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4z r Von dem seeligen
Zucht / der strengen Carthäuser gelehxnthatte. Er begnügte sich mit gerin-gemAllmuscn der umwohnendenLands-Leith / und hernach auch der Bürgernvon Luccrn / nähme seinen T rnnck vomfür überstiessenden Bornnquell/ seingröste Zeit deß Tags / und Nachtsbrachte er in andächtigem Gebett/undBetrachtung göttlicher Geheimnussenzu. Er war eines eingezognen Le-bens / und redte nit vil / also daß ergantz nichts (gleichwohl oft befragt )offenbaren wolte von seinem vorigenStand/ Thun/ und Wandel/ Her-kommen/ und Vatterland/ als alleinseinen angebohrnen Tauffnahmen-SeinLigerstatr war der harte Felsen in derHole/ zu einer feiten erhöhet als einBanck/ ft!r das Haubtküssen brauchteer einen harten Stein / oder höltzinenKlotz. Von seiner Höle / und Woh-nung gieng er nicht bald aus/ es tribeihn dann die grosse Armuth/ und derH. Gottsdienst in die Stadt / oderumligende Dörffer / welches dann ei-nen wahren Einsidler bey G-Ott/ undden Menschen wohl ziehret / und dar-durch gegen ihme selbst ei» grosse Lie-be erweckete.
Derowegen als die Wohledlen /und alte Geschlechter von Weyl zu Lu-cern / denen das gesagte Bürg / Wald/und Wildnuß von ihren Vorfahren he-ro zu gehörig war/ den geistuchen Ey-fer/ und wahren Einsiblischen Standdes Br. Hansen gesehen/ haben siepicht allein ihme einen bequemen Platzzu einer Capellen / nach seiner bestenGelegenheit in ihrem Holtz/ und Wild-nuß des gesagten Pilati-Bergs zuer-wöhlen erlaubt/ sonder thäten auch all-da zu mehrerer so wohl seiner/ als sei-ner Nachkömmlingen Andacht zu er-wecken/ die meiste Hilff/ daß ein schö-ne Capell zur Ehr GÖttes/ und sei-ner Mutter Mariä um das Jahr 1500.erbaut wurde. Nach disem räumteder Br. Hans den Platz nach/ undnach von allem Gestäud/ und Wild-nuß. Dargegen thäte Fr. Anna Fee-rin mit ihrem Ehegemahel H. Jacobvon Weyl / damahlen Schultheiß derStadt Lucern / die meiste Handrei-chung mit Gelt/ und Rath / daß dieCapell in dem gesagten Jahr erbauetwurde. Deßwegen dise 2. Eheleuthfür die Stifster diser Capellen biß aufunsere Zkit allwegen gehalten worden.Darauf nach Weyhung diser Capellen /so im Jahr 1504. durch Herren F.Walthasarum/ Prediger-Ordens/ Bi-schofs zu Troia/ und Weychbischoff zuCostantz/ in dem Augstmonat gesche-hen / als er auch die Capellen St. Ma-
Bruder Hansen/
riä Magdalenä in dem Ranfst in Un-derwalden bey Br. Clausen / und beyBr. Ulrich weyhete / verleyhete IhrPäbstl. Heiligkeit Julij II. Legat inder Eydtgnoßschafft / der hochwürdigeHerr Raimundus Cardinal St. Ma-rtä Novä in gesagtem 1504. Jahr aufbestimmte Fest - und Sontäg den Weib/und Manns - Persohnen so dise Capellmit Andacht besuchen werden 100. TagAblaß/ welches auch im 1512. Jahr/auf den 2 r. Martij beschehen. Wei-lers bestättigt / und vermehrte der hoch-würdig Herr Matthäus von SchinenBischofs in Wallis / und der H. Rö-mischen Kirchen Tituli S. Potentia-nä Cardinal/ und Legat in dem Schwei-tzerland / von welchem geistlichen Ab-laß/ und andern Stifftern in Beschrei-bung der Klöstern Helvetiä mehr ge-sagt wird.
Nach Erbauung mehr gesagten c.,.Capellen / und erlangtem großen Gna-den/ und Ablaß / fuhrete unser Einssidler ohn allen zweiffel noch vil ein vollskommeners/ und strengers Leben mitBetten/ Fasten/ Wachen/ und geist-lichen Übungen / sonderlich weil er nun-mehr zu einem hohen Alter kommen wä-re/ und sein Sterbstündlein herzu zunahen vermerckte. Dieweil aber unSvon seinen geistlichen Übungen nicht-bewußt / vtl minder was für heylsameLehren/ und Exempel er seinem umli-genden Landvolck gegeben/ lassen wiediseS fahren / und wollen allein mel-den/ daß nach dem der seelige BruderHans setzt 26. Jahr in diser Einödeandächtig/ und gottseelig gelebt/auchüber die 6o.Jahr alt worden/ begehr-te er nichts mehr von GOtt/ dann daßer von diser Welt scheiden/ und mitdem H. Apostel Paulo aufgelößt möch-te werden/ mit GOtt seinem Herrnzuleben. Welche Bitt er endlich auchgewehrt wurde/ dann im Jahr 1516.fiele er in ein tödtliche Äranckheit/undals er so wohl als andere / die ihn außAndacht besuchten/ vermerckte»/ daßsich sein letstes End herzu nahete/ be-gehrte er seinen gewöhnlichen Pfarrsherren/ von deme er mit vorgehenderBeicht/ auch Reu / und Leyd seinerSünden demüthiglich das hochheiligsteSacrament des Altars in gegenwartviler guthertzigen / und andächtigen Be-nachtbaurten empfienge/ und schide al-so mit einem seeligen End von disemJammerthallauf den 19. Tag Maij /um die H. Pfingsten des obgesagtm1516. Jahrs. Darauf wurde seinaußgemärgelter Leib nach alten Christ-lichen Brauch vom Pfarrherren vonKriens/ und den Dorffleuthen mit
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