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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem seeligen Bruder Clausen/

zur.

D-isGe,schlifft vcrCanö»i;a-n'on dcßS.BruderCiausmwird vonden Cath0>Il'schcnCan-tonen mitEiffer fdrt««csetzk.

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Wir wollen aber den jenigen an-rüsten / der da über alle HeiligercAlerc, und berschek/ daß er unsgebiethe / und cingeb das jenigein einer so wichtigen Berath schla-guirg zu enrscheyden/ was der La-rholischen Kirchen ersprießlich /und dem Eydtgnoßischen Nahmenlöblich seyn wird. Geben euchhiemic den Apostolischen Seegen.

Darum zu Kom bey 8r. Claris^lajor under dem Lischer-Kingden IZ. Sepreudris im 162^.Jahr/ und unsers Pabstumsim anderen.

^o. OslMpoluS

Auf eingelangtes Päpstliches tröst-liches Schreiben wurde zu einem neuenProceß geschritten / welchen man ver-meinte also LuckLMlsch aufgesetzt zu ha-ben / daß in solchem kein Mangel zufinden wäre. Es wurde auch ein neu-er Agent zu Rom / nehmlich HerrDo-ctor Johann Fabri Päbstlicher Leib-Artzt bestellt/ wurde auch auf ein neu-es Herren Niclaus von Fleckenstemvon dem hohen Stand Lucern zuge-schoben/ in seinem bißhero erwisnen Ei-fer / was die Heilig-Sprechung anbe-langet / fortzufahren / welcher keinMühe noch Arbetth gespahret / berich-tet aber / daß sich ein grosse Hindernußin den Weeggelegt/ maßen ihr Päbst-liche Heiligkeit ein Decret gemacht 6snou Lulm , daß alle Processen von denHeiligsprechungen für ein gewüsse Zeitseyen aufgehebt / hoffe aber nichts de-stoweniger die Milderung hises De-crets / so vil es den seeligen BruderClausen anbelange / so fern der Pro-ceß ohne Mangel erfunden werde/wer-de man weirers schreithen / mit Ver-melden / daß auch müsse erwisen wer-den / daß er mit den drey GöttlichenLugenden Glaub/Hoffnung/ nnd Lie-be geleuchtet habe.

Die Catholische Cantonen habendermaßen das Geschäfft ihnen lassen an-gelegen seyn/ daß wiewohlen sie wegengemeldtem Decret in etwas geruhet /hernach aber solches Geschafft nur de-sto hitziger getriben haben / machen de-rowegen durch widerholteSchreiben beyihrem ?roreÄoi e oder Schirm - Herrender Schweitzerifchen I^rmon LÜaräinalügrbermi die angelegneste Inüsnrias ,oder Bittungen / daß er wie bißhero di-scs Geschäfft Jhme wolle lassen angele-

gen seyn : Ersuchten auch Herren Gu-ardi-Haubtmann Niclaus von Flecken-stein / wie nicht weniger deren VatterCapiciner Provincialen k. ?. Colum-b-mum > der sich dazumahl zu Rom be-fände / daß sie Ihnen bey Ihr Päbst-lichen Heiligkeit die so höchst, verlangteGnad auszuwürcken sollen angelegenseyn lassen. So thäte auch das mögli-ches Ihr HochfürstNche Gnaden Wer-nerus Bischoss zu Lonstantz sowohldurch Schreiben als durch seinen A-genten.

Und wiewohlen Ihr Päbstliche Hei-ligkeit Drbgnu8 vm. den Eydtgnossensonderbahr gewogen/ auch dessen HerrBruder Cgrclmgl ?roreÄc»r nichts er-mangle» lassen / die Begirden der an-haltenden Cantonen zu erfüllen / istdoch Dibgnus gestorben / zuvor sie ge-tröstet worden. Weilen dann auf denRömischen Stuhl erhoben worden In-nocenrius X. stelleten sie an solchen wi-derum ein Gesandtschafft/ die abgeschick-te Herrey waren / Herr HaubtmannUlrich Dulicker/ Herr Haubtmann Jo-hann Jmfeld Statthalter / JohannBenck deß Raths zu Zug/ welcheso nachtrucklich sich bearbeithet / auchso glücklich in ihren Verrichtung gewe-sen / daß under disem Pabst der leisteProceß angesetzt / wie folget.

^nms 1646. und 47. haben / also zureden / die Catholische Eydtgnossen von9. Cantonen allen Ärässten aufgebor-ten die Seeligoder Heilig-SprechungBruder Clausen zu beförderen / vorauseisserte für solche Underwalden durch denWohl- Edlen Herren LandammannMarguard Jmfeld / der wegen seinemEiffer/ Fleiß / und Bemühungen in di-sem Geschäfft ewigen angedenckens wür-dig : Seynd also samt / und sonders ge-meldte Eydtgnossen bey Jhro Päbstli-chen Helligkeit tmiocenrio X. vilfältigbittlich eingelanget / daß Jhro doch be-lieben wolle / den 1618. feyrlich aufge-setzten / und nacher Rom überschicktenProceß zu übersehen/ und nach solchemdem so lang getribnen Geschäfft ein er-wünschtes End zu geben.

Dises Anhalten hat so vil Eingangbey Jhro Päpstlichen Heiligkeit gehabt/daß Sie die Heil. Eongregarion luperriruschefelchnet / dises Geschäfft »»ver-weilet vor die Hand zu nehmen / vonwelcher dann beschlossen/ daß zu Under-walden ein neuer Proceß solle angestelltwerden / wie dann hierüber an ein Ob-rigkeit zu Underwalden smllenrischeSchreiben eingelangt/ nicht weniger anihr Hochfürstlrche Gnaden ssrsncissun»

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