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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Er'nsidler/ und Beichtiger.

tne mit vanck bist Fürstliche Verehrungan / und verschuffe daß um das Geltkin schöne Weid / oder Matten / dieLuß genannt/ an die Capell grkauffttvürde / in dem Melchthall gelegen / sodann nach wenig Jahren ein Funda-ment / und Anfang gewesen der Prie-ster Pfrund in dem Ranfft / die jetztfünffzehen Haupt Viehs sommern kan.Die Leuchter aber seynb in den Nutz derPfarrkirchen Sachslen verwendet wor-den. Nach disem war auch vilgemelteB. Clausen Capell von dermH. Römi-schen Stuhl mit geistlichen Gütern/daßst Ablaß reichlich begäbet / und geziert:am einer herrlichen Bull so in demRanfft aufbehalten wird / bekräfftigetMit i6. grossen Siglen / und geben zuRom den 18. April Anno 1470. deßPapstthums Pauli deß andern im 6.Jahr. Dife Bulla war auch von demBischoff Hermann» zu Cöstantz ange-kommen / und bekräfftiget / und in denRanfft gesandt mit einem reichenAblaß den 17. Octob. in gemelkemIaht; , Und zu diser Zeit hatte B.Claus schon drey Jahr ohn natürlicheSpeiß / und Tranck gelebt. FernerSNach Bischöffs HerManni Absterben /war Otto ein gebohrner Freyherr vonSvnnenberg/ deß Nahmens det vierd-te Bischoff zu Cöstantz erwöhlet. Di-ser ist nun auch durch das gemein Ge-schrey bewegt worden vifer SachenGrund / und Wahrheit zuerfahren /derhalben zöge er selbs gen Underwal-den/und kam zum B. Clausen/ hieltauchMit thme vil / und manigfakkige Ge-spräch. Als solches geschehen / hat ge-kielter Bischofs Ott» deß S. B. Clau-sen Leben / Und Sitten zum höchstengelobt / und gcrümmt ja auch sich er-freuet daß er einen solchen Einsidel in sei-nem Bischthum gefunden hätte. Demenach im Jahr deß HErrn i47Z.sthick-te auch der DurchleUchtigste Fürst Ertz-Hcrtzog Sigmund von Oesterreich B^Clausen einen schönen silberen/ und ver-güten Kelch / und Paten in den Ranfft /samt andern köstlichen Ornaten / so nochverhandelt. Es ist auch zu diser diegrosse uralte Uneinigkeit zwischen demHanß Oesterreich / Und der Eydgnoß-schafft dUrch Göttliche Gnad aufgehebtworden solcher Massen/ daß hochgemuterHertzog Sigmund in dem ncchstfolgen-den Jahr/nehmlich 1474- mit denEyd-gnossen einen frenndllchen Vertrag /ewige Vündnuß/und Erb, Einigung ge-macht. Welches dann als ein beson-ders MiracUlum GOtt durch B^ Clau-sen Verdiensten / Nicht unbillich zngc-schriben wird. Es ist aber aus denGaben so wohl fteMbder als heimischenso vil Gelts zusamen gelegt worden /

u. k. IVIurerj Die ij». Schweitz^

daß iM Jahr 5477- das ist / im gehen-den Jahr vor B. Clausen todt / ein ehr-liche Priester Pfrund in dem Ranfft ge-stifftet worden / die dann der Ehrw.Herr Petrus Bächthaler zudem erstenbesessen.

Um bemelte Zeit ist auch gen Under-walden kommen ein wohlhabender alterEhrenmann aus Bäyerland gebürtig /mit Nahmen Ulrich den S.B. Clausenzubesuchen; Mit welchem als er ein Zeit-lang täglich conversiert/ war er endlichdurch seinen Heil. Wandel zu der LiebeGOttes solcher Massen angetriben/unventzündet / daß er nunmehr änderstnichts begehrte/ dann sein Leben in demGöttlichen Dienst mit Nicolao in derEinöde zuverschliessen. Demnach hieltdiser Ulrich mit grosser Bitt bey B.Clausen an / daß er durch GOtt wöl-ke sein geistlicher Vatter sein / und ihnunder sein Zucht aufnehmen/ auch ver-gönnen bey ihme zuwohnen. WelchesB. Claus nach langem Anhalten ihmevergonte/ und gäbe ihm in dem Ranfftein Cellen oder kleines Häußlein ein /welches erstlich der B. Claus bewohnethatte. B. Ulrich nähme zu an Tugen-den / und guten Wercken/ er griffsei-nen Leib männlich an mit fasten / undcasteyen / und versucht ernstlich / ob erauch ohn natürliche Speiß leben möch-te ; Und durch B. Clausen Gebett ister auch zu der Gnad kommen / daß erdreyzehen Tag an einander ohn alleSpeiß/ und Tranck allein in geistlichenBetrachtungen gelebt / nach welcherverstoßn« Zeit B- Claus ihme ein hal-bes Brod bracht / und gebot« daffel-bigö in das Wasser Melch zustoßen /Und zuessen/ welches er aus Gehorsamevollbrachte / und asse / rc. Von B-Ulrichen wird weiters gehanvkt in Be-schreibung seines Seeligen Lebens.

Es verwunderten aber sich die Men-schen nicht Unbillich / für welche dasGeschrey käme von deß B. Clausen un-gewöhnlichen Fasten / was ihn doch ohnden Brauch der natürlichen Speiß /und Lrancks bey dem Leben erhaltenMöchte. Der Ursachen fragt ihn auchoft der obgemelte Priester Herr OswaldJfner / sein getreuer Freund. Aufwelches vilfältiges Ersuchen offcnbah-ket ihm endlich B. Claus / wiewohlschwerlich / wie es um die Sach stunde.Als nehmlich: Wann er bey der Heil.Meß den Priester sehe den wahren Leib /UNd BlUt Unsers Heylands Messen / soempfinde / und empfahe er aus derselbenNicssung ein wundttbahrlkche Krafft /Und Stärckung. Andern seinen son-dern geheimen Freunden / als sie ihnauch der Sachen halben fragten / ant-A L 2 tvor-

r^sp. i».D- Ulrichrömkjudcm B.Clausr»

ir.

Drs B-ClauscnSpciß/undTranck.