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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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;88 Von dem seeligen

chem tratteIhro Hoch-Fürstliche Gna-den in die Kirch/ bettete mit aufier-baulichester Andacht vor dem H. H.Sacramcnt/ und vor dem Altar desVillseeligen Diener GOttes / thätesolchen ehrenbietig küssen/ und gäbedem häuffig antringenden Volck denSergen.

Um 5. Uhr Nachmittag begäbe sichHoch-gemelter Herr d>lumius widerumin dje Kirch/ verrichtete vor dem Grabdeß seeligen Bruder Clausen sein Ge-bet! / ward Bischöfstich angekleidt / undnach dem er vor dem H. Grab nider-gekniet / wurde der t^mnus , VeniLrearor, Ac. abgesungen / nach dessenVollendung setzte er sich hinder demGrab Altar mit gegen dem Volck ge-wendtem Angesichr bey einem zuberei-tetem/ und mit Damast übergezognenTisch nider / die Werckleuth rucktenden grossen Stein/ welcheraufderhin-deren Seithen den Altar / oder Grabbeschlossen/ hinweg/ daß die Sarchvon dem begirig-seuffzenden-Volck/ inwelcher die H.H. Gebeiner enthalten/welche z. Spannen lang/ anderhalbehoch/ und dritthalben Zohl dick wäre/gar wohl hat können gesehen werden /sie wurde^mir von Leinwath widerleg-ten Tücheren (dann sie wäre fast murb/wiewohlen gantz) von zwey Hochwür-digen Herren / als von Ihr GräßlichenLxcellE Herren Johann Lgpritt 6i-

smpe Päpstlichen ?roro-Xorario 8.Kunrisrur«: /^uäiroro , und V0N Ihr^xcellen? Herren Johann Uaprili Es-ttoreo 8. I^unriarurX Egncellario, ?ro-ro-Korsrio, und LHUM-HeMN ZUChur hervorgenommen/ und auf ge-meldten Tisch gesetzt : Es waren noch8. Sigill an der Sarch zu ersehen/wur-den aber keine erkennt als beyder Hoch-Fürstlichen Gnaden Herren krsncckol>klnnis Bischoffen zu Constantz / undloüoci Änab von Lucern Bischoffenzu Losannen. Die Sarch wurde er-öffnet/ und die H. H. Gebeiner/ soverwunderlich schön/ als wann von sol-chen das Fleisch erster Dingen sich ab-geschälet hätte/ erfunden worden.

Was für allgemeine Freud / Fro-locken/ und Lob-GOttes bey allemVolck in Ansehung der H. H. Gebei-ner entstanden/ ist gewüßlich nicht zuerklären / die laut hervorgebr?chneSeuffzer / die von zarter Andacht t-äuf-fig - stressende Zäher auch aus ben Au-gen oer hohen Stands - Persohnen ha-ben dessen Zeugnuß geben / welcheAndacht unvergleichlich vermehret / alsdas hfilige Haubt in die Höhe erhebtdemfrommenVolck gewiftn wurde/ wel-

Brudtt Clausen/

ches auf die Knie gefallen / die Erde«geküsset mit unaussprechlicher HertzcnK-Bewegung.

Die H. H. Gebeiner / nachdemsie wohl unversucht waren/ wurden siein ein eisenen Kasten gelegt/ der Ka-sten mit 7. Schlösse«» wohl verwahrt/und auf den Altar gesetzt / under wel-chem sie zuvor geruhet/ und zu der»Versicherung ein starcke Wacht ver-ordnet/ wurde auch zu End der Feyr-lichkeit dises ersten Tags das 1e Oe-um Iruäsmus abgesungen.

Am folgenden Sambstag wurdedas Hoch - Ambt gehalten von obge-meldtem Hochwürdigen Herren Cantzsler Eattoreo, under welchem die Lx-communicsrion von dem Cantzel ver-kündet wider jene/ die sich understeh»wurden das wenigste von dem HeiligenLeib zu entziehen. Der Kasten wur-de wider eröffnet/ die H. H. Gebei-ner nach en-mder auß solchem genom-men / und alle mit dem PitLschafft desHochgemeldten Herren Nunrü verzeich-net : Es wurde ein Gwerb von demRugg- Grad des Seeligen dem Pfarr-herren überreichet/ solches dem häuffiganruckenden Volck zuküssen zu geben /welches in so grosser Anzahl herzu ei-lete / daß dessen Andacht die gantzeVormittags-Zeit nicht gnug hat ge-schehen können. Die Andacht tha-ten nicht zerstöhren/ sonder vermehrendie entsetzlich wüthende / und brüllen-de böse Geister aus den Leideren derbeseßnen; Wie dann noch auf selbigenVormittag in Gegenwarth alles VolckSvon splchem höllischen Gast nach grau-sammer Peynigung erlediget wordenMaria Catharina Fanger von Gar-nen/ welche um solche Erledigung demseeligen Bruder Clausen mit Hertz /und Mund danck sagte.

Um 5. Uhr Nachmittag wurdevon Ihro Hoch-Fürstlichen GnadenHerren l^unrio die Vesper von dem see-ligen Bruder Clausen hoch-feyrlich ge»halten/ das schon cjeziehrte H. Haubtunder solcher auf den Altar zu öffentli-cher Verehrung dem in ein Unzahl an-wachsendem Volck vorgesetzt/ welchemauch biß in den spathen Abend obge-meldtes H. Gebein zu küssen von derWohl-Ehrwürdigen Priesterschafft dar-gereicht.

Es seynd auch durch Visen Tag dieH. H. Gebeiner under der VireäionHerren Ritters Eattorel mit dem Zu-satz deren darzu verordneten Herren /von Herren kleäici« ) und Eb/rur^is,

nach