Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Einsidler / und Beichtiger. 421

Kett wir euch zu ersuchen nicht um-gehn mögen / gnädigist gesinnec /Ihr wollet uns von oh berührtenReliquien was widerfuhren lasten/und euch hierin also erzeigen / da-mit nicht nur allein unser Andachtdardurch vermehrt/ sonder auchbey anderen von neuem erweckt /und also die Ehr GOcces/ und di-ses Bruder Llausen Lob / destomehr beförderet werden möge.Als wir dann in solchen, Fahl anunser Zuthun nicht erwinden lastenwollen/ und beschicht uns beyne-benö hieran ganiz angenehmesWohlgefallen / so wür um euchhinwider diß zu erkennen begeh-ren/ und seyn euct) mit Gnaden /und allem guten vorderist wohl-gewogen.

Darum München den 17. ke.

bruseij. 1622.

Dannoch wolle kein Trostschreibenvon Rom emlauffen/ dahero wurdenvon den Eydtgnossen villfeltige Bitt-schreiben widerholet/ bevorauß liesseihm Ihr Hochfürstliche Gnaden vonConstantz als ein wahrer Hirt das inn-brünstige Verlangen seiner Schäffleinangelegen seyn / stellet ein aUerbcweg-lichtstes Schreiben an den Hochwürdbgestcn Herren darüinsl Lellgrminumihne inftinemVegehren zu understützen/von welchem er ein Schreiben erhal-ten/ in welchem gemeldet/ daß der ü-berschickte Proceß in eim / oder ande-rem Puncten nothwendig müsse ver-besseret werden/ auf welches so wohlIhr Hochfürstliche Gnaden als auchdie Herren Eydtgnossen batten gemeld-ten Herren Cardinal um die Erleuch-tung/ wo/ und wie der Proceß zuverbesseren.

Und weilen in solcher Zeit PaulusV. gestorben / thaten sie ihre Gesand-ten schicken an 6reeorium XV. 1621.welche waren Herr Jacob von Sonnen-berg / Herr Haubtman Jost Tanner /Herr Melcher Imfeld Landamman.Und weilen auch diser Pabst nach kur-tzer Regierung todts verschiden/ wur-de ein andere Gesandtschasst auf Romangesehen >624. und wurden dorthin6epunert Herr Haubtman Görg vonFleckenstein / und Herr Haubtmann Ca-spar Leuw/ an Urbanum VIII. welcheGesandtschasst solche Würckunq gehabt/VaßihrHeiljgkeit samt derH.Congrega-

tion erkennt/ daß ein neue Übersetzungdeß Proceß solle angesehen werden /mit Vertröstung/ daß alsdann die ver-langte Canonization erfolgen wurde.Gemeldte Pabstliche Heiligkeit schribeauch gantz Vätkerlich an gesandte Ca-tholische Cantonen folgendm Innhalts.

V1!I. PM.

Geliebte Söhn / Heyl/ und Apo-stolischen Seegen.

Verehrung der Heiligen istnicht allein ein Ambe / undDienst Christlicher Gorcste-ligkeit/ sonder auch ein Schutz /und Schirm aller Hoheit; Danndie mir Christo regierende Heiligeurtheilen / und herrschen über dieVolcker/ und bewahren diejenigesonderlich durch himmlische Gut-thaten/ welche die Glory deß All-mächtigen Gcdttes in ihnen mitihrer höchster Freud/ und Wohl-gefallen verehren. Derowegenlaßt es sich ansehen / als ob Ihrdie Hülsfder Engten/ undFürbittder Heiligen auf eure Gebürg he-runder locker / indem Ihr Nicolaovon der Flüe von blrrderwaldcnhimmlische Ehr/ und glantzendeLronen begehrt / welchen / wie ge-glaubt wird / die Heiligkeit sehstzum Himmel in zder Einöde ausser-zogen hat. Ein grosses Lob / undRuhm ists den Eydtgnossen/ daßsie nicht allein im Feld den Sig fürdie Rönig suchen/ und die Fürsten-rhumer in den Besatzungen beschir-men/ sonderen auch indem Lägerder Büß dem Himmel Gwalt an-thun/ und die Triumph der Ste-tigkeit verdienen. So haben wirdann also die Gottstelige Begirdendiser allerstärckesten Natron mitgeneigten Ohren auf / und ange-nommen / erwarrhcn derowegendas Leben / und wundcrzeichendeß Einsidlers Nicolai durch of-feittliche Zengnussen bekrässriger /auf daß dises himmlische werckaufs bäldest durch gewöhnlicheBetrachtung der GOrrseelig- undFürsichtigkeit von dem PäbstlichenGwalt möge erörrhcrek werden.

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