Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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(ip. r.

44? Vorr dem Gottseeligen Petro Canisio.

Vatter Canisio/ und halste ihm außdiser Gefahr/ und führte ihn/ unddas Pferd auf ein truckene Wifen/da-hin P. Rocca auch bald käme/ undseinem lieben Vatter um den Hals fie-le/ sprechende: Ach Pater wie ist mirso Angst gewesen da ich euer Ehrwür-den nicht hab können helffen. DaraufCanisius geantwortet: Er scye wohlzumurh gewesen / dann er begehrte auftgelößt zuwerven / und mit Christo zu-sein. Darauf wendete er sich zu demMann der ihm geholffen hatte/ undspräche freundlich / und danckbarlich zuihm/ kommt in die Herberg da wollenwir mit einandern Essen/ und euch ei-nen freundlichen Willen machen: danun diser Mann den Patribus wide-rum zu Pferd geholffen/ und fort gan-gen/ ist er bald verschwunden/ daßman endlich darsür gehalten/ es seyeder Engel Gottes gewesen.

Im Jahr 1569. käme er widerum vonPnnsprug gen DiUingen/ und zöge nachOstern gen Rom / und Lauteten mitdem Cardinal / und Bischofs zu Aug-sburg. Nachdem er aber seine Ge-schafft verrichtet hätte / Und widerumin das Deutschland gen Dilltngen kom-men war empfienge er Vrteff von demGeneral Francisco Borgia / daß er demPaulo Hoffco / daß Provincial Amptübergeben/ (welches er 14. Jahr langmit grossem Fleiß/ und Nutz verwaltethätte) und er hinfüro allein dem Bü-cher schreiben abwarten solle. Nit langzuvor hat er das schöne teutsche Mar-tyrologium in 4. lassen ausgehen / UndAnno 1571. und 1577. die 2. grosse Bü-cher von St. Johann Bapt. und vonunser lieben Frauen der Mutter G2t-tes Mariä wider etliche Widersacherdeß Latholischen Glaubens. Hierzwi-schen predigte er / und hörte vilzu beicht/und underweisete / mit sondern Lust /und Frölichkeit die Jugend. ZuAug-spurgtribrervon einer adelichen Jung-frauen von Bernhausen 7. böse Gei-ster/ und bekehrte ihren LutherischenVatter. Darauf würd er Anno i572.gen Vnnsprug/das Hofprediger Ambtzuversehen / zu dem Ertzhertzogen Fer-dinands geschickt / welches er 7. Äahrohn underlaß verwaltet hat / ausge-nommen wann er zu einer GeneralVersammlung der Societet beschriben/o-cr.gen Rom von Greaorio XIII. be-rüssen worden / zuberathschlagen/ wieim Deutschland der Catholische Glaubwiderum könnte vermehrt werden. Daward daß beste Mittel vorgeschlagen /Collegia zu Rom/ und im Deutschlandaufzurichten / da die Jugend auferzo-gen/ und in den freyen Künsten / und

Andacht underwifen wurde. Die her-nach das Volck in allem Eyffer / undAndacht mit predigen / und guten aufer-baulichen Wandel / underrichten sollen.Es wäre auch unser Canisius zugegen/als nach Ableiben B. Franctsci Bor-gn! / P. Everardus Mercurianus zumvierdten General erwöhlet ward. Mitdem Cardinal Johanne Morono Apo-stolischen Legaten/ müßte er Anno 1576.auf den Reichstag gen Regenspurg /da Canisius kein Gelegenheit versäum-te mit Predigen / und andern guten Er-mahnungen die Catholische Religionzubefürdern. Im Jahr 1580. hat erTheils als deß Provincials Gesell /Theils auch als sein Vicarius / oderStatthalter mit dem Apostolischen Le-gaten gen Nürnberg auf den Reichs-Tag ziehen sollen / aber er ist verscho-ben worden/ ist derhalben Canisius ge-gen Ausgang deß Jahrs genFreyburgin Uchtland gezogen/ allda er seinerWanderschaffr ein End gemacht; danner an disem Srth 17. Jahr / nehmlich8. mit Predigen die übrigen in derRuhe / und beschaulichem Leben mitMaria Magdalena / verschlossen. Da-hin war Canisius durch den Päpstli-chen Legaten Johannem FranciscumBonhomum begleitet/ und der StadtFreyburg mit einem Gesellen aufzu-nehmen / der Catholischen Religion zugutem commenviert / und angetragen.Und ob gleichwohl es anfänglich schwer-lich mit Annehmung seiner/ und seinesGesellens Persohnen/ zugienge/ je-doch nach dem er seinen eysserigen Mundauf der Cantzel ausschäle/ und seinenauferbaulichen Wandel sehen liesse/hater bald erlanget/ daß nicht allein erauffgenommen/ sonder auch ein Colle-gium gebauen ward.

Nachdem nun dem GottseeligenMann im Jahr 1588. die Stimm / undLeibskräfften gefallen waren / und da-mahls seines Alters 68. Jahr/ die Can-tzel nicht mehr versehen mochte / hat ernicht gar feyren wvllen/sonder aus Rathseiner Mitbrüder / seine Predigen /welche er so lange Jahr mit grossemNutz der Seelen gehalten/ übersehen/dieselben in den Druck verfertiget/ undsolche in die Lateinische Sprach verse-tzet/ damit die Nutzbarkeit derselbigensich desto weiter erstrecken möchte. Erhat auch einen löblichen Brauch gehabt/die Heckgen / welche an dem Orth daer wohnete / berühmt waren / sonder-lich zuverehren / deßwegen er das Le-ben St. Mauritij / und feiner gantzenGefellschafft der Thebaischen Legion ;Item St. Fridolini deß Abts; St.Beati ersten Apostels deß Schweißer-

lands/