutterleib angeschauet hätte. Deß-gleichen hat er vor seiner Geburt einenschonen grossen Stein/ oder Flue gese-hen / und darneben das H. Oel / mitWelchem die Krancken versehen werden.

Ferner alsbald er gebvhren worden /Und an die Welt kommen/hat er sein leib-liche Mutter / und die Hebammen wohlgekennet / und darneben bescheidenlichgemerckt/ daß er durch felßächten Orchdurch den Ramftt / in welchem er seinEinsidlisch Leben endlich vollführen fvl-te / gen Kerns zu dem H. Taustgetra-gen worden / da er auch den Priesterder ihn getaufft / samt Gotten / undGöttin gar wohl gekennt. Allein ei-nen alten Mann so auch bey dem Taustgestanden/hat er nickt gekennet. Wel-ches alles ein Ehrwürdiger Priester mitNahmen Herr Heinrich am GrundPfarrherren zu Stantz / aus Nikolaiheimlicher Bekandnuß theur / und hochnach B. Clausen Todt bezeuget. Erwar aber darum zu Kerns getauft? /dieweil die Pfarr-Kirchen zu Sachslenzuderselbigen Zeit (wie man sagt) indem Interdikt / und ohn einen PriestergejtandeN.

In seiner Kindheit / und Äugend /hat sich der S. Nikolaus wie ein rechtgottseeliges Kind mtt gUten Sitten se-zieret / erzeigt / und gehalten. In ihmwar nit erfunden einige Anzeigung gey-ler Umschweiffigkeit / und Leichtfertig-keit/ als sonst der Jungen brauch ist»Er hat auch seine Eltern / und alle altöLeuth mit fleißiger Dienstbahrkeit geeh-tet. Seine Mitgesellen ermahnete erfürnehmlich zum Göttlichen Dienst / in-sonderö sein rechtgebohrne Geschwister-te / mit welchen er allzeit einmuthiglichlebte. Als er seines Alters im 16. Jahreinsmahls durch den Ranffgienge (wel-ches ein tieffes / und wildes Bachthallist/nicht weirvon seines Vatters Host-statt gelegen ) war ihme die Heiligkeitselbigen Orths zum andernmahl geof-fenbahret durch ein seltzame Erschei-nung/ als nemlich aus dem ReiN/odetBerglein / auf welches hernach sein Ein-sidler Capell gebauen war / sahe er ei-nen überaus schönen / und lustigenThurn stehen / dessen höhe sich in denHimmel erstreckte» Als verwegen diserfromme Jüngling ernstlich / und mitVerwunderung ansähe/ war sein Hertzgehling mit einer hefftigen Begirv zumeinsivlischen Wesen angezündet / inmas-sen daß et von dem Tag an ( wie erherNach seinety guten Freund Arnoldenan der Halten bekennet) anaefanaendie Versammlungen der Menschen fastzufliehen / Und die einsamme zukleben /doch nameer nichts nnbescheidlichs für/er war seinen Eltern underthan / undhalste ihnen die Haußsorg mit treuenverwalten. Und so er dann etwanNden gantzen Tag mit arbeiten in Mat-ten/ und Feldern vollbracht hätte / und

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