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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem seeligen Bruder Llaufen /

wirrtet er - In der Betrachtung deßbittern Leydens unsers HErren IEsuChristi / und sonderlich bey der Schey-düng seiner Heil. Seel von dem Leib/empfinde seinHertz ein gründliche unaus-sprechliche Süßigkeit/ von welcher er dar-nach leiblich erhalten/und der Nahrungdeß gemeinen Lebens leichtlich empören/und gerathen möchte. Mir vorgehendermündlicher Beicht seinem ordentlichenPfarrherren zu Sachslen H. JohannBurcharden von Lentzingen aus Oester-reich / der in die 24. Jahr der PfarrSachslen löblich vorgestanden / em-pfienge er das Hochwürdig Sacramentdeß Altars erstlich auf alle hochseyrlicheFest/ und als demnach sein Capelleineygnen Priester überkam / fienge er B.Claus an alle Monat einmahl zubeich-ten/ und das hochwürdigest Sacramentvon seinem obgemelten Caplan H. Pe-ter Bachthalern würdiglich zuempfahen/und dasselbige zwar nach altem Catho-lischen Brauch under einer Gestalt al-lein / mit unaussprechlicher Andacht /und Ehrerbietung / und wohnete alsoGOtt in dem Menschen/ und der Menschin GOtt. Ligt derohalben an demTag/ und ist offenbahr / was dann un-sern wunderbahrlichen Einsidelohn leib-liche Nahrnng erhalten habe? nehmlichallein das lebendige Brod der Englen/welches er zwar täglich geistlicher Weiß/und demnach zu gewissen Zeiten auchSacramentalisch empfienge. Welchesdann auch klärlich insinviert die alteStraßburgische Chronick / kslciculusremporum genannt / so nehmlich An-us 1491. ( durch den Andächtigen Car-thäu er Wernherum Rollenwinck zuCöln beschriben) gedruckt mit disenWorten : Ein andächtiger Einfidel zuUndcrwalden in dem Schweitzerland ingrosser Demuth wird mit dem eintzigenFronleichtnam deß HErren alle Monaterquickt: hat 15. 3 ahr / und darüberohn leibliche Speiß gelebt. Dises be-stättiget auch Heinricus Glareanus indem Lobspruch der Helvetier.

Der S. Bruder Claus hielte in sei-nem Einsidlischen Leben dise Gewohn-heit / daß er kein Zeit ohne Frucht /und gute Merck liesse abgehen / und dißin solcher Ordnung. Den ersten Theildeß Tags nehmlich von Mettenzeitbißauf Mittag verzehrt er in seiner Einsa-me mit emsigem Gebett / und geistli-chen Betrachtungen. Nachmittagwann der Himmel heiter war/ gieng eraus ein wenig spatzieren: und so es ihndann füglich dunckte / stige er hinauf indas Mößli/ und besuchte seinen Mit-einsidel B. Ulrichen / der dann auch(wie gehört) ein frommer / und sehr

andächtiger Matm war/ wie insemenjLeben folget. Mit welchem als er B.Claus mancherley Red von göttlichenUnderweisungen gehalten / pflegt er al-lein in sein Hütlein/ und Wohnung wi-der zukehren. Durch Gelegenheit sol-cher Conversation entdeckten nun diezween Freund GOttes einander lhr Ge-müther/ und Hertzen mit grossem ver-trauen. Und under andern hat auchB. Claus disem seinem Mitbruver Ul-richen vertrauet / und zuerkennen ge-ben / die Erscheinungen der dreyen Män-nern / welche ihme die Zeit seines Ab-sterbcns vorgesagt / und geoffenbahrethaben / als in dem 5. Cap. gemelt.Der B.Ulrich aber hielte solches heimlichbiß nach B. Clausen seeliges Absterben.Alsdann er dises / und anders vilmehrvon ihme bezeuget / und an den Taggebracht hat. Zuvor / und ehe ein ge-wisse Caplaney / oder Priester-Pfrunvin dem Ranfft gestifftet war / giengderB. Claus alle Sonn-undFeyrtäggenSachslen zu der Kirchen ( unangese,hen das Sachslen ein gute Italiäni-sche Meil von dem Ranffr ligt / und desWeeg gar stotzent/ bergächt/ und une-ben ist) allda er mit grossem Eyffer /und auferbaulichem Exempel dem H.Ampt beygewohnet. Nach sollendemGottsdienst gieng er schnell widerumHelm. Auf der Spihlsta« / und Kir-chenweeg saumbt er sich nichts / rc. Sowar auch Wöchentlich aufs wenigest ein-mahl in seiner Capell Meß gehalten /deren er sich allwegen mit grosser An-dacht theilhafftig machte. FerrnerSnachdem er nun einen eygnen Priester/so stätts in dem Ranfft wohnete / über-kommen / wurde fast alle Tag Meß all-da gelesen. Derhalben gieng forthmB. Claus niergend mehr hin / wofernihn nicht die hochwichtige Ursach zu demausgehen getriben. Man sagt auchfür ein Wahrheit/welches auch mit gu-ten Argumenten könnt bewisen werden/B. Claus habe ohnlängst vor seinemTodt / auch der herrlichen Proceßion/welche Jährlich an dem Abend MariäVerkündigung in der Stadt Lucern mitgrosser Solennitet begangen wird / wieauch dem darauf folgenden dreytägigemIubiläo beygewohnet/ und sich deß voll-kommnen Ablaß theilhafftig gemacht / rc.Es ligt aber der Ranfftvon Lucern bey12. Italiänische Meil. Ein Ding sosich hoch zuverwundern ist / daß obschon B. Claus der leiblichen Nahrunggäntzlich entsetzet / demnach die Kräff-ren seines Leibs nit abgenommen. Ergieng / und käme wider / er thät zuFuß nicht geringe Reisen / war allzeitfröhlich / gesund/frisch/lebhafft/ wohl-mögent/ und starck / die Zeichen (in

Summa)