Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
447
JPEG-Download
 

Der Socittet JEsu Priestern. 447

auch der S. VakterCanisius gen Cölln/gen Elsäßzabern/ zum Bsschoff vonStraßburg / Freyburg in das Breyß-göu/ und in das Königreich Pohlenveruffen/ an welchen Orten er mit sei»nen Predigen/ heylsamen Ermahnun-gen / und eyfferigem Wandel / vil Nutzgeschaffen hat. Er war 8. JahrThumprediger zu Augspurg/ hierzwi-schen müßte er vil herum reisen genPrmsprug/ Jngolstatt/und München/nichts destoweniger hat man seiner we-nig zu Augspurg gemanglel/ daß ernicht habe d,e Lantzel versehen/ es istunaussprechlich zu erzehlen/ und zubeschreiben / was diser fromme Paterfür grossen Nutz / und Früchten mit sei-nen Predigen / Ermahnungen/ undBeichrhören geschaffen habe/ dann inder Stadt Augspurg hat er ein ande-re Gestalt/ und Form hinderlassenalser gefunden ; dann die Carholischen ander Zahl / und ansehen haben mercklichzugenommen/ er hat die öffentlicheProccßwnes/ oder Creutzgäng wide-rum angestelt/ die Pabstuche Jndul-gentz / und Ablaß geehret / die Kirchengebessert / und gezieret / die HH.Sakramenten oft/ und vil außgefpen-drt/ den Armen geholffen/ den Jung-fräulichen Stand wioerum in die U-bung gebracht/ die Klöster reformiert/vil Mann - und Weibspersohnen zu ei-nem sonderbahren Gottsecligen Lebenunderrrcht/ und bewegt/ zu dem istauch der Larholische Haussen/ so zuvorgae klein/ und veracht war/ gestärckt/und qemehrer / entgegen aber die Wi-dersacher Murhwillen / und Üppigkeitmercklich geschwächt/ und gemindertworden. Als nun unser CatholischePrediger ( dann also nennten die Wi-dersacher den frommen P. Canisium)des schweren Thumprediger - Ambtsentlediget worden / ist er an allen Or-then/ dardurch er reifere/ angesprochenworden / er solle ihnen das Wort GOt-tes verkündigen / und die HH. Sa-cramenta mittheilen/ dardurch er ei-nen grossen Nutz / und merckllche Fruchtin der Kirchen GOttes schaffte.

7. Gleichwie durch sein gottseeligesLeben / Predigen / und Eyffer / diedrey erste Collegia / und Häuser / alsdas zu Wien/ Prag/ und Jngolstattseynd ausgericht / und erbauen worden/also seynd durch eben solche Mittel alser jetzt Proviricral war / z. andere / r.zu München durch den Bäyerfürsten /das 2. zu Pnnsprug durch Käyser Fer-dinandum / und das lerste durch denkardinal Otten Eischoffen zu Aug-spurg/ zu Dilingen vollführet worden.Es haken auch die Blschöff zu Würtz-

burg/ und Straßburg/ auch HertzogAlbrecht in Bäyern zu Straubingen /und der Oesterreichische Hertzog zuFrep-burg in Breyßgöu Collegia der So-cietet JEsu / und Schulen wollen auf-richten/ welche aber wegen Mangelder Persohnen/ und Spaltung desGlaubens auf bequemere Zeit habe«müssen aufgeschoben werden. Er warauch mit Käyser Maximilians H. aufden Augspurgffchen Reichstag / daman starck von der Freystellung deSGlaubens handlere/ daß den außge-sprungnen Mönchen / und Pfaffen ihrePfrund bleiben folten / und etliche ab-scheuliche Articul / und Puncten zugrossem Nachtheil der Carholischen Re-ligion bekräfftiget wurden/ darwiderder Päbstliche Legat mit dem Canisioritterlich sich widersetzten/ und den Sigerhielten/ damit der Reichstag/ glücklichund mit friden beschlossen wurde. Underandern frommen/ und andächtigenPersohnen nähme er auch in die Socie-rct auf den gorrseeligen Jüngling Sta- Gkanwnislaum Äoska auß Pohlen/ den er lausKv»etliche Zeit zu Dilingen aufhielte/ und ^hernach gen Rom in das Noviciat schick-te. Im Jahr 1567. als er zu einfal-lendem Winter gen Pnnsprug reisenmüßte/ und grosse Güssen/ undFlüß/wegen grosses Regen von dem Gebürgherab in die Lyroluche Thäller nut un-gestimme liessen / und alles überschwem-ren. Rirre der gottseelige Canisius /und Franciscus Rocca ein junger Prie-ster der Svcietet JEsu mit ihme/ undkamen in einem Tag glücklich durch dieWässer zum Benediktiner Kloster Et-thal. Den andern Tag / als beydePatres mit einem Bauren der auf ei-nem starcken Pferd fasse/ und sie durchdas Gewässer führen solle / durch daSThal/ und Wasser Amber fortreisen-ten/ ritte der Baur vorher/ darnachP. Rocca/ und letstlich P. Canisiuszu hinderst; un fortreisen käme deß P.

Canisij Pferd den Schwindel an / undda es zudoden in dem Wasser sincken /und Canisius sich von dem Pferdschwingen wolle/ behangete er in demStegreifs/ daß er weder äusdas Pferd/noch darvon kommen könnte/ und obschon Rocca daß ersehen / wolle dochder Baur nicht von dem Roß steigen/und dem frommen Mann helffen / die-weil er in gleiche Gefahr sich begäbe /der P. Rocca ruffte um Hilff zu GOtt/darauf sahe er einen Mann in Bäuri-scher Kleidung/ so nicht weit von ihmewar / disem schrye er zu daß er solledisen frommen Vatter auß der Todts-Gefahr entledigen/ welcher sich nichtgesaumet/ er rrunge starck durch dasrauschende Wasser/ und käme zum

Kkkz Bat-