Er'nsidler/ und Beichtiger.
tne mit vanck bist Fürstliche Verehrungan / und verschuffe daß um das Geltkin schöne Weid / oder Matten / dieLuß genannt/ an die Capell grkauffttvürde / in dem Melchthall gelegen / sodann nach wenig Jahren ein Funda-ment / und Anfang gewesen der Prie-ster Pfrund in dem Ranfft / die jetztfünffzehen Haupt Viehs sommern kan.Die Leuchter aber seynb in den Nutz derPfarrkirchen Sachslen verwendet wor-den. Nach disem war auch vilgemelteB. Clausen Capell von dermH. Römi-schen Stuhl mit geistlichen Gütern/daßst Ablaß reichlich begäbet / und geziert:am einer herrlichen Bull so in demRanfft aufbehalten wird / bekräfftigetMit i6. grossen Siglen / und geben zuRom den 18. April Anno 1470. deßPapstthums Pauli deß andern im 6.Jahr. Dife Bulla war auch von demBischoff Hermann» zu Cöstantz ange-kommen / und bekräfftiget / und in denRanfft gesandt mit einem reichenAblaß den 17. Octob. in gemelkemIaht; , Und zu diser Zeit hatte B.Claus schon drey Jahr ohn natürlicheSpeiß / und Tranck gelebt. FernerSNach Bischöffs HerManni Absterben /war Otto ein gebohrner Freyherr vonSvnnenberg/ deß Nahmens det vierd-te Bischoff zu Cöstantz erwöhlet. Di-ser ist nun auch durch das gemein Ge-schrey bewegt worden vifer SachenGrund / und Wahrheit zuerfahren /derhalben zöge er selbs gen Underwal-den/und kam zum B. Clausen/ hieltauchMit thme vil / und manigfakkige Ge-spräch. Als solches geschehen / hat ge-kielter Bischofs Ott» deß S. B. Clau-sen Leben / Und Sitten zum höchstengelobt / und gcrümmt ja auch sich er-freuet daß er einen solchen Einsidel in sei-nem Bischthum gefunden hätte. Demenach im Jahr deß HErrn i47Z.sthick-te auch der DurchleUchtigste Fürst Ertz-Hcrtzog Sigmund von Oesterreich B^Clausen einen schönen silberen/ und ver-güten Kelch / und Paten in den Ranfft /samt andern köstlichen Ornaten / so nochverhandelt. Es ist auch zu diser diegrosse uralte Uneinigkeit zwischen demHanß Oesterreich / Und der Eydgnoß-schafft dUrch Göttliche Gnad aufgehebtworden solcher Massen/ daß hochgemuterHertzog Sigmund in dem ncchstfolgen-den Jahr/nehmlich 1474- mit denEyd-gnossen einen frenndllchen Vertrag /ewige Vündnuß/und Erb, Einigung ge-macht. Welches dann als ein beson-ders MiracUlum GOtt durch B^ Clau-sen Verdiensten / Nicht unbillich zngc-schriben wird. Es ist aber aus denGaben so wohl fteMbder als heimischenso vil Gelts zusamen gelegt worden /
u. k. IVIurerj Die ij». Schweitz^
daß iM Jahr 5477- das ist / im gehen-den Jahr vor B. Clausen todt / ein ehr-liche Priester Pfrund in dem Ranfft ge-stifftet worden / die dann der Ehrw.Herr Petrus Bächthaler zudem erstenbesessen.
Um bemelte Zeit ist auch gen Under-walden kommen ein wohlhabender alterEhrenmann aus Bäyerland gebürtig /mit Nahmen Ulrich den S.B. Clausenzubesuchen; Mit welchem als er ein Zeit-lang täglich conversiert/ war er endlichdurch seinen Heil. Wandel zu der LiebeGOttes solcher Massen angetriben/unventzündet / daß er nunmehr änderstnichts begehrte/ dann sein Leben in demGöttlichen Dienst mit Nicolao in derEinöde zuverschliessen. Demnach hieltdiser Ulrich mit grosser Bitt bey B.Clausen an / daß er durch GOtt wöl-ke sein geistlicher Vatter sein / und ihnunder sein Zucht aufnehmen/ auch ver-gönnen bey ihme zuwohnen. WelchesB. Claus nach langem Anhalten ihmevergonte/ und gäbe ihm in dem Ranfftein Cellen oder kleines Häußlein ein /welches erstlich der B. Claus bewohnethatte. B. Ulrich nähme zu an Tugen-den / und guten Wercken/ er griffsei-nen Leib männlich an mit fasten / undcasteyen / und versucht ernstlich / ob erauch ohn natürliche Speiß leben möch-te ; Und durch B. Clausen Gebett ister auch zu der Gnad kommen / daß erdreyzehen Tag an einander ohn alleSpeiß/ und Tranck allein in geistlichenBetrachtungen gelebt / nach welcherverstoßn« Zeit B- Claus ihme ein hal-bes Brod bracht / und gebot« daffel-bigö in das Wasser Melch zustoßen /Und zuessen/ welches er aus Gehorsamevollbrachte / und asse / rc. Von B-Ulrichen wird weiters gehanvkt in Be-schreibung seines Seeligen Lebens.
Es verwunderten aber sich die Men-schen nicht Unbillich / für welche dasGeschrey käme von deß B. Clausen un-gewöhnlichen Fasten / was ihn doch ohnden Brauch der natürlichen Speiß /und Lrancks bey dem Leben erhaltenMöchte. Der Ursachen fragt ihn auchoft der obgemelte Priester Herr OswaldJfner / sein getreuer Freund. Aufwelches vilfältiges Ersuchen offcnbah-ket ihm endlich B. Claus / wiewohlschwerlich / wie es um die Sach stunde.Als nehmlich: Wann er bey der Heil.Meß den Priester sehe den wahren Leib /UNd BlUt Unsers Heylands Messen / soempfinde / und empfahe er aus derselbenNicssung ein wundttbahrlkche Krafft /Und Stärckung. Andern seinen son-dern geheimen Freunden / als sie ihnauch der Sachen halben fragten / ant-A L 2 tvor-
r^sp. i».D- Ulrichrömkjudcm B.Clausr»
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Drs B-ClauscnSpciß/undTranck.